Stromsparendes Betriebssystem

Liebe Leute

Möglicherweise werde ich bald einen alten PC zum Heimserver umfunktionieren. Auf diese Weise bekomme ich ohne irgendwelche Kosten eine WLAN-Festplatte, die immer verfügbar ist.
Ziel ist, den Computer durch laufen zu lassen, aber so, dass möglichst wenig Energie verbraucht (das Hochfahren darf auch schon mal 10 Sekunden dauern).
Um dies zu erreichen, sollte der PC Festplatten, Lüfter, Prozessor etc. nach 10 Minuten Inaktivität vollständig abschalten, aber immer noch übers WLAN verfügbar sein, also kein Standby.
Es handelt sich um einen ca. 7-jährigen Compaq Evo.

Welches Betriebssystem, das gratis heruntergeladen werden kann, eignet sich für solche Netzwerk- und Energiesparaufgaben am besten?

lg
Kalsan

Hallöchen,

Um dies zu erreichen, sollte der PC Festplatten, Lüfter,
Prozessor etc. nach 10 Minuten Inaktivität vollständig
abschalten, aber immer noch übers WLAN verfügbar sein, also
kein Standby.

Vorab, bevor ich dir empfehlungen ausspreche, gebe ich zu bedenken,
dass es auch die Möglichkeit gibt einfache W-Lan Router, die
durch ihre effizienten embedded Systeme viel weniger Verbrauch haben,
welche als Repeater genutzt werden können. Sprich er verbindet sich
auf ein W-Lan und gibt das Signal an seine W-Lans bzw. Netzwerkports
weiter.

Es handelt sich um einen ca. 7-jährigen Compaq Evo.

Ich bezweifle etwas, dass damit weder besonderer Netzwerk-Traffic
erreicht werden kann, als auch dass dieser Computer besonders
effizient arbeitet.

Welches Betriebssystem, das gratis heruntergeladen werden
kann, eignet sich für solche Netzwerk- und Energiesparaufgaben
am besten?

Eigentlich kennen alle relativ neuen Linux distributionen sowas
wie Energiesparmaßnahmen, sodass du da fast freie Wahl hast.

Es gibt so sachen für Heimnetzwerke wie zb. IpFire (Mit integrierter
Firewall und Multimedia Anwendungen) oder eBox.

Etwas theoretischer ist dann zb eine Distribution wie pfsense,
welche nur minimalsten verbrauch hat, sehr stabil läuft und
auch für den 24/7 Betrieb ausgelegt ist, allerdings auch
(trotz webinterface) viele Vorkenntnisse benötigt

Gruß,
Stefan

Es handelt sich um einen ca. 7-jährigen Compaq Evo.

Genau daran wird es bei Dir hapern und nicht am Betriebssystem. Standby und Energiesparoptionen, sind weit verbreitet. Dein Problem ist aber, daß es zigfach effizientere Hardware gibt.

Hallo,

Festplatten, Lüfter, Prozessor etc. nach 10 Minuten Inaktivität :vollständig abschalten

Mach das doch übers BIOS. Und als Betriebssystem irgend eine kleine Linuxdistri. Möglichst eine portable, die brauchen weniger Ressourcen. Z.B. Puppy Linux oder Slax

Mfg,
Jannik

Vorab, bevor ich dir empfehlungen ausspreche, gebe ich zu
bedenken,
dass es auch die Möglichkeit gibt einfache W-Lan Router, die
durch ihre effizienten embedded Systeme viel weniger Verbrauch
haben,
welche als Repeater genutzt werden können. Sprich er verbindet
sich
auf ein W-Lan und gibt das Signal an seine W-Lans bzw.
Netzwerkports
weiter.

Das kostet, der alte PC ist eine Gratislösung. Wir nehmen, was wir haben, deshalb auch die Idee, die alte Kiste wiederzuverwenden :stuck_out_tongue:

Ich bezweifle etwas, dass damit weder besonderer
Netzwerk-Traffic
erreicht werden kann, als auch dass dieser Computer besonders
effizient arbeitet.

Volltreffer! Internet Explorer starten: 2 Minuten Wartezeit…
Na ja, das WLAN hat meistens so um die 1 MB/s, da macht die PC Geschwindigkeit auch nicht mehr viel aus. Reicht aber völlig aus, um per freigegebenen Ordner Musik ins ganze Haus zu streamen, und genau dafür wollen wir ihn benutzen.

Eigentlich kennen alle relativ neuen Linux distributionen
sowas
wie Energiesparmaßnahmen, sodass du da fast freie Wahl hast.

Es gibt so sachen für Heimnetzwerke wie zb. IpFire (Mit
integrierter
Firewall und Multimedia Anwendungen) oder eBox.

Hm, das geht schon zu weit. Es reicht eine einfache Ordnerfreigabe wie bei Ubuntu.

Etwas theoretischer ist dann zb eine Distribution wie pfsense,
welche nur minimalsten verbrauch hat, sehr stabil läuft und
auch für den 24/7 Betrieb ausgelegt ist, allerdings auch
(trotz webinterface) viele Vorkenntnisse benötigt

Tönt gut. Weil ich ja nur sehr wenig konfigurieren muss (Ordnerfreigabe und basta), könnte sich dies als Lösung anbiten… Ich werden den Vorschlag mal im Auge behalten, danke.

Gruß,
Stefan

lg
Kalsan

Kann da ein gutes OS nicht „Zaubern“? Immerhin kann der PC schon Festplatten und Bildschirm abschalten, und das mit Windows XP.
Gibt es keine Möglichkeit, da mit einem moderneren Betriebssystem ein bisschen mehr rauszuholen (Wenigstens Prozessor und Lüfter)?

lg

Ressourcen sind egal, die Kiste darf bei nicht-Leerlauf schon mal voll beschäftigt sein.
Pentium 4 und 504MB RAM sollten die meisten OS ja supporten denk ich…

Gute Idee, BIOS, danke für den Tipp.

Kann da ein gutes OS nicht „Zaubern“? Immerhin kann der PC
schon Festplatten und Bildschirm abschalten, und das mit
Windows XP.
Gibt es keine Möglichkeit, da mit einem moderneren
Betriebssystem ein bisschen mehr rauszuholen (Wenigstens
Prozessor und Lüfter)?

Sowas macht man mit ACPI (weil das OS ja irgendwie messen muß, was gerade in der Hardware passiert). Kann Dein Board das nicht, keine Kekse. Ebenso unsinnig ist es, Board, Proz und Platte zu verbauen, die weil sie 5 Jahre alt und für die Konfiguration, die Du anstrebst ungeeignet sind, selbst mit den Standby Funktionen Deines Betriebssystems weitaus mehr Strom verbrauchen, als eine geschickt gewählte Architektur im Dauerbetrieb.

Weniger Ressourcenverbrauch > weniger Strom
Hallo Kalsan,

Ressourcen sind egal, die Kiste darf bei nicht-Leerlauf schon mal voll beschäftigt sein.

Weniger Ressourcenverrbrauch führt dazu, dass der Compi weniger Leistung bringen muss, was sich wieder auf den Stromverbrauch auswirkt.

Mfg,
Jannik

Hei!

Welches Betriebssystem, das gratis heruntergeladen werden kann, eignet sich für solche Netzwerk- und Energiesparaufgaben am besten?

Jedes und keines.

Jedes, weil jedes halbwegs aktuelle OS der letzen 10 Jahre in der Lage ist, GraKa, Platten etc bei nicht Benutzung herunter zu fahren.

Keines, weil nicht das System Strom verbraucht, sondern die Hardware.

Ich kann deinen Satz

Das kostet, der alte PC ist eine Gratislösung. Wir nehmen, was wir haben, deshalb auch die Idee, die alte Kiste wiederzuverwenden :stuck_out_tongue:

zwar gut verstehen, aber du solltest das mal durchrechnen.

Du kannst dir mit ein bischen eBay für 100 Euro oder weniger einen Rechner zusammenbauen, der durchaus unter 20 W bleibt. Wohlgemerkt: der schläft dann nicht, sondern kann auch was tun.
Meinen Server hab ich auf 17 W herunterfrisiert, und auf dem laufen dann ein Torrent- und ein DC+±Client, ein FTP-Server, ein Downloadmanger für Filehoster, ein IP-Blocker, ein Werbefilter, ein TrafficShaper, ein eBay-Sniper und ein VNC-Client zur Fernsteuerung. Die Kiste läuft rund um die Uhr und kümmert sich um alle Up- und Download-Aufgaben. Und demnächst bekommt er noch eine digitale Sat-Karte und wird dann auch noch als Videorecorder mißbraucht.

Und jetzt ein bischen Mathematik:
ein einziges Watt im Dauerbetrieb sind im Jahr:

1 W * 24 h/d * 365 d/a = 8544 Wh/a = 8,5 kWh/a = ~ 1,70 €/a

Ein Server mit 20 W kostet dich folglich 34 €/a.
Deinen alten Rechner würde ich so aus dem Bauch raus mal mit 60 W veranschlagen - würde dich also 102 €/a kosten. Die Differenz von 68 € würde einen kleinen Energiespar-Server auf Antiquitäten-Hardware-Basis (s.u.) damit in etwa 2 Jahren finanzieren. Dannach sparst du.

Mein Server:

Oller Celeron 800-Rechner mit OnBoard-Graphik und möglichst 512 MB RAM. Was im Detail ist völlig egal, hauptsache Sockel 370. Ich hab sowas noch in meiner Altmetall-Kiste gehabt, sonst kann man so einen Haufen aber auch schon für 20 Euro auf eBay abgreifen.

Den Celeron austauschen gegen einen VIA C3 Ezra. Den etwas underclocken (meiner läuft mit 800 MHz, soll wäre 1 GHz), dann kann man den mit einem großen Kühlkörper (z.B. den von dem ausgebauten Celeron) auch passiv kühlen. eBay, 12 €

Dazu eine Notebook-Platte für Betriebssystem und Bewegt-Daten (Downloads etc.). Entweder eine olle IDE-Platte und ein Adapter-Platinchen, dann geht der OnBoard-Kontroller, man ist aber i.A. auf 120 GB beschränkt (eBay zusammen ~ 40-50 €). Oder man baut gleich eine SATA-Karte ein und kann dann auch fette Platten benutzen, ich hab dafür gleich eine 500er gekauft (ebay, zusammen ~ 70-80 €). Eine Notebook-Platte verbraucht etwa 1 W, eine Desktop-Platte etw 10 W. Die SATA-Lösung hat den Vorteil, das man für Fileserver-Aufgaben (Filme und Musik) auch was richtig dickes installieren kann. Bei mir 1,5 TB. das darf dann auch ruhig eine Desktop-Platte sein, da die ja nur abend mal für eine oder zwei Stunden benutzt wird und ansonsten von Windows (oder Linux) in den Tiefschlaf versetzt wird.

Ein möglichst schwaches Netzteil! Normale Netzteile laufen bei solch einem Rechner soweit aushalb ihres optimalen Wirkungsgrades, das du einige Watt verlierst. Mit dem 80-W-NT verbraucht mein Rechner gut 10 W weniger als vorher mit dem 350er (eBay, ~15 €)

Wenn das 100 MBit-OnBoard-LAN nicht ausreicht, evtl. eine GB-Ethernet-Karte, alternativ eine WLAN-Karte und/oder evtl. eine USB 2.0-Karte.

Und wenn man die Sache auf die Spitze treiben will: Ich hab das Server-NT angezapft und versorge damit auch noch Modem und Router. Spart gegenüber den ineffizienten Steckernetzteilen auch immerhin drei W. Das sind zwar nur 5 € im Jahr, aber dafür hab ich auch nur drei Kabelreste aus der Bastelkiste, eine Lüsterklemme und fünf Minuten Arbeit investiert.

Rechne - oder besser, messe - es mal durch. Wenn du ein paar Euro in die Hand nimmst, kommst du langfristig billiger weg und kannst den „Server“ auch noch für richtige Aufgaben nutzen.
Was mir alleine der eBay-Sniper in den letzen beiden Jahren beim Kauf des Baumaterials für mein altes Haus eingespart hat, das kann der Server bis zum Ende meines Lebens nicht an Strom verbrauchen . . .

lg, mabuse

so sah er in der Anfangszeit aus:
http://img214.imageshack.us/img214/2936/serverrt2.jpg

Einen Stern sowohl für den so gut dargelegten Inhalt, als auch für die Rechnerinstallation an der Schrankrückwand auf dem Foto.

Hallo Kalsan,
wenn’s nur um den Tip zu einem OS geht, würde ich DLS (Damn-Small-Linux) empfehlen.
http://www.damnsmalllinux.org/index_de.html
Nur 50 MB klein, kann das komplett in den RAM geladen werden. Allerdings ist dann noch etwas Handarbeit in den config-Files notwendig, damit es nicht ständig Log-Dateien auf die Festplatte schreibt.
Freundliche Grüße,
Markus

Haha, das olle Teil könntest du doch auch anstatt in einen Schrank stecken, an die Decke hängen, dann kannst du dir gleich noch Dekoration sparen :smiley:

Coller Tipp auf jeden Fall, behalt ich im Auge :wink:

Danke

lg

Tönt am einfachsten… gute Möglichkeit.
Ich warte noch, bis keine weiteren Tipps mehr kommen, dann entscheide ich mich zusammen mit meinen Eltern (jaja…) für die beste Lösung.
Danke!

lg

Perfekte Ergänzung zum Tipp von JannikB!
Tönt auch sehr interessant…
hmm… das wird eine sehr überdachte Entscheidung geben :smiley:

Danke!

Haha, das olle Teil könntest du doch auch anstatt in einen Schrank stecken, an die Decke hängen, dann kannst du dir gleich noch Dekoration sparen :smiley:

:smiley:

Nein, mit dem Schrank hab ich mir durchaus was gedacht.
Wenn du genau hinschaust, wirst du sehen, das ich Boden und Deckel durch Lochgitter ersetzt habe. Damit (und mit der offenen Montage des Netzteils unter dem blauen Gitter als Berührungsschutz) kann ich das Ding vollständig ohne Lüfter betreiben. Lüfter verbrauchen auch Strom, sogar gar nicht mal wenig . . .

Und in einen Schrank musste er, damit er nicht verdreckt. Ich hab ihn nämlich gleich in den Keller verbannt.

Schönes Wochenende!
mabuse

Nur ein Problem gibts dann noch: Deine Linuxversion zum FTP-Server machen. Aber da gibt es massenhaft Lösungen…

Kein Problem, FTP brauch ich noch keinen, im Moment ist nur Ordnerfreigabe gedacht (also „Haus-Intern“ :wink:

Dann ist gut
Dann ist ja gut, aber so wie bei Windows wird das nicht sein. Du musst halt mal schauen.

Hab ich schon mal mit Ubuntu ausprobiert, ist kinderleicht und funktioniert ausgezeichnet. Auch Windows kann darauf zugreifen.

lg