Welches Betriebssystem benutzen Konstrukteure?

Hallo,

ich studiere Maschinenbau, (Fachrichtung Konstruktion)
und schreibe in Rahmen einer Studienarbeit ein Programm,
zur computerunterstützten Präzisierung von Konstruktions-
aufgaben und anschließend automatischer Generierung einer
Anforderungsliste.

Um zu entscheiden, für welches Betriebssystem ich das
Programm am besten programmiere, benötige ich Informationen
dazu, welche Betriebssysteme Konstrukteure überwiegend
benutzen.

Ich biete jedem Konstrukteur, der mir bei dieser Frage
weiterhelfen kann, eine kostenlose Version, meiner
Software an, die spätestens 2003 fertig sein wird.

Jens Klingelhöfer

P.S Wer an Details der Software interessiert ist, kann mir ebenfalls einfach eine eMail schreiben.

–> [email protected]

Holla

ich studiere Maschinenbau, (Fachrichtung Konstruktion)
und schreibe in Rahmen einer Studienarbeit ein Programm,
zur computerunterstützten Präzisierung von Konstruktions-
aufgaben und anschließend automatischer Generierung einer
Anforderungsliste.

Um zu entscheiden, für welches Betriebssystem ich das
Programm am besten programmiere, benötige ich Informationen
dazu, welche Betriebssysteme Konstrukteure überwiegend
benutzen.

Hm, kommt auf den Level an. Die ueblichen CAD-Programme der Autocad-Klasse und aehnliche laufen (meiner Erfahrung nach) meist auf Win NT/2000. Spezialisierte Branchenloesungen oft auch unter einem Unix-Derivat.
Bei uns z.B. mechanische Konstruktion und Elektronik auf NT, spezielle Eigenentwicklungen auf einem Unix.

Ich denke, das einfachste ist, einen typischen Vertreter herauszusuchen und rausfinden, was die benutzen. Also Autoindustrie, oder (Gross-)Maschinenbau oder so, und dann schauen was BMW, Mannesman usw. benutzen…

Gruss, Lutz

Servus Jens,

die Automobilindustrie in Deutschland arbeitet überwiegend mit
CATIA V4 (AIX, IRIX, HP-UX, Solaris, wobei die ersten beiden
IMHO - noch - dominieren). Allerdings wird bis in den nächsten
24-36 Monaten auf CATIA V5 migriert. Und das ist auch unter
Windows NT bzw. 2000 verfügbar. Komischerweise ist Catia V5
noch nicht (AFAIK) unter Linux verfügbar - allerdings kann
sich da noch etwas ändern, da ja AIX V5 in Teilbereichen
„kompatibel“ zu Linux werden soll.

Wenn auch die PKW-Hersteller selber weiterhin auf Unix setzen
(u.a. wg. der Stabilität u. geringerem Supportaufwand aka TCO),
so ist doch zu erwarten, dass viele Zulieferer und Entwicklungs-
partner u.U. mehr und mehr auf die Windows-Welt einschwenken.

Eine andere häufig verwende Applikation ist Pro-Engineer,
welches bereits seit Jahren sowohl unter Unix als auch
unter Windows verfügbar ist. Ich vermute mal, dass
es hier mehr Windows- als Unix-Installationen gibt.

Autocad ist sicherlich auch eine weit verbreitete
Applikation; jedoch spielt sie im industriellen Bereich
IMHO nur eine untergeordnete Bedeutung.

Gerade die „grossen“ IBM/Dassault und PTC haben in
den letzten Jahren einige relevante Konkurrenzprodukte
aufgekauft bzw. vom Markt verdrängt (z.B. Helix,
Solidworks, Cadds, Icem).

Die meisten „etablierten“ CAD-Pakete sind für Windows
verfügbar; einige (vor allen Dingen anspruchsvolle Pakete)
auch für einige - aber nicht immer allen bekannten - Unix-
Derivate.

Linux spielt in diesem Bereich - genau wie MAC OS - überhaupt
keine bzw. eine zu vernachlässigende Rolle. Auch wenn viele
Designer am Mac arbeiten, sobald es vom „reinen“ Design zur
3D-basierenden Produktentwicklung geht, dominieren die in der
Unix- und Windowswelt angesiedelten Applikationen (z.B. Alias/Wavefront, Icemsurf etc.).

Ich persönlich bin mal so frech und empfehle, das ganze mit
GCC oder ähnlichen Open-Source-Sprachen zu entwickeln, und
bei der Graphik bzw Ein-/Ausgabe auf OpenGL zu setzen (da
auch dies für Windows und Unix verfügbar und ebenfalls Open-
Source ist). Mit etwas Geschick sollte es Dir möglich sein,
eine Code-Base zu erstellen, welche mit relativ geringem
Aufwand portierbar ist.

Aber: Lass die Finger besser weg von M$-Sprachen… bei
jedem Major-Release musst Du damit rechnen, dass Funktionen
umzuschreiben oder gar nicht mehr vorhanden sind.

Bitte beachte aber, dass (nicht nur in der Unix-Welt) bei
verbreiteten 3D-CAD-Programmen (insbesondere wenn Solid- und
Parametrik- Features vorhanden sind) das DXF-Format nur
unzureichend bzw. gar nicht unterstützt wird. Wenn Deine
Applikation Daten an ein CAD-Paket übergeben bzw. existierende
Daten interpretieren soll, würde ich mich auf STEP konzen-
trieren. Die deutsche Automobilindustrie (und auch andere
Industriebereiche) will in den nächsten Jahren STEP zum
Standard erheben, was wohl bedeutet, dass VDAFS und IGES
langsam aber sicher in den Hintergrund ge- bzw. verdrängt wird.

So, ich hoffe, das hilft Dir erstmal ein bischen weiter…
ansonsten mehl mich an :smile:

bbl

Helmut

P.S.: Mehr Infos u.a. bei
Catia (IBM) http://www.catia.ibm.com
ProEngineer (PTC) http://www.ptc.com
I-Deas (SDRC) http://www.sdrc.de
Unigraphics (EDS) http://www.unigraphics.de

Holla

Bitte beachte aber, dass (nicht nur in der Unix-Welt) bei
verbreiteten 3D-CAD-Programmen (insbesondere wenn Solid- und
Parametrik- Features vorhanden sind) das DXF-Format nur
unzureichend bzw. gar nicht unterstützt wird. Wenn Deine
Applikation Daten an ein CAD-Paket übergeben bzw. existierende
Daten interpretieren soll, würde ich mich auf STEP konzen-
trieren. Die deutsche Automobilindustrie (und auch andere
Industriebereiche) will in den nächsten Jahren STEP zum
Standard erheben, was wohl bedeutet, dass VDAFS und IGES
langsam aber sicher in den Hintergrund ge- bzw. verdrängt
wird.

Da ich mich zur Zeit gerade mit IGES und STL rumschlage, ist das mit STEP nur eine Vermutung, oder ziemlich sicher, stehen da auch die Softwareanbieter hinter? Hast du da genauere Info?

Danke und Gruss, Lutz

Holla

Daten interpretieren soll, würde ich mich auf STEP konzen-
trieren. Die deutsche Automobilindustrie (und auch andere
Industriebereiche) will in den nächsten Jahren STEP zum
Standard erheben, was wohl bedeutet, dass VDAFS und IGES
langsam aber sicher in den Hintergrund ge- bzw. verdrängt
wird.

Da ich mich zur Zeit gerade mit IGES und STL rumschlage, ist
das mit STEP nur eine Vermutung, oder ziemlich sicher, stehen
da auch die Softwareanbieter hinter? Hast du da genauere Info?

Servus Lutz,

einen Beweis hierfür findest du z.B. auf der Homepage des
Arbeitskreises „CAD/CAM-Strategien der deutschen
Automobilindustrie“.

Da heisst es bei http://www.cax-ak.de/ziele.html

„…Operationale Ziele / Vorgehensweisen:
Durchsetzen des STEP-basierten Datenaustauschs
und „data sharings“ mit externen Partnern…“

und bei http://www.cax-ak.de/systemarchitektur.html

„…Die Produktbeschreibung basiert logisch auf STEP AP 214,
soweit es den Anforderungen genügt. Bei darüber hinausgehenden
Anforderungen speziell bzgl. Operationen und Abläufe, ist eine
Erweiterung STEP-konform vorzunehmen und von den Herstellern in
den Normungsprozeß einzubringen, sowie gegebenenfalls später an
die tatsächliche Norm anzupassen…“

(Mit Herstellern sind die Jungs und Mädels gemeint, die gewisse
CAD-Programme „verbrechen“ …ups… „vertreiben“ meinte ich.)

Und das macht das ganze interessant !!! Nicht mehr das pro-
prietäre Datenformat einer spezifischen Applikation dient als
Referenz, sondern STEP AP214 Daten stellen die Datenbasis dar!
(Den Satz muss ich mir merken für den nächsten Vortrag, harhar)

Auf gut deutsch: Nicht mehr CATIA-, ProE- oder (eigenes
CAD-System)-Daten werden archiviert, sondern STEP-Daten.

{5 Minuten Kaffee- und Zigarettenpause}

Thema IGES und STL (kleiner Pauschalismus meinerseits,
hat sich allerdings in der Vergangenheit bewährt:smile:

CADCAD 2D und Drawing: Iges 5.x
CADCAD 3D: VDAFS 2.x
CAD–>RPT 3D: STL

VDAFS - gute deutsche Wertarbeit :smile: Es gibt sogar VDAFS-
Versionen, die ziemlich gut mit Solids umgehen können (bei
CATIA z.B. CATVDA von IVM). Catia V5 und ProE z.B. haben
STEP standardmässig implementiert!

(btw, VDA = Verband der Automobilindustrie)

STL hat halt den Nachteil, dass - wenn es erst mal im
STL-Format ist - du nie mehr DIE Fläche rekonstruieren
kannst, die konvertiert wurde.

Und IGES ist nunmal für komplexe 3D-Flächen, Volumen oder
Solids nur bedingt geeignet (Im Vergleich zu VDA).

STEP ist leider noch ziemlich „jung“ im produktiven Einsatz.
Konvertierungen erfordern (sofern es nicht gerade Regelflächen
oder -körper sind) je nach Implementierung noch z.T. erhebliche
Nacharbeit. Deshalb erfolgt der Austausch von 3D-Daten meist
via VDA(FS) (sofern kein Direktkonverter verfügbar ist).

Alle Konverter haben das gleiche Problem:
auf der einen Seite die Theorie (wie sollte man mit bestimmten
Elementen umgehen) und andererseits die Praxis (wie viele der
theoretisch möglichen Funktionen wurden realisiert sprich
programmiert).

Was schlimmstenfalls bedeuten kann, dass zwar Konverter A die
CAD-Daten sauber exportiert, aber Konverter B das entsprechende
„Subset“ nicht kennt bzw. importieren kann. Und was vorher ein
schöner Wassertank war, ähnelt hinterher mehr den berühmten
Golfsocken (den mit den 18 Löchern).

{irgend jemand aufs Klo ?}

Generell empfehle ich Dir, neutrale Datenaustauschformate
soweit als möglich zu vermeiden… es gibt mittlerweile für
einige (zugegebenermassen nur mehr oder minder weitverbreitete)
CAD-Systeme Direktkonverter (teilweise sogar bidirektional).
Kosten zwar im Schnitt 5-6.000 Euro, wenn man aber bedenkt,
dass Konverter für VDA, IGES etc. bis zu 10.000 Euro je nach
Applikation kosten können, ist das nicht teuer. Und dann
brauchst Du ja den entsprechenden Konverter zweimal! Von den
gesparten Kosten für Datenaufbereitung und Nacharbeit ganz
zu schweigen.

Sofern Deine Daten keiner besonderen Geheimhaltung unterliegen,
gibt es Firmen, die solche Direkt-Konvertierungen relativ
kostengünstig erledigen - teilweise sogar online. Kosten:
ca. 50 Euro je MB Quelldaten. Wenn man es nicht ständig
braucht bzw. die Datenmengen nicht zu hoch sind, evl. eine
brauchbare Alternative.

Falls Du mehr wissen willst, mehl mir einfach :smile:

bbl

Helmut

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Hi,

Ich denke, das einfachste ist, einen typischen Vertreter
herauszusuchen und rausfinden, was die benutzen. Also
Autoindustrie, oder (Gross-)Maschinenbau oder so, und dann
schauen was BMW, Mannesman usw. benutzen…

So einfach ist das nicht :frowning:

Bei uns in der Firma (Automobilzulieferer) schreibt der Kunde vor, mit welchem Programm wir unsere Teile zu konstruieren haben.

Da kommt es vor, daß der eine Kunde auf AutoCAD besteht und der andere Unigrafics will.

Unser Hauptabnehmer z.B. besteht auf Unigrafics.

MfG
Michael