Doch noch ein Versuch einer bildlichen Erklärung
Also,
ich probier’s mal…
Beachte: Meine folgende Erklärung ist sehr schematisiert und vereinfacht. Sie hat nicht den Tweck, technische Realitäten oder ein bestimmtes Routingprotokoll darzustellen, sondern Dir die Prinzipien begreiflich zu machen.
Also, los geht’s mit den Voraussetzungen:
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Jeder Router hat eine Art Routingtabelle.
Diese wird vom Administrator erstmal nur mit einem „default gateway“ gefüttert, welches bedeutet „Wenn Du nicht weißt, was Du mit einem Paket anfangen sollst, schicke es dorthin.“
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Der Router sucht sich nun selbständig seine Nachbarn. Er schaut also an jeder seiner Schnittstellen „Hallo, wer ist denn da der nächste?“
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Weiters kann der Admin den Schnittstellen verschiedene Werte zuordnen („Metrik“ – kleinerer Wert = bessere Metrik).
Er kann z.B. sagen:
„Die Schnittstelle bri0 ist eine ISDN-Leitung, für die müssen wir teuer Geld bezahlen. Ich gebe ihr also den Wert 50.
„Die Schnittstelle eth0 ist eine Ethernetleitung mit 10 MiBit/s, die wir von einem Provider gemietet haben – kostet auch Geld, ist aber billiger und schneller als bri0. Ich gebe ihr also den Wert 20.“
„Die Schnittstelle eth1 ist eine 100 MiBit/s-Ethernetleitung, die uns selbst gehört – klasse, schnell und billig! Ich gebe ihr also den Wert 1.“
Soweit, so gut. Bis jetzt sind wir auf dem Stand, daß der Router alle Pakete über eth1 weiterleiten wird, da dies die günstigste Leitung ist.
Jetzt kommen die Routingprotokolle ins Spiel:
Der Router findet nicht nur heraus, WER seine Nachbarn sind, sondern auch noch, wie deren Routingtabelle so aussieht. Er kennt also auch die Nachbarn seiner Nachbarn und die zugehörigen Metriken. Wenn er jetzt also ein bestimmtes Paket bekommt, kann eine Entscheidung z. B. so aussehen:
„Hm, okay, das Paket will also zu XYZ. Eigentlich würde ich es über eth1 schicken, aber ich weiß, daß es dann einen furchtbar weiten Weg über viele Hops nehmen würde, so dass die Summe aller Metriken insgesamt viel höher wäre, als wenn ich es über eth0 schicken würde, da kommt es nämlich fast direkt beim Ziel an! Gute Sache das, ab über eth0 – Hophop, Paket! Aber… was ist das? Moooooment! Mein Nachbar an eth0 sagt mir gerade, dass er die Verbindung zu seinem nächsten Nachbarn verloren hat. So ein Mist. Das muss ich grad mal ändern *rödelrödelseufz* Oooookay, dann eben nicht eth0. Was hab ich noch? Achja, bri0. Hm. Ist teuer für mich, aber wenn ich mir den Weg so anschaue – immer noch günstiger als eth1. Also, Paketchen, dann mal lso über bri0! Grüß schön! Und sag auf dem Weg allen Bescheid, dass eth0 Probleme hat!“
Weg ist das Paket. Auf dem nächsten Router geht dann das ganze Spiel von vorne los…
Gruß,
Malte