Surfen über Anonymizer.com - was ist bei Straftat?

Angenommen ich begehe im Netz eine Straftat
(was das auch immer sein kann)
ich surfe aber über Anonymizer.com,
sind die verpflichtet ihre Daten an die Polizei weiterzugeben,
bzw. speichern die die nötigen Daten überhaupt?

Wie heftig muss die Straftat sein,
damit sich die Polizei dir mühe macht?

Angenommen ich begehe im Netz eine Straftat
(was das auch immer sein kann)
ich surfe aber über Anonymizer.com
sind die verpflichtet ihre Daten an die Polizei weiterzugeben,
bzw. speichern die die nötigen Daten überhaupt?

im normalfall wäre der jeweilige anbieter verpflichtet, entsprechend gespeicherte daten herauszugeben! und ja, die daten werden gespeichert! wie lange ist unterschiedlich. verschiedene gerüchte sagen sogar,daß derartige seiten meistens von geheimdiensten initiiert werden … sie hierzu auch diskusion in spotlight.de - evtl schon im archiv.

Wie heftig muss die Straftat sein,
damit sich die Polizei dir mühe macht?

kommt ganz darauf an!
Daniel

Und was habe ich dann von diesen tollen Anonymizern?

tsts…
der „gläserne user“ is doch längst realität. wenn jemand glaubt, sich durch einwahl über nen „anonymizer“ verstecken zu können, dann isser eben auf diesen marketingtechnisch gesehen geschickt gewählten namen reingefallen :wink:

„was hab ich denn dann von diesem anonymizer?“ ??? es kann doch keinen dienst geben, der die aktivitäten seiner benutzer selbst bei ner straftat geheimhält! dieser dienst würd sich selber strafbar machen und wär ein sicherer tummelplatz für internet-kriminalität.

wennst gefahrlos verbotenen sachen haben/machen willst, wär die sicherste möglichkeit, du wirst selbst provider. die logfiles müßten halt dann mal durch nen zufälligen plattencrash verlorengehen.

gruß

michael

Angenommen ich begehe im Netz eine Straftat
(was das auch immer sein kann)
ich surfe aber über Anonymizer.com,
sind die verpflichtet ihre Daten an die Polizei weiterzugeben,
bzw. speichern die die nötigen Daten überhaupt?

Hi Julian
bis jetzt wurden die Daten 80 Tage gespeichert, der Bundesrat hat soeben beschlossen, daß demnächst 6 Monate gespeichert wird.
Gruß
Rainer

Und was habe ich dann von diesen tollen Anonymizern?

Auf den ersten Blick nur, daß du bei den weiteren seiten die du besuchst nicht mit deiner original ip (die ja auf deinen Provider oder dich selbst zeigt) unterwegs bist. unmöglich auf dich zurückzukommen ist es jedoch aus o.g. gründen keinesfalls!

Daniel

Wenn ich mir so die Antworten ansehe, dann scheinen viele das Angebot von Anonymizer.com nicht zu kennen. Wenn die Theorie stimmt, was der Anbieter verspricht, dann ist es nicht möglich, Dich zu ermitteln. Wobei das Gerücht existiert, daß der CIA selbst Anbieter von anonymizer.com sein soll bzw. einen Zugang dazu hat.

Da ich mich etwas intensiver mit Datenschutz befasse, habe ich mich auf verschiedenen homepages über das o.a. Angebot mal informiert. Dieser Anbieter, es gibt noch weitere, wie zB http://proxy.spaceproxy.com, schalten sich zwischen der IP-Nummer, die Du fürs surfen von Deinem Provider zugeteilt bekommen hast und der url ein, die Du anwählst. Der Provider bekommt also, soweit ich das bislang kapiert habe, als Rückmeldung, die Info daß Du mit anonymizer surfst, aber nicht einen Hinweis, was Du ansiehst.

Wenn nun ein ganz Schlauer daraus die Schlüsse zieht, Du hast was angesehen, was „verboten“ ist, dann könnte theoretisch eine Hausdurchsuchung anstehen. Doch dazu bedarf es einer richterlichen Anordnung und die bekommt ein Staatsanwalt nur dann, wenn er dem Richter gegenüber begründen kann, daß Du böse Sachen angesehen hast. Er braucht also mehr als nur einen schwachen Verdacht!

Was ich nicht weiß, welche Möglichkeiten die Polizei u.ä. hat, auf den diversen kriminellen homepages die Daten der Surfer abzugreifen. So wurde in der Presse kürzlich bekannt, daß ein Kinderpornoanbieter (gehostet bei T-Online, was schon eine Frechheit, daß die gepennt haben und nicht gleich ein solches Angebot unterbunden haben) seinen Schund dort zum Angucken zur Verfügung stellte. Die Polizei hat T-Online dazu gebracht, daß das Angebot noch einige Zeit online blieb, damit die surfer ermittelt werden können (rund 500.000 Leute haben sich die Bilder angesehen, lt. den Infos in den online-Nachrichten von IWT und SPIEGEL). Diese Leute müssen nun mit einer Strafanzeige rechnen. Inwieweit nun auch Leute ermittelt werden können, die über anonymizer o.ä. dort surften, weiß ich nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, daß es Möglichkeiten gibt, diese Leute zu ermitteln. Diese Tricks werden natürlich nicht veröffentlicht.

Übrigens, ich verwende diese anonymen Angebote sehr selten. Mich nerven nämlich die vielen Werbebanner und die verzögerte Antwortszeit beim Aufruf der Seiten. Zudem bekommst du, außer bei einer Standleitung, regelmäßig eine andere IP-Nummer. Darum kann zB ein US-Pornoanbieter Dich nicht so ohne weiteres, anhand der IP-Nummer, „ermitteln“ und Dich mit Spams beglücken. In einigen newsletters machte man sich mal Gedanken, ob man bei der Anwahl von einer homepage von Microsoft diesen Dienst nutzen soll. Immer wieder wird geschrieben, daß man dort recht genau „verfolgt“ wird, was man sich ansieht. Erst kürzlich ging eine Nachricht (aus USA) um die Welt, daß MS ein Bewegungsprofil ihrer Kunden anlegt.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Provider oder dich selbst zeigt) unterwegs bist. unmöglich auf
dich zurückzukommen ist es jedoch aus o.g. gründen
keinesfalls!

Hallo Daniel,

unmöglich ist es in der Tat nicht. Aber fast unmöglich wenn Du einen anoymen Proxy z.B. in den USA oder Taiwan nutzt.
Da hätten die deutschen „Sicherheitsbehörden“ wohl echte Probleme um an die Daten zu kommen…:wink:

cu Hauser

In der aktuellen Ausgabe von PcGo 11/2000 sind auf Seite 104 noch weitere Möglichkeiten zum anonymizer aufgeführt.