Lese-Rechtschreib-Schwäche bei Ausländer

Von: , Frage gestellt am So, 1. Feb 2004

Hallo,
ich hoffe hier einige pädagisch erfahrene Leute zu treffen die mir helfen können.

Mein Mann ist aus Nigeria. Er lebt zwar schon seit ca. 7 Jahren hier kann jedoch nur schlecht deutsch. Dies ist jedoch nicht mein jetziges Anliegen.
Mein Mann hat selbst im Englischen so starke Probleme, daß ich dies der hier bekannten Lese-Rechtschreib-Schwäche eindeutig zuordnen würde (hatte eine deutsche Bekannte mit diesem "Problem" und mein Mann zeigt genau die gleichen "Symptome").

So liest er sehr schlecht und er versucht schreiben zu vermeiden und wenn er es doch tut, dann ist KEIN einziges Wort richtig geschrieben. Er hatte eine normale Schulbidung; (fast) alle seine Geschwister haben studiert bzw. zeigen nicht diese Probleme. Seiner Familie scheint es bekannt zu sein, aber sie erklären es sich halt mit: nicht jeder hat das Talent gut schreiben und lesen zu können...

Ich würde gerne wissen, ob es irgendwelche Hilfe in Deutschland für Ausländer mit diesem "Problem" gibt.

Danke.

Nette Grüße
Faina

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: Lese-Rechtschreib-Schwäche bei Ausländer

    Hallo Faina, Mein Mann ist aus Nigeria. Er lebt zwar schon seit ca. 7
    Jahren hier kann jedoch nur schlecht deutsch.
    Hat er irgendwelche Kurse besucht? Oder hat er versucht, es so - übers Hören - zu lernen? - Deutsch ist eine ziemlich komplizierte Sprache und komplett anders strukturiert als afrikanische Sprachen. Zwar sollte man nach 7 Jahren ein wenig Sprachkenntnisse erwarten, aber es ist tatsächlich für viele Menschen nicht so einfach...
    (Zumal man mit Englisch meiner Erfahrung nach weit kommen kann...) Mein Mann hat selbst im Englischen so starke Probleme, daß ich
    dies der hier bekannten Lese-Rechtschreib-Schwäche eindeutig
    zuordnen würde (...)
    Ich würde gerne wissen, ob es irgendwelche Hilfe in
    Deutschland für Ausländer mit diesem "Problem" gibt.
    Es gibt in großen Städten häufiger kombinierte Alphabetisierungs- und Sprachkurse. Das ist zwar nicht ganz dasselbe wie Lese-Rechtschreib-Förder-Kurse, aber wenn ihr nicht zu eineR PrivatlehrerIn gehen wollt, wäre dies vielleicht eine Möglichkeit. (Es kommt darauf an, wo ihr wohnt).
    Nicht unwesentlich dabei ist allerdings das Engagement Deines Mannes. Wenn er schon so viel negative Erfahrungen gemacht hat mit Schreiben, wie motiviert ist er, es (richtig) zu lernen?
    (Ich schreibe dies nicht, weil ich mangelndes Interesse vermute, ich bin als Sonderpädagogin in der Lese-Rechtschreibförderung tätig und bin oft mit KINDERN konfrontiert, die oft schon völlig frustriert sind... - Dementsprechend schwieriger ist es dann, den Frust abzubauen, damit sie wieder an sich glauben können...)

    Ich wünsche Dir/Euch viel Glück und noch viele hilfreiche Antworten,
    Grüße von Matuja

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Lese-Rechtschreib-Schwäche bei Ausländer

      Hallo Matuja, Hat er irgendwelche Kurse besucht? Oder hat er versucht, es so
      - übers Hören - zu lernen? - Deutsch ist eine ziemlich
      komplizierte Sprache und komplett anders strukturiert als
      afrikanische Sprachen. Zwar sollte man nach 7 Jahren ein wenig
      Sprachkenntnisse erwarten, aber es ist tatsächlich für viele
      Menschen nicht so einfach...
      (Zumal man mit Englisch meiner Erfahrung nach weit kommen
      kann...)
      Er hatte mal, ganz am Anfang einen Deutschkurs besucht. Damals stellte ich schon fest, daß es ihm überdurchschnittlich schwer fiel. Meiner Erinnerung nach hat er diesen auch nicht mehr zu Ende gemacht.
      Ich gebe zu, was das Deutschlernen betrifft, bin ich - trotz vorher gut gefaßter Vorsätze - nicht ganz unschuldig. Wir sprechen meistens englisch.

      Seit einigen Wochen will mein Mann jedoch von sich aus Deutsch lernen, da es ihn in seiner Arbeit (er ist selbständig und hat seit kurzem nicht nur zu englischsprechenden Geschäftspartnern Kontakt) doch sehr behindert. Es gibt in großen Städten häufiger kombinierte
      Alphabetisierungs- und Sprachkurse. Das ist zwar nicht ganz
      dasselbe wie Lese-Rechtschreib-Förder-Kurse, aber wenn ihr
      nicht zu eineR PrivatlehrerIn gehen wollt, wäre dies
      vielleicht eine Möglichkeit. (Es kommt darauf an, wo ihr
      wohnt).
      Nicht unwesentlich dabei ist allerdings das Engagement Deines
      Mannes. Wenn er schon so viel negative Erfahrungen gemacht hat
      mit Schreiben, wie motiviert ist er, es (richtig) zu lernen?
      (Ich schreibe dies nicht, weil ich mangelndes Interesse
      vermute, ich bin als Sonderpädagogin in der
      Lese-Rechtschreibförderung tätig und bin oft mit KINDERN
      konfrontiert, die oft schon völlig frustriert sind... -
      Dementsprechend schwieriger ist es dann, den Frust abzubauen,
      damit sie wieder an sich glauben können...)
      Dies trifft die Sache im Kern. Bei dem damaligen Deutschkurs (im Deutsch-Heft war übrigens auch kein einziges Wort richtig geschrieben) habe ich versucht mit ihm zu lernen. Nach einigen Minuten war er völlig überfordert und verhielt sich wie ein bockiges (nicht böse gemeint) Kind. Ich war damit auch völlig überfordert, weil ich damals das Problem der L-S-Schwäche noch nicht richtig einordnen konnte.
      Mittlerweile ist ihm auch bewußt (durch mein vorsichtiges Zutun), daß er ein Problem beim Schreiben hat. Vorher hatte er es immer mit Entschuldigungen "verleugnet" (z. B. es liegt nur daran, daß ich schon lange nichts mehr geschrieben habe etc.)
      Deshalb versuche ich jetzt die Gelegenheit zu nutzen, solange er es sebst will. Ich wünsche Dir/Euch viel Glück und noch viele hilfreiche
      Antworten,
      Grüße von Matuja
      Danke, das hoffe ich auch.

      Nette Grüße

      Faina

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