Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

Von: , Frage gestellt am Do, 15. Jun 2000

Wer kann uns Tipps geben.
Wir sprechen beide perfekt deutsch und auch die 'Fremdsprache'.



Danke!!!


Gruß


Caro

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

    Am besten klappt es, wenn jeder konsequent eine Sprache mit dem Kind spricht, so dass es nicht verwirrt wird.

    Beatrix
    http://www.belzig-online.de

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

      Am besten klappt es, wenn jeder konsequent eine Sprache mit
      dem Kind spricht, so dass es nicht verwirrt wird.
      Das ist vielleicht ein bisschen sehr einfach gedacht. Warum gibt es zu diesem Thema dann so viel Literatur? Ich würde mich in diesem Fall mal in einer gutsortierten (Fach-)Buchhandlung beraten lassen, und ein Gang zu einer Logopädischen Praxis wäre vielleicht auch nicht verkehrt.
      HOFee

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

      Seh ich genauso wie Beatrix (und das ist der Rat einer Sprachheilpädagogin...! :0)) )

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

        Seh ich genauso wie Beatrix (und das ist der Rat einer
        Sprachheilpädagogin...! :0)) )
        Bäh, ist meine Freundin auch! ;-)
        Habe mich gerade am Frühstückstisch noch mit ihr darüber unterhalten, und sie sieht es eben auch nicht so wie Beatrix. Ich meine, so ein Kind wächst ja nicht im luftleeren Raum auf. Wie sollen sich denn die Eltern in Anwesenheit des Kindes unterhalten?
        Ich denke, es ist vor allem wichtig, sich bis zu einem gewissen Alter (4-5 Jahre?) erst einmal auf eine Sprache zu konzentrieren (das ist es ja vielleicht auch, was Beatrix und Momo meinen!?).
        Habe vor Jahren mal eine ähnliche Situation in meinem Bekanntenkreis mitbekommen. Ich weiss nur, dass die Eltern vorher einige Bücher zu dem Thema gewälzt haben. Habe leider keine Ahnung, wie es dem Kind ergangen ist.
        Ist auf jeden Fall ein ganz schön heikles Thema, über dass es sich im Vorfeld nachzudenken lohnt, wenn man verhindern will, dass das Kind am Ende keine der Sprachen wirklich richtig in Wort und Bild beherrscht (kenne da selber ein paar Beispiele).
        Vielleicht versuchst Du es ja wirklich mal bei einem Logopäden/Sprachheilpädagogen. Auf der Seite http://www.sprachheilpaedagogik.de/ gibt es ein Fragenforum, wo sich möglicherweise jemand etwas fundierter dazu äussern kann (im Moment wird die Seite allerdings umgebaut und ist daher lahmgelegt).
        HOFee

        • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
          Re^4: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

          Habe mich gerade am Frühstückstisch noch mit ihr darüber
          unterhalten, und sie sieht es eben auch nicht so wie Beatrix.
          Ich sehe es aber auch so. Ich meine, so ein Kind wächst ja nicht im luftleeren Raum auf.
          Wie sollen sich denn die Eltern in Anwesenheit des Kindes
          unterhalten?
          So, wie sie es auch sonst tun. Die Kinder haben in der Regel durchaus kein Problem damit. Ich denke, es ist vor allem wichtig, sich bis zu einem
          gewissen Alter (4-5 Jahre?) erst einmal auf eine Sprache zu
          konzentrieren (das ist es ja vielleicht auch, was Beatrix und
          Momo meinen!?).
          Ganz bestimmt nicht! Unser Älterer hat im ersten Lebensjahr nur Deutsch gehört, danach dann deutsch und französisch gemischt. Und das sogar von uns: entgegen den Empfehlungen (die ich in der Regel unterstütze), daß jedes Elternteil nur in einer Sprache sprechen sollte, haben wir beide mit ihm deutsch und französisch gesprochen. Liegt daran, daß wir beide Deutsche sind, aber in Frankreich wohnten.
          Und siehe da: Er hat keine Probleme gehabt, die Sprachen auseinanderzuhalten. Sein Deutsch ist natürlich besser als sein Französisch, aber er kommt mit beidem klar und kann sie problemlos unterscheiden. Habe vor Jahren mal eine ähnliche Situation in meinem
          Bekanntenkreis mitbekommen. Ich weiss nur, dass die Eltern
          vorher einige Bücher zu dem Thema gewälzt haben.
          Haben wir nicht. Vielleicht klappte es deshalb? Ist auf jeden Fall ein ganz schön heikles Thema, über dass es
          sich im Vorfeld nachzudenken lohnt, wenn man verhindern will,
          dass das Kind am Ende keine der Sprachen wirklich richtig in
          Wort und Bild beherrscht (kenne da selber ein paar Beispiele).
          Ich kenne noch mehr Kinder, die zweisprachig erzogen wurden, aber bei keinem gab es da Probleme in dieser Hinsicht.

          Gruß, Kubi

  2. Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
    Re: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

    Hi Caro,

    leider kann ich Dir nur ein Beispiel geben, das mich damals allerdings ziemlich beeindruckt hat:

    Der Vater ist Franzose, die Mutter Deutsche, die Familie lebt in Frankreich und die Eltern sprechen Englisch (nicht SO besonders gutes E.) miteinander. Der Sohn war 3 Jahre alt und sprach mit beiden Eltern in der jeweiligen Muttersprache (so wie die beiden halt auch mit ihm sprachen). Die Mutter erzaehlte mir, dass er NIE die Sprachen durcheinander bringt (und z.B. den Vater auf Deutsch anspricht). Der Knirps war ein aufgewecktes froehliches Kind, dem es ganz offensichtlich gut ging.

    Wie's jetzt geht, weiss ich nicht, weil ich die Familie aus den Augen verloren habe, aber sie schienen es "richtig" zu machen und so werde ich es auch mit etwaigem Nachwuchs halten (mein Freund ist Ire, ich bin Deutsche).

    liebe Gruesse,
    Astrid

  3. Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
    Re: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

    Hi!
    Ich habe Carolin schon privat gemailt, aber die Antworten hier veranlassen mich, doch mich noch mal "öffentlich" zu äußern.

    Zweisprachig zu sein ist doch keine Krankheit. Natürlich kann man was falsch machen - wie man immer in der Erziehung von Kindern Fehler machen kann. (Z.B. eine Bekannte und der Vater ihrer beiden Kinder (sie spanisch- er englisch-sprachig, beide mit den Kindern in Deutschland lebend) haben mit dem ersten Kind zunächst beide alle drei Sprachen gesprochen. Das Ergebnis, der Junge ist heute 8, war bei dem Jungen ein ziemlicher Sprach-Mischmasch und Schwierigkeiten in der Schule, obwohl er eigentlich recht pfiffig ist. Seine jüngere Schwester ist dagegen mit spanisch (durch die Mutter) und deutsch (durch die Umgebung) großgeworden und hat die Probleme des Bruders nicht.)

    Zweisprachig aufzuwachsen ist doch zunächst mal für den "Betroffenen" eine ganz große Chance. (Hier spricht eine (indirekt) Betroffene versteht sich! s.u.) Nie wieder lernen Kinder eine Sprache (in der Theorie) so leicht wie unterhalb des 5. Lebensjahres (das ist wissenschaftlich erwiesen.)

    Man sollte sich bei den Büchern und den wissenschaftlichen Theorien allerdings vorsehen, je älter sie sind, desto mehr gehen sie in die Richtung, daß Zweisprachigkeit nur negative Auswirkungen hat (das Kind lernt keine Sprache richtig, das Kind wird irr(e), auch im Sinne von verrückt, weil in seiner Persönlichkeit gespalten etc.). Und das ist so pauschal einfach nicht wahr! Um nicht zu sagen völliger Quatsch!

    Gut gefallen hat mir das Buch Zweisprachige Kindererziehung von Joachim Kielhöfer, weil es sehr praktisch orientiert ist und viele Beispiele enthält (z.B. wer welche Sprache vertritt in welcher Situation), preiswert ist es obendrein und nicht so wissenschaftlich formuliert. Wenn man wirklich gewillt ist, seine Kinder zweisprachig zu erziehen, sollte man sich dieses auf den Nachttisch legen (und gelegentlich reinschauen).

    Aus eigener Erfahrung (wir erziehen zwei Jungen (9 und 3) zweisprachig (dt./frz.))weiß ich, daß eine Sprache die starke und die andere die schwächere ist. Normalerweise ist es also nicht zu erreichen, daß beide Sprachen auf demselben Niveau stehen. Alles hängt davon ab, wer die Umgebungssprache spricht (Vater oder Mutter. Spricht der Vater die Umgebungssprache ist der Unterschied zwischen den Sprachen geringer (weil i.a. die Mutter in den ersten Lebensjahren mehr mit dem Kind zusammen ist und den Gegenpol zur Umgebungssprache aufrecht erhalten kann), als wenn (wie bei uns) der Vater die fremde Sprache spricht (weil dann normalerweise der "Input" in der fremden Sprache sehr viel geringer ausfällt - was der Vater natürlich zum Teil auffangen kann, je nachdem, wieviel er sich mit dem Kind (in seiner Sprache) beschäftigt).

    Wichtig ist die eine Person - eine Sprache - Vorgabe. An die sollte man sich (je kleiner die Kinder, desto weniger Ausnahmen) unbedingt halten.

    Meine beiden Jungen sind jedenfalls bisher so aufgewachsen und schneiden in ihren sprachlichen Fähigkeiten (das Deutsche betreffend) bei jeder U (Kinderarzt) mehr als hervorragend ab. Jeder beglückwünscht uns zu ihrem sprachlichen Ausdrucksvermögen. Unser Ältester ist ein hervorragender Schüler und hat keinerlei Schwierigkeiten in der Schule, die die Lehrerin mit seiner Zweisprachigkeit (die ihr bekannt ist) in Verbindung brächte. Im Gegenteil, gerade Aufsätze etc., wo es auf das sprachliche Ausdrucksvermögen ankommt, fallen ihm leicht (obwohl er sich gar nicht so besonders dafür interessiert).

    Das Französische ist allerdings bei beiden (da mein Mann der ausländische Part ist) vornehmlich beschränkt auf einen passiven Wortschatz. Das hat zum einen halt mit der Tatsache zu tun, daß in ihrem täglichen Leben das Deutsche öfter vorkommt als das Französische. Ist teilweise aber auch Charakterbedingt. Manche Leute sprechen halt gern, auch in ihrer zweiten Sprache, manche Leute sind vorsichtiger, vor allem, wenn sie das Gefühl haben, sie könnten ja wohlmöglich Fehler machen.

    Susanne

  4. Antwort von nach 9 Tagen hilfreich
    Re: Zweisprachige Erziehung von kleinen Kindern.

    Hej!
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung reden. Da ich nur 2 Km von der dänischen Grenze entfernt wohne, bin ich, wie viele andere in dieser Region, auch zweisprachig erzogen wurden. Deutsch und dänisch natürlich. Zu Hause wurde meist deutsch geredet, während im Kindergarten und in der Schule überwiegend dänisch geredet wurde. Ich glaube, dass diese Trennung auch dazu geführt hat, dass wir die Sprachen nicht vermischt haben. Es entstanden höchstens ein paar sogenannte Germanismen bzw. Danismen, d.h. man hat ein Wort direkt übersetzt.
    Ich bin der Meinung, dass es auf jeden Fall ein großer Gewinn ist, zweisprachig aufzuwachsen. Eine Fremdsprache weniger, die man lernen muss. Obwohl ich heute nur sehr wenig dänisch rede, würde ich es nie vergessen. Anders ist es dahingegen mit Englisch, welches ich sogar als Leistungsfach hatte. Aber eine Trennung, welcher Art auch immer, muss, glaube ich, schon da sein, um die Sprachen auseinander zu halten. Diese Trennung kann man natürlich auch künstlich herstellen, wenn es sich nicht aus der Situation heraus ergibt.

  5. Antwort von nach 49 Tagen hilfreich
    Re: Plattdeutsch

    Als ich mit meinen Eltern 1945 vor unseren "Befreiern" aus Ostdeutschland weggelaufen waren und an der Niederelbe landeten, waren wir hochdeutsch sprechenden die reinsten Exoten. Die dörfliche Gesellschaft dort sprach Platt!
    Dann kamen wir in die Schule. Hier mußte plötzlich Hochdeutsch gesprochen werden. Meine Mitschüler bekamen damit Probleme.

    Bald darauf kam das Platt aus der Mode, weil man sich als rückständig und ungebildet outete.
    Die Eltern sprachen fortan mit ihren Kindern Hochdeutsch, damit sie in der Schule keine Probleme haben sollten. So starb das Platt auf den Dörfern fast aus.



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