0 - Bock in der Schule

Von: , Frage gestellt am Di, 7. Dez 2004

Hallo,
ich mache mir Sorgen um unseren Enkel,er geht in die 6.Klasse und hat eine absolute 0-Bock-Stimmung.Er schreibt im Unterricht kaum mit,kann sich folglich auch nicht auf Arbeiten ectr. vorbereiten,hasst Hausaufgaben und versucht durch Schwindeleien schlechte Noten usw. zu vertuschen.
Dabei ist er durchschnittlich intelligent,lebt in einem aufgeschlossenen Umfeld,ist freundlich und kontaktbereit,eigentlich kein Sorgenkind und scheint mit sich zufrieden zu sein
Wo könnten wir ev. Hilfe finden??

Ingrid

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 55 Minuten 0 hilfreich
    Re: 0 - Bock in der Schule

    Hallo Ingrid
    Rede doch mal mit dem Lehrer oder besser, der Schüler selber sollte mit dem Lehrer reden. Wenn Dein Enkel allerdings kein Interesse an einer Änderung der Situation hat dann solltest Du Dich auch nicht einmischen. Er muß dann eigene Erfahrung sammeln, auch wenn sie negativ sind; vielleicht auch gerade deshalb. Es hat keinen Zweck, bei einem Schüler Verhalten in Gang zu setzen das nicht seiner Überzeugung entspricht. Dann bekommt man nur etwas vorgeheuchelt. Das Resultat siehst Du gerade.
    mfg Rolf

    • Antwort von nach 4 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: 0 - Bock in der Schule

      naja, nicht einmischen ist auch keine gute idee. dann bekommt man in ein paar jahren, wenn der bub wegen mangelhafter leistungen von der schule geflogen ist, zu hören, dass man nicht versucht hat ihm zu helfen.
      in der 6. klasse ist man so 12 jahre rum alt. das ist nunmal ein schwieriges alter in dem man oft keinen bock auf irgendwas hat. aber bestimmt ist er mit seiner situation in der schule selbst auch nicht zufrieden und würde gerne etwas daran ändern. man sollte vielleicht mal einen termin mit dem klassenlehrer vereinbaren und ihn dahin mitnehmen um zu versuchen herauszufinden warum er so wenig motiviert ist. ich weis nicht, aber vielleicht sollte man auch einfach mal streng sein und ihn dazu "zwingen" hausaufgaben zu machen und zu lernen. jedenfalls tut man ihm keinen gefallen wenn man ihn einfach machen lässt wie er will. das was er jetzt in der schule versäumt kann er später nur sehr schwer nachholen; wenn überhaupt. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: 0 - Bock in der Schule

        Hallo Alle !

        vielen Dank für die vielen Reaktionen.Vieles ist uns davon auch schon durch den Kopf gegangen und haben es ausprobiert.
        Wir werden erst mal Weihnachten vorbei lassen und dann eine neue Strategie versuchen.
        Jedenfalls sind wir zu dem Ergebniss gekommen,dass ein ständiger Methodenwechsel nötig ist und Kontrolle,Druck,Verständnis,Kooperation,Lob,Tadel usw.ständig miteinander verbunden werden müssen.

        Danke !
        Ingrid

  2. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: 0 - Bock in der Schule

    Hi,
    mir sieht das eher nach "hochbegabt" aus.
    Vielleicht sollte er mal einen Intelligenztest beim Schulpsychologen machen (nur dort). Auch wenn er daraufhin nicht hochbegabt sein sollte, könnte der Test an sich schon ein Startpunkt für Verbesserung sein.

    Gruss,

    • Antwort von nach 11 Stunden 3 hilfreich
      Re^2: 0 - Bock in der Schule

      mir sieht das eher nach "hochbegabt" aus.
      Vielleicht sollte er mal einen Intelligenztest beim
      Schulpsychologen machen (nur dort). Auch wenn er daraufhin
      nicht hochbegabt sein sollte, könnte der Test an sich schon
      ein Startpunkt für Verbesserung sein.
      Hi,
      na, ich halte es für sehr gewagt aus einem "0-Bock-Benehmen" auf Hochbegabung zu schließen!!! - Ja,ja ich weiß, dass es das gibt. - Aber es kommt nicht so häufig vor. - Das Gegenteil, nämlich Überforderung, könnte auch zur selben Unlust führen!
      Ich denke es ist im Prinzip (leider) "normal", besonders in diesem Alter, Schulfrust und Lernunlust zu entwickeln, zumal es leider oft nicht gelingt, den Schülern die Relevanz des Stoffes (was hat das mit dir zu tun?) nahezubringen. (Soll KEINE Anklage sein, ich halte das für schwierig).Vielleicht könnte ein gezieltes Methodentraining helfen (Stichwort Lernen lernen). Damit kann man Techniken lernen, die Verbindung zwischen Lerninhalten und Lernenden herzustellen und das Lernen ökonomischer zu gestalten, so dass es nicht mehr so ein "Berg" ist, den man ja doch nicht bewältigt und darum lieber nicht angeht.
      Gespräche mit allen Beteiligten sind gut, aber ich vermute, dass zusätzlich noch ein Anstoß, etwas Handfestes, folgen sollte (Unterstützung beim Lernen, um Methoden zu verbessern z.B.)
      Vielleicht hilft´s ja...
      Gruß, Matuja

    • Antwort von nach 11 Stunden 3 hilfreich
      Re^2: 0 - Bock in der Schule

      Hallo Helge, mir sieht das eher nach "hochbegabt" aus.
      Gerade solche Aussagen, die aufgrund sehr wenig
      Informationen, gleich Hochbegabung ins Spiel bringen,
      ist diese Diagnose so verpoent. Es geht einfach nicht
      an, bei jedem Nicht-100%ig-Funktionieren Hochbegabung
      (oder alternativ ADS/ADHS) zu schreien. Damit tut man
      weder dem akut Betroffenen noch allen wirklichen hoch-
      begabten Kinder absolut keinen Gefallen.

      Gruesse
      Elke

  3. Antwort von nach 12 Stunden 2 hilfreich
    Re: 0 - Bock in der Schule

    Hallo,

    erstmal: ich kann dich verstehen, meine Jungs sind
    12 und 13 und was du schreibst, klingt bekannt.
    Andere Eltern aus der Klasse meiner Jungs berichten
    aehnliches. Es scheint also wirklich auch mit dem
    Alter zu tun zu haben.

    Meine erste Frage waere mal, in welchem Verhaeltnis
    du mit deinem Enkel stehst (bist du manchmal-besuchende-
    Grossmutter, Grossmutter-und-teilweise-Betreuer, lebt
    er in der Naehe oder lebt er bei dir, wo sind die Eltern,
    machen die sich auch Gedanken)? U.U. waere deine
    Anlaufstelle dann nicht der Lehrer, sondern erstmal
    die Eltern.

    Aber dann: Problemdefinition. Herauskriegen, wo's haengt
    und warum's haengt. Schulische Gruende oder ausserschulische
    Gruende? Schlechtes Selbstwertgefuehl? Wenn ja,
    warum (Ueberforderung oder ausserschulische Gruende oder ...)?

    Und dann kommt der naechste Schritt, naemlich Ideen
    zu finden, wie man es aendern kann. Matujas Anregungen
    gehen da IMO in die richtige Richtung: gezielte Foerderung,
    eventuell Lernen lernen usw.

    Ein aktives Interesse an seiner Schule nehmen. Wenn die
    unausgesprochenen Signale der Umwelt sind: Schule interessiert
    mich nicht, die Lehrer sind sowieso unfaehig/faul (vielleicht
    nie ueber die eigentlichen Lehrer gesprochen, sondern nur so
    im Allgemeinen), dann ist es verstaendlich, dass von seiten
    des Jungen 0 Interesse kommt. Wenn die Eltern/das Umfeld
    vermitteln, dass Schule wichtig ist (nicht mit Schimpfen und
    Forderung, sondern mit wirklichem Interesse, faengt an bei
    Elternabenden, Interesse in den Hausaufgaben), dann merkt
    er, Schule ist nicht nur etwas, was man halt aushalten muss,
    bevor das eigentliche Leben anfaengt.

    Gibt es was, wo er wirklich gut ist (oder im Moment: besser
    als in den anderen Faechern)? Dann da angreifen, sich interessieren,
    mitmachen. Nichts ist so motivierend wie Erfolgserlebnisse.
    Vielleicht kann man ein besonderes Projekt machen, dass nur
    bedingt mit Schulstoff zu tun hat (und den Lehrer einspannen:
    vielleicht kann dieses Projekt dann der Klasse vorgestellt
    werden, oder vielleicht nur dem Lehrer selbst, wenn z.B.
    Schuechternheit bzw. Angst vor einer Gruppe zu sprechen dazu-
    kommt).

    Das alles sollte mit ziemlicher Kontrolle kombiniert sein.
    Hier ist Fingerspitzengefuehl gefragt: zuviel Kontrolle kann
    ins Auge gehen. Aber schleifen lassen, "eigene Erfahrungen"
    sammeln, das hat El Borbah schon angesprochen, kann noch
    schlimmer ins Auge gehen. Man sollte zumindest immer darauf
    achten, dass kein zu grosses Loch im Lehrstoff entsteht,
    sonst kommt er nur in einen Teufelskreis, der immer schwieriger
    zu durchbrechen ist.

    Ums kurz zusammenzufassen: einkreisen, wo das Problem ist,
    konkrete Hilfe dort anbieten, fuer Erfolgserlebnisse sorgen.

    Ach fast haette ich's vergessen: keine Wunder erwarten.

    Viel Glueck,
    Gruesse
    Elke

  4. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: 0 - Bock in der Schule

    Hallo Ingrid,

    ich kann mich noch gut an meine eigene Schulzeit erinnern, und in diesem Alter war mir wirklich alles total egal!!! Vor allem auf die Nerven gingen mir Erwachsenensprüche wie "Du lernst nicht für uns, sondern für DEIN Leben!" - Alles nur wie Konfetti bei mir angekommen.

    Heute bin ich selber Mutter eines 11-Jährigen, und auch, wenn er (noch) nicht in diese Phase eingetreten zu sein scheint, bange ich ihr trotzdem entgegen...

    Ich glaube, ich würde zunächst einmal einen Familienrat einberufen! Der Junge soll merken, dass er wichtig ist, dass es keinem Familienmitglied egal ist, ob er eine gute oder eine schlechte Note schreibt und dass er ein vollwertiges Mitglied einer Gemeinschaft ist, die nicht mehr richtig funktioniert, sobald ein Rädchen kaputt geht.

    Bei diesem Gespräch sollen keine doofen Vorwürfe gemacht werden, sondern jeder wirft erst einmal seine Meinung "in den Topf". So hat er auch Gelegenheit, mal Dinge anzusprechen (und zwar ohne Sanktionen), die ihm nicht passen.

    Und dann würde ich erst einmal reflektieren, was die wahren Ursachen sind. Man kann zwar sehr viel auf die Hormone schieben, aber auch nicht alles.

    Liebe Grüße
    Jana

  5. Antwort von nach 21 Stunden 2 hilfreich
    Re: 0 - Bock in der Schule

    Hallo Ingrid,
    als Lehrer kann ich dich nur dringend warnen: 6. Schuljahr und Null Bock ist viel zu früh.
    Es kommt aber auch sehr auf den Schultyp an. Aus dem Wenigen was du schreibst entnehme ich einfach mal, dass er keine Gesamtschule besucht, ich tippe auf Gymnasium oder Realschule.

    Was tun? Hört sich blöde an, ist aber das beste Mittel: Druck, aber massiv. Denn wenn er jetzt schlampt, kann er seine schulische Zukunft vergessen. Wie will er z.B. die Defizite in Englisch jemals aufholen?

    Was wir machen: Problemschüler müssen auf einer DinA4 Seite ihren Stundenplan aufschreiben und am Ende jeder Stunde zum Fachlehrer gehen und sich von ihm eine Beurteilung einholen (klar, zuerst Absprache KL mit Eltern, dann KL mit Fachlehrern - auf unserer GS kein Problem). Das Tolle: selbst noch in Klasse 9 funktioniert das. Wenn die Eltern mitarbeiten.
    Und die SchülerInnen haben Freude daran, wenn die positiven Kommentare immer häufiger werden. Durchhalten muss man diese Massnahme aber mindestens 2 Monate oder länger.

    Hoffe, etwas geholfen zu haben.
    MFG
    Karsten



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