Re^4: Anspruch des Schülers auf körperliche Unvers
Also Maid, mit Verlaub
Nun, ich kenne mich nicht aus, kann mir aber doch gut
vorstellen, daß es einen klaren ( - und möglicherweise auch
einklagbaren -) schulpädagogischen Ansatz gibt, der darauf
abzielt, wenigstens die Situation örtlicher Isolation bei den
Kindern wenn irgend möglich zu vermeiden. Es kann ja doch kein
Zufall sein, daß sich die einzelnen Klassen i.d. Regel
ausnahmslos aus ALLEN Schülern der jeweiligen Ortschaften
einer bestimmten Region zusammensetzen.
Das ist ein eher praktischer Ansatz, der was mit
Schulorganisation zu tun hat, weniger mit einem pädagogischen
Ansprüchen. Und selbst wenn, dann kann man aus einer solch
üblichen Praxis noch lange keine juristischen Ansprüche
herleiten.
- woher weißt du das ???
Wer wollte sich auch anmaßen, bei jungen Menschen in diesem
Alter schon jenen Grad an charakterlicher Reife und
Selbstbewusstsein als selbstverständlich vorauszusetzen,
welche dazu nötig sind, um mit solch einer Situation
einigermassen unbeeindruckt und verantwortlich umzugehen.
Wenn es wäre, wie Du sagst, dann dürfte es überhaupt keine
Aufteilung in weiterführende Schulen geben.
Also bitte - wenn es eben nur einen Schüler eines Jahrganges im Dorf gibt, welcher z.B. auf's Gymnasium wechselt, wird er in dem Moment notgedrungen mit dieser Situation umgehen müßen.
Und...vergiss das
bitte nicht...dann wären Eltern, die ihren Kindern
Schulwechsel zumuten geradezu fahrlässig.
Ich würde mich mit meiner Tochter oder meinem Sohn jedenfalls im Vorfeld darüber unterhalten und wissen wollen, wie er/sie darüber denkt bzw. sich dabei fühlt.
Oder nicht?
Insbesondere in größeren Städten ist es sowieso nicht gegeben,
dass Kinder in geschlossenen Gruppen die Einrichtungen
wechseln. Da teilen sich die Kiddies nach der vierten, oder
aber sechsten Klasse, in bis zu 7-8 weiterführende Schulen
auf, je nachdem, wie die Eltern das entscheiden. Zwar werden
auch dort i.d.R. die Klassen nach den Ausgangschulen
eingeteilt, aber wegen der Klassenstärken geht das nie genau
auf und wenn nur zwei Kinder aus einer Klasse in eine neue
Klasse kommen, die sich alle schon kennen, kann das ebenso
negativ sein. Es ist müßig da allgemeingütlige Regeln
aufstellen zu wollen.
Die Familie lebt nicht in der Stadt! Hier auf dem Land sind die Entfernungen mitunter weitaus größer und parallel dazu die öffentliche Verkehrsanbindung unverhältnismäßig viel schlechter. Womöglich hat das Gruppenzugehörigkeitsgefühl in dem Alter für den einen oder die andere daher hier in der Provinz auch eine etwas andere Bedeutung - weiß ich aber nicht.
Kinder verkraften normalerweise solche Schulwechsel aber ganz
gut.
Normalerweise ... - WOHER WEISST DU DAS - kennst du alle ???
Es geht mir mehr um
die Ansicht, mit Anwälten könne man seinem Kind alle Steine
aus dem Weg räumen.
So, hier kommen wir denn endlich wieder auf's Thema:
Es geht auch gar nicht um "alle Steine". Es geht ausschließlich darum, daß dem Kind ohne hinreichende Begründung ( - sprich: ohne Not ! )nicht die GLEICHEN PRAKTISCHEN GRUNDVORAUSSETZUNGEN gewährt werden, wie sie für ALLE ANDEREN in seiner Umgebung SELBSTVERSTÄNDLICH sind und das in diesem und vorläufig NUR diesem Zusammenhang größere Probleme geäußert werden. Dies zu tun ist m.E. nach völlig legitim und die Umstände wenn irgend möglich zu ändern. Sollten sich die Probleme unter entsprechend veränderten Bedingungen nicht bessern, wird man diese Situation dann ggf. neu betrachten müssen. Meine Frage bezog sich darauf, ob bzw. wie diese Situation herzustellen sei und nicht amateurpsychologisch daherzuspekulieren, ob, wie oder was mit dem Mädchen bzw. der Familie oder der Erziehung nicht stimmen könnte.
Meine Erklärung nicht schlüssig? Kann sie nicht sein, weil ich
natürlich nur die Fakten kenne, die Du uns bechreibst. Da
fehlt z.B. auch eine Erklärung, wieso und unter welchen
Umständen denn überhaupt die ganzen Umschulungen nötig waren.
Man kann nicht im Ernst glauben, dass die ohne Folgen für das
Mädel geblieben sind, wenn eine nicht wunschgemäße Klasse
solch extreme Auswirkungen haben soll.
Wer sagt denn, daß Du etwas glauben sollst ...?
Genau diese Dinge haben mit der Fragestellung vorläufig absolut nichts zu tun und gehen dich, mich oder wen auch immer daher mit Verlaub auch nicht das GERINGSTE an !
Ei Gott, Thomas, es gibt tausend 'Benachteiligungen'. Und es
gibt Telefon! Das Mädel ist 15 Jahre alt, das kann man doch
nicht mehr mit der Einschulung vergleichen. In dem Alter
möchte man längst wiassen, das das Leben nicht immer gerecht
ist. Meine Freundinnen wohnten damals alle nicht in meiner
Ortschaft (ich war nämlich an so einer so genannten
Zubringerschule, wo Kinder aus über 20 vertreuten Orten
beschult wurden.), sondern jeweils 5-10 km
entfernt...erreichbar nur mit dem Rad über sandige Waldwege.
Na und, wir haben trotzdem gemeinsam für die Prüfungen
gelernt, entweder gleich nach der Schule, oder am WE oder eben
nach 5km Kampf durch Sand und Regen. Telefon hatten wir damals
übrigens keins ;-)
Keine Ahnung - heldenhaft - weiß ich nicht .
Unterhalte Dich doch mal mit Deiner Nichte darüber, WARUM sie
eigentlich in der neuen Klasse abgelehnt wird. Doch nicht
explizit, weil sie neu ist oder weil sie aus einer anderen
Ecke kommt. In den Klassen meiner Kinder kommen öfter mal
Neue, die sind max. 14 Tage ein Thema, dann gehören die dazu.
Vielleicht lehnt ja das Kind instinktiv die Klasse ab und gar
nicht umgekehrt? Und dann fragt Euch, ob sie in der 'alten'
Klasse denn willkommen wäre. Gerade so eine per Anwalt
erzwungene Umsetzung kann eine ganz neue Stigmatisierung
hervorrufen.
siehe oben
Und was wird aus Deiner Nichte, wenn sie einen Beruf erlernt?
Muss dann eine Freundin mitgehen und Händchen halten, oder
wie?
Oje ...!
Ich meine, Ihr könnt doch machen was Ihr denkt, vielleicht
hilft es auch ein wenig, aber ich glaube immer noch, dass hier
auf einem Scheinschauplatz gekämpft wird, statt das wirkliche
Übel anzugehen.
...welches Du ja offensichtlich schon längst in Deiner Dir eigenen, untrüglichen Art ausgemacht hast - nun denn ...!
Gruß Maid
Gruß Thomas