Hallo Elke,
natürlich hast du recht - wie es heute wäre, wenn ich nicht im Kiga gewesen wäre, weiß ich nicht, und ich werde es nie erfahren ;o)
Ich beziehe dieses "nicht geschadet" auf die ideologische Seite: Durch den Kindergarten bin ich keineswegs zu einer sozialistischen Persönlichkeit geworden. Natürlich besteht die Gefahr bei "dusseligen" Eltern, dass eine Meinung 1:1 übernommen wird. Es ist kritisches Hinterfragen angesagt. Allerdings bezweifle ich (ohne statistische Werte dafür zu haben), dass es auch nur ein Kind in der DDR gab, welches im Kindergartenalter die Story hinter Erich und seinen Kumpanen verstanden hat. Nein, das war alles ganz 'nett', wie schon gesagt.
Schwerwiegender sehe ich da eine Ideologisierung in der Schulzeit. Man konnte dem Versuch in der DDR kaum ausweichen, aber man kann auch hier (in Form der Eltern o.ä.) sensibilisiert und aufgeklärt werden. Nicht jeder, der mal ein rotes Halstuch trug, ist heute der erklärte Sozialist...
Meine Mama war wie bereits gesagt auch schon zu DDR-Zeiten Kindergärtnerin und war, oh Graus, nicht einmal in der Partei. Die Erzieherinnen wollten mit Kindern arbeiten und sie begleiten und in den seltensten Fällen ein sozialistischen Gedankengut einpflanzen. Wenn ich heutzutage in einen konfessionellen Kindergarten gehe, wird gleiches getan wie in der DDR. Wenn ich als absoluter Atheist nun mein Kind in eine solche Einrichtung schicken müsste, würde ich halt mit ihm darüber reden, mit wem denn die Tanten vor dem Essen ständig reden oder warum die alle ein Kreuz um den Hals tragen. Deshalb gehe ich aber noch lange nicht mit meinem Kind in die Kirche und konvertiere sofort zum Christentum...
Sollte deine Frage, ob mir der Kindergarten im Allgemeinen geschadet hat, gelautet haben, kann ich nur auf umfangreiche empirische Erhebungen hinweisen, die besagen, dass das bemuddeln mehr schadet als eine kompetente Fremdbetreuung. Aber das ist ein anderes Thema...
LG
Lidscha
P.S.: Im Übrigen kann man köroerliche Züchtigung und die Kindergärten der DDR schwerlich miteinander vergleichen. Ersteres habe ich in letzterem nie erfahren müssen.