Mathe...

Von: , Frage gestellt am Do, 2. Jun 2005

Hi zusammen,

bei meinem Interview fürs Lehramt nach den Ferien erwarten mich Tests in Mathe, Englisch und Naturwissenschaften. Nun bin ich ja ein kleiner Streber (ausserdem hab ich bereits Ferien) und hab mir mal angeschaut, was da so auf mich zukommt. Die Tests werden so auf Mittlere Reife (GCSE) Niveau sein.

Ähm...Mathe...ja, ich war ja nie ein Genie in dem Fach...aber erwarte ich zuviel? Laut meinem Prüfungsübungsbuch, das noch von meinem Freund übrig geblieben ist, ist man mit 16 generell zu doof um 26x13 ohne Taschenrechner zu berechnen. Das muss unbedingt auf 30x10 vereinfacht werden, wenn man keinen Taschenrechner besitzt. Und ich hab hier das Buch fürs "Higher Level" zur Hand...also noch nicht mal das für die nicht ganz so schlauen Schüler.
Ist das halbschriftliche bzw. schriftliche Rechnen inzwischen ausgestorben?

Ich hab mich ja schon bei meinem letzten Unterrichtsbesuch in einer 5. Klasse gewundert, warum die meisten Kinder recht verloren auf die Aufgabe geschaut haben, nachdem der Taschenrechner verschwunden war. Das war das "Top Set"...also sowas wie bei uns früher der A-Kurs.
Ist das normal?

Kel

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
    Re: Mathe...

    Hallo Kel,

    ich mal wieder... ;-) Ähm...Mathe...ja, ich war ja nie ein Genie in dem Fach...
    Hast du das in diesem Land nicht mal studiert? *sich dunkel erinner*

    Ich fasse mal ganz kurz meine Meinung zum Thema "Taschenrechner in der Schule" zusammen... Erstens: Bei mir gibt es später die "täglichen Übungen" zum Einprägen der elementaren Rechenfertigkeiten. Und schriftliches Multiplizieren von mehr als zweistelligen Zahlen - also bitte! Das ist Stoff von Klasse 5/6! Und als solchen habe ich es auch im März 2002 noch als Hospitierende erlebt.

    Doch andererseits gibt es da einen gefährlichen Trend: Wir haben die Technik, die Schüler müssen lernen, damit umzugehen, also: TR ab Klasse 5! Doch wenn es wirklich der Technikausbildung dienen würde. Denn meistens bekommt man ein hochkompliziertes Gerät in die Hände, dass auch wirklich ganz tolle Dinge könnte (grafikfähig und so)... Wenn man sie denn auch entsprechend einsetzen würde! An manchen Gymnasien mit entsprechendem "Neue Medien"-Profil gibt es Mathe-LKs, deren Abi-Klausuren dann so ausgelegt sind, dass sie den Graphen nur programmieren müssen, d.h., die Kurvendiskussion vom TR durchführen lassen und dann auf dieser Grundlage eben weiterführend rechnen können.

    Doch der Durchschnitt? Der Taschenrechner dient als Hirnkrücke (machen Mutti und Vati zu Hause ja auch nicht anders) - okay, zugebenermaßen ist es höchst lästig mit Pi als Zahl schriftlich zu rechnen oder Sinustabellen zu nutzen. Aber vor Einführung der reellen Zahlen hat meiner Meinung nach der TR im Matheunterricht nichts zu suchen. Elementare Rechenfertigkeiten gehen ebenso verloren wie der "scharfe Blick", wenn es zum Beispiel um das Kürzen von (Doppel-) Brüchen geht. Und da denkt dann der ein oder andere Schüler, er habe sich "vertippt" (nicht verrechnet!), wenn auf einmal ne ganz "gerade Zahl" rauskommt.

    Was auch immer ich mit meinem Posting eigentlich genau sagen wollte, ich muss dir beipflichten: diese inflationäre Benutzung des TR im Matheunterricht gibt es leider. Doch ich werde versuchen, diesem Trend möglichst entgegen zu wirken... :-)


    Gruß sannah
    (die excel im Matheunterricht der Sek I aber behandeln würde, also nicht ganz "zukunftsblind" ist...)

    • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Mathe...

      Hallo Sannah, Doch andererseits gibt es da einen gefährlichen Trend: An
      manchen Gymnasien mit entsprechendem "Neue Medien"-Profil gibt es
      Mathe-LKs, deren Abi-Klausuren dann so ausgelegt sind, dass sie den
      Graphen nur programmieren müssen, d.h., die Kurvendiskussion vom TR
      durchführen lassen und dann auf dieser Grundlage eben
      weiterführend rechnen können.
      Doch der Durchschnitt? Der Taschenrechner dient als Hirnkrücke
      zugebenermaßen ist es höchst lästig mit Pi als Zahl
      schriftlich zu rechnen oder Sinustabellen zu nutzen. Aber vor
      Einführung der reellen Zahlen hat meiner Meinung nach der TR
      im Matheunterricht nichts zu suchen. Elementare
      Rechenfertigkeiten gehen ebenso verloren wie der "scharfe
      Blick", wenn es zum Beispiel um das Kürzen von (Doppel-)
      Brüchen geht.
      Es geht v.a. das Gefühl für die Mathematik völlig verloren. Ein Abiturient (jetzt Prüfung) konnte mir aus dem Kopf nicht sagen, wie die Kombinationen (WK-re.) als Permutationen geschrieben werden..
      Auch für Fkt.disk. können schnell in die Hose gehen, wenn man nicht mal in der Lage ist, sie mal kurz auf Karo zu skizzieren...

      Ciao maxet. Was auch immer ich mit meinem Posting eigentlich genau sagen
      wollte, ich muss dir beipflichten: diese inflationäre
      Benutzung des TR im Matheunterricht gibt es leider. Doch ich
      werde versuchen, diesem Trend möglichst entgegen zu wirken... -)
      Gruß sannah
      (die excel im Matheunterricht der Sek I aber behandeln würde,
      also nicht ganz "zukunftsblind" ist...)

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Mathe...

        Hallo maxet, Auch für Fkt.disk. können schnell in die Hose gehen, wenn man
        nicht mal in der Lage ist, sie mal kurz auf Karo zu
        skizzieren...
        Da stimme ich dir voll zu - auch einige Mathestudenten kommen in der Analysis-Übung (1./ 2. Sem.) immer mal wieder ins Rudern, wenn sie mal kurz einen Graphen skizzieren sollen.


        Gruß sannah

    • Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Mathe - Beitrag von 'Gehirn und Geist'

      Hallo die Damen und Herren.

      Ein bewusst konservatives Herangehen an die Mathematik (also das im-Kopf-Rechnen und dann auf Papier schreiben von Aufgaben) dient dem besseren Verständnis des Stoffs. Platt gesagt weiss man dann was dahintersteckt (chinesische Kinder werden so z.B. erzogen). Aber hier ein Beitrag von 'Gehirn und Geist': http://www.wissenschaft-online.de/artikel/779356

      HTH
      mfg M.L.

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: 'Gehirn und Geist' - Algorithmen

        Hallo Markus, http://www.wissenschaft-online.de/artikel/779356
        leider gibt es, wenn ich versuche das pdf-Dokument zu öffnen, eine Fehlermeldung, aber mit den einleitenden Worten kann ich mir schon denken, in welche Richtung der Beitrag zielt. Stimmt natürlich auch, Matheunterricht schult oftmals nicht die Bildung mathematischen Verständnisses, sondern nur das Abarbeiten von Algorithmen.

        Tja, wie da wohl jetzt die Rolle des TR einzuordnen ist? Heißt das, ein Schüler lernt bald gar nichts mehr oder schulen die Aufgaben über den TR hinaus deiner Meinung nach vielmehr das math. Verständnis?


        Gruß sannah

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Taschenrechner im Matheunterricht

          Hallo nochmal. Hallo Markus, http://www.wissenschaft-online.de/artikel/779356
          leider gibt es, wenn ich versuche das pdf-Dokument zu öffnen,
          eine Fehlermeldung, aber mit den einleitenden Worten kann ich
          mir schon denken, in welche Richtung der Beitrag zielt. Stimmt
          Ich verwende Acrobat Reader 7.0 und FF 1.0.4. Keine Probleme beim Öffnen :-) Aber hier einfach reinkopieren sah nicht so schön aus... natürlich auch, Matheunterricht schult oftmals nicht die
          Bildung mathematischen Verständnisses, sondern nur das
          Abarbeiten von Algorithmen.

          Tja, wie da wohl jetzt die Rolle des TR einzuordnen ist? Heißt
          das, ein Schüler lernt bald gar nichts mehr oder schulen die
          Aufgaben über den TR hinaus deiner Meinung nach vielmehr das
          math. Verständnis?
          Ein TR hat gute wie schlechte Seiten. Auf der einen Seite macht er das Rechnen leichter. So leicht, dass man ihn gar nicht mehr missen will. Und wer rastet, der rostet. Auch im Kopfrechnen. Womit mit der Zeit auch Verständnis für die Dinge, die im TR passieren, selbst verloren gehen :-(

          mfg M.L.

    • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Mathe...

      Hallo Sannah,

      danke für die Antwort. :)
      Ich dachte schon, ich hätte was verpasst und taschenrechnerloses Rechnen wäre neuerdings total out. Mal sehen, die nächsten 5 Wochen verbringe ich noch in ein paar anderen Schulen. Vielleicht war meine erste Schule ja eine Ausnahme. Ähm...Mathe...ja, ich war ja nie ein Genie in dem Fach...
      Hast du das in diesem Land nicht mal studiert? *sich dunkel
      erinner*
      Ich wollte Mathe Lehramt machen. Wollte...*grummel* ich will immernoch, finanziell bekomme ich es aber nicht hin und muss jetzt zum normalen Grundschullehramt ausweichen. Naja, werd mich dort für die 3-11 Jährigen auf Mathe spezialisieren. :)

      Ich war in Mathe nie ein Genie, es kam mir also nicht alles zugeflogen. Zumindest nicht mehr nach der 10. Klasse. Aber das Fach macht mir Spass und ich bin normalerweise auch recht gut im Erklären. Ausserdem hatte ich meinen eigenen Mathe-Tiefpunkt in der 5./6. Klasse und weiss sehr gut wie es sich anfühlt den ganzen Kram nicht zu verstehen. :)

      Schönen Gruß
      Kel

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Mathe... (bisschen off topic)

        Hallo Kel, Ich wollte Mathe Lehramt machen. Wollte...*grummel* ich will
        immer noch, finanziell bekomme ich es aber nicht hin und muss
        jetzt zum normalen Grundschullehramt ausweichen. Naja, werd
        mich dort für die 3-11 Jährigen auf Mathe spezialisieren. :)
        Hmmm, immer blöde, wenn das liebe Geld einem die Zukunft versaut... Aber dieses letzte Jahr jetzt müssen meine Eltern schon noch durchhalten... *lach* Ich war in Mathe nie ein Genie, es kam mir also nicht alles
        zugeflogen. Zumindest nicht mehr nach der 10. Klasse. Aber das
        Fach macht mir Spass und ich bin normalerweise auch recht gut
        im Erklären.
        Meinen Tiefpunkt hatte ich in Klasse 9 und 10 - mit dem Ergebnis, dass ich die Trigonometrie immer noch nicht mag. Ebenso auch die Geometrie nicht. In Klasse 11 habe ich dann zum Leidwesen meiner Lehrerin (zwei Punkte Abzug im Mündlichen deshalb) den Umsitzenden bei Bedarf erklärt. Und im Abitur - hätte ich Mathe-LK gehabt, würde ich es heute wohl nicht studieren... Mein Grundkurslehrer hingegen hatte Recht: Sie werden viel arbeiten müssen, aber ich traue es ihnen ohne weiteres zu, ihr Ziel zu erreichen.


        Gruß sannah

  2. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Mathe...

    Hi,

    es beantwortet deine Frage nicht ganz, passt aber trotzdem zum Thema:

    Mein Mathedozent (in einem Seminar für angehende Grundschullehrerinnen, dessen hauptsächlicher Inhalt Stochastik ist) rechnet mit Taschenrechner langsamer als ich ohne... gerade vorgestern erst wieder getestet. Und ich dachte eigentlich auch immer, dass ich kein Mathegenie bin! Inzwischen ist der Taschenrechner aber selbst für die ganz schlauen Köpfe völlig normal geworden. Was willst du da erwarten?

    SRP



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