Probleme mit Klassenlehrerin

Von: , Frage gestellt am Mo, 27. Jun 2005

Hallo,

mein Sohn besucht die 2. Klasse in einer Grundschule in unserem Dorf.

Durch schwere Krankheit seiner Klassenlehrerin wurde der Klasse eine neue Lehrerin zugewiesen. Es ist bekannt, das diese Lehrerin eine Abneigung gegen Jungs hat und sich schon immer ein paar ausgesucht hat die sie - m.E. - ziemlich unter Druck setzt.

Mein Sohn ist ein recht selbstbewusster und freundlicher Junge und wird seit einiger Zeit dermaßen beleidigt, das er jeden morgen nur mit Überredungskünsten zur Schule geht (immer Bauchweh, Übelkeit). Ein Klassenkamerade (auch von der Lehrerin's schwarzen Liste) übergibt sich fast jeden Tag vor Angst/Streß.

Wir haben das schon mehrmals angesprochen - mit der Lehrerin und der Rektorin - leider ohne Erfolg bzw. mit einer Zunahme. Fällt mein Sohn im Unterricht auf (er ist kein Unschuldslamm ;-) ) sagt die Lehrerin:"Du bist mir der Richtige - deine Eltern beschweren sich und du benimmst dich ständig daneben ..."

Eine Szene: Die Schüler sollen etwas aufschreiben, mein Sohn hat einen abgebrochenen Bleistift, will den anspitzen. Da sagt die Lehrerin "Hier, nimm meinen Bleistift, damit es schneller geht". Nach der Schule steckt mein Sohn den Bleistift ein und zeigt ihn stolz zuhause (er hatte das als Geschenk angesehen).

Am nächsten Tag - vor der GESAMTEN Klasse meint die Lehrerin "AHH, da ist ja der Dieb. Findest du es gut, mich zu beklauen??? Hast du viel mit dem Stift geschrieben??? Dann müssen deine Eltern das bezahlen ..." (das ganze in einem aggressiven Ton - NICHT lustig gemeint)

Diese Anprangerung war für einige Kinder schlimm, das sie sogar ihren Eltern davon erzählt haben und die meine Frau angesprochen haben - dazu muss man sagen, das auch unser Sohn von den täglichen Sticheleien erzählt.

Normalerweise versuche ich in solchen Dingen beide "Parteien" zu verstehen und stelle mir vor, das auch mein Sohn nicht immer unschuldig ist. Was mir aber sogar Klassenkameraden erzählen, lässt bei mir nur einen Schluss zu: Die Lehrerin ist die Hölle.

Da ich die schlechte Erfahrung mit den Gesprächen (ob mit der Lehrerin oder der Rektorin) würde ich mich gern an eine andere Stelle wenden - wenn überhaupt. Aufjedenfall würde ich gerne irgendwie auf das Ganze reagieren.

Nun meine Frage: Wie würdet ihr mit der Situation umgehen?? Sollen wir uns mit den Eltern der "Schwarzen-Liste-Kinder" zusammentun (diese Idee wurde schon von mehreren Eltern geäußert) und wenn ja, an wen kann man sich dann wenden.

Meine Frau hat sehr viel Skrupel - weil sie sich denkt, das sich an der Situation nichts ändern und das Verhältnis der Lehrerin zu unserem Sohn noch schlimmer wird.

Ich freue mich über jeden Tipp ...

Schon mal Danke
Frank

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 38 Minuten 0 hilfreich
    Re: Probleme mit Klassenlehrerin

    hallo.

    an unserer grundschule gab's auch so eine lehrerin. nachdem einzelbeschwerden keinen erfolg zeigten, haben sich irgendwann die eltern der betroffenen kinder zusammengetan und die gesammelten schilderungen der kinder so objektiv wie möglich beim rektor vorgetragen. der hat sich die dame dann wohl mal zur brust genommen, denn danach war sich ziemlich zahm.
    wenn das bei euch nicht auf diesem weg möglich ist, solltet ihr euch geschlossen an die nächsthöhere instanz wenden.

    wenn sich auf offizieller seite gar nix tut, hilft vielleicht ein leserbrief in der lokalzeitung. dieser sollte allerdings ohne unbeweisbare diffamierungen ("die lehrerin frau x hat meinen sohn des diebstahls bezichtigt"...) auskommen.

    gruß

    michael

    • Antwort von nach 44 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Probleme mit Klassenlehrerin

      Hallo Michael,

      schon mal danke für deine Antwort.

      Was wäre denn die nächsthöhere Instanz???


      Mit der Lokalzeitung ist ein toller Hinweis. Natürlich würde ich / wir dort nix reinschreiben, was in irgendeiner Weise beleidigend bzw. nicht beweisbar ist.

      Lieben Dank

      Frank

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Probleme mit Klassenlehrerin

        hallo. Was wäre denn die nächsthöhere Instanz???
        das wäre das schulamt bzw. der schulrat. gibt's in jeder stadt/jedem landkreis.
        diesen schritt würde ich aber dem rektor ankündigen und ihm genügend zeit geben, doch noch "intern" eine lösung zu finden. er dürfte schließlich nur ein sehr geringes interesse haben, bei seinem vorgesetzten schlecht dazustehen.
        daß die lehrerin saftig bestraft wird, solltet ihr aber nicht erwarten. wenn sich ihr verhalten dauerhaft bessert und die kinder wieder einigermaßen gern zur schule gehen, habt ihr schon viel erreicht.

        gruß

        michael

        • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
          Re^4: Probleme mit Klassenlehrerin

          hallo. Was wäre denn die nächsthöhere Instanz???
          das wäre das schulamt bzw. der schulrat. gibt's in jeder
          stadt/jedem landkreis.
          diesen schritt würde ich aber dem rektor ankündigen und ihm
          genügend zeit geben, doch noch "intern" eine lösung zu finden.
          Aufjedenfall - haben zwar schon mehrfach mit der Rektorin geredet, kann aber nicht schaden auch auf solch einen Schritt hinzuweisen. er dürfte schließlich nur ein sehr geringes interesse haben,
          bei seinem vorgesetzten schlecht dazustehen.
          naja, irgendwie sind das alles sehr eingeschworene Lehrer, teilweise eng miteinander befreundet. Aber ich denke, mit der Androhung des Schrittes kommt ein wenig mehr Ernst in die Sache. daß die lehrerin saftig bestraft wird, solltet ihr aber nicht
          erwarten. wenn sich ihr verhalten dauerhaft bessert und die
          kinder wieder einigermaßen gern zur schule gehen, habt ihr
          schon viel erreicht.
          nenene, soll keiner bestraft werden. Ich will lediglich nur, das die Kinder gern zur Schule gehen.
          gruß

          michael
          vielen dank
          Frank

          • Antwort von nach 4 Tagen 4 hilfreich
            Re^5: Probleme mit Klassenlehrerin

            Hallo,

            warum so zögerlich. Das Kind leidet. Ich hab seinerzeit sogar beim Jugendamt vorgesprochen um Rat wegen einem Grundschullehrer einzuholen. Auf dem Amt zeigte man sich sehr verständnisvoll und nahm sich auch direkt Zeit für mich.
            Schreibe alles nieder, möglichst so detailgetreu wie möglich und beschwere dich zunächst beim Rektor. Sollte innerhalb einer Woche keine Reaktion kommen,
            gehst du mit dem Schrieb zum Schulamt. Persönlich vorsprechen ist wichtig, aber immer mit einem geschriebenen Bericht vorsprechen. Die können sich ja auch nicht alles merken. Bei manchen Schulämtern wird erst nach wiederholtem Besuch reagiert. Scheue dich nicht, den Herrschaften lästig zu werden. Die Situation deines Kindes wird sich nicht von selber bessern, nur weil du dich einschüchtern läßt.
            Mehrheiten schaffen ist immer gut, aber oft ist es so, das die anderen Eltern rasch einen Rückzug machen. Versuche zuerst, andere betroffene Eltern dazu
            zu bewegen mit zum Schulamt zu kommen. Es ist kein schneller und leichter Weg,
            aber oft sind Rektoren eher bereit ein Kind in eine andere Klasse umzuschulen,
            als sich ständig mit dem Schulamt auseinandersetzen zu müssen.
            Was auch eine Möglichkeit ist, das Kind zurückzustufen, dann verliert das Kind zwar ein Jahr, aber vielleicht ist das besser, als tagtäglich verzweifelt zu sein.
            Übrigens halbherzige Aktionen über die gesamte Grundschulzeit rächen sich in der Regel bei der Empfehlung für die weitere Schullaufbahn. Also Nägel mit
            Köpfen machen.

            Viel Glück
            weelah ...... die mit Zähnen und Klauen eine Umschulung in drei Tagen erwirkt hat.

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Probleme mit Klassenlehrerin

      Hallo,

      muss mal kurz was einwerfen zu diesem Thema:
      wenn sich auf offizieller seite gar nix tut, hilft vielleicht
      ein leserbrief in der lokalzeitung. dieser sollte allerdings
      ohne unbeweisbare diffamierungen ("die lehrerin frau x hat
      meinen sohn des diebstahls bezichtigt"...) auskommen.

      Dieser Brief sollte unbedingt damit auskommen, sonst wird er vermutlich gleich in die Tonne gekloppt und nicht ernst genommen. In diesem Fall ist es aber keine Diffamierung, sondern ein Vorgang, der ja von den anderen Kindern bezeugt werden kann. Diffamierung ist es allerdings, zu sagen, dass sie nicht mit Jungs klar kommt. Die Redaktion darf sowieso keine unbewiesenen Beschuldigungen veröffentlichen, da auch die Distanzierung von Leserbriefen vor dem Presserat nicht Stand hält.

      Sinnvoller würde ich es finden, in der redaktion anzurufen und das Problem zu schildern, natürlich mit anderen betroffenen Eltern im Rücken, die die Redaktion auch anrufen wird und anrufen darf. Natürlich (denn es wird ja wohl kaum die Bild-Zeitung sein, an die Sie sich wenden möchten), muss auch die Gegenseite befragt werden. Aus Erfahrung vermute ich, dass das alles natürlich abgestritten wird, aber das ist ja ihr gutes Recht.

      Ich denke, wenn man die Redaktion auf die Problematik hinweist, wird sie aktiv werden.
      Die freuen sich doch immer, wenn es etwas aufzudecken gibt.

      Viel Glück!

      Barbara (freie Redakteurin)

  2. Antwort von nach 2 Stunden 3 hilfreich
    ... soll keiner bestraft werden

    Sie müssen sich entscheiden, ob Sie kuschen wollen oder zu Ihrem Sohn stehen, der doch offensichtlich leidet. Nachdem Sie mehrfach versucht haben, die Sache gütlich beizulegen, ist die Schulkonferenz die Anlaufstelle. Sie hat Schlichtungs-, Vermittlungs- und Konfliktregelungsfunktion. Dem sog. Vermittlungsausschuß gehören Lehrer, Schüler und Eltern meist in paritätischer Zusammensetzung an. Aufgabe: Härteregelungen vermeiden (hier z. B. Versetzung der Lehrerin) und/oder verwaltungsgerichtliche Verfahren vermeiden.
    Wenden Sie sich sich diesbezüglich an den Klassenpflegschaftsvorsitzenden ihrer Klasse, der die Sache einstielen soll.

    Ihrer Schilderung nach ist für mich eindeutig, daß die Lehrerin ihre Pflicht zu "unparteiischer und gerechter Amtsführung" verletzt. Angsteinflößende Verhaltensweisen - wie z. B. Einschüchtern des Schülers, sind "nicht nur pädagogisch verfehlt, sondern rechtswidrig" (Avenarius, Schulrechtskunde, 7. Auflage, S. 374). Der Schüler kann verlangen, einer parallelen Lerngruppe zugewiesen zu werden.
    Wäre ich betroffen, würde ich die Lehrerin allerdings anzeigen, mit dem Ziel, ihr eine andere Klasse zuzuweisen.

    Viel Erfolg!

    jo perrey (Experte "Schulrecht")

    • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
      Re: ... soll keiner bestraft werden

      Sie müssen sich entscheiden, ob Sie kuschen wollen oder zu
      Ihrem Sohn stehen, der doch offensichtlich leidet.
      Richtig, natürlich wollen wir unserem Sohn helfen. Es ist halt so, das wir im unklaren sind, wie. Das was wir bereits gemacht haben, war ja ohne Erfolg bzw. hat es die Situation verschlimmert. Ihrer Schilderung nach ist für mich eindeutig, daß die
      Lehrerin ihre Pflicht zu "unparteiischer und gerechter
      Amtsführung" verletzt. Angsteinflößende Verhaltensweisen - wie
      z. B. Einschüchtern des Schülers, sind "nicht nur pädagogisch
      verfehlt, sondern rechtswidrig" (Avenarius, Schulrechtskunde,
      7. Auflage, S. 374).
      seh ich auch so

      Der Schüler kann verlangen, einer parallelen Lerngruppe zugewiesen zu werden.
      haben wir bereits als Wunsch geäußert, mit der Aussage, das in der anderen Klasse kein Platz wäre und unser Sohn sowieso nur dahin will, weil dort seine Freunde aus dem Kindergarten sind (soviel zur Rektorin) Wäre ich betroffen, würde ich die Lehrerin allerdings
      anzeigen, mit dem Ziel, ihr eine andere Klasse zuzuweisen.
      Naja, das würde - denke ich - das Problem lediglich verlagern. Somit würden sich demnächst andere Eltern hier melden. Meiner Meinung nach sollte es überdacht werden, ob dieser Frau überhaupt eine Klasse zugewiesen werden kann. Viel Erfolg!
      Vielen Dank - habe mich mächtig über ihre Antwort gefreut.

      Frank
      jo perrey (Experte "Schulrecht")

    • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
      Re: ... soll keiner bestraft werden

      Hi,

      ich kann Jo da nur zustimmen, lasst euren Sohn nicht einfach leiden sondern macht etwas dagegen. Am Besten schließt ihr euch mit den anderen Eltern zusammen und versucht sämtliche Geschehnisse schriftlich festzuhalten, damit ihr auch was vorzeigen könnt.

      Ein Tipp noch: im Forum von www.grundschule.de gab es kürzlich erst ein ähnliches Problem. Wäre ich betroffen, würde ich die Lehrerin allerdings
      anzeigen, mit dem Ziel, ihr eine andere Klasse zuzuweisen.
      Wenn sich das Verhalten nicht geändert hat, bin ich mir nicht sicher, ob die Frau unbedingt noch ne neue Klasse bekommen sollte. Vielleicht sollte sie an ne Mädchenschule wechseln, wenn sie solche Probleme mit Jungs hat (komisch, gerade die versuchen immer mich besonders zu beeindrucken *grins*).

      Viel Erfolg
      Kel



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