Re: Rudolf Steiner und seine rechtsradikalen Lehre
Nach einem Fernsehbericht? Meinst du damit diese reißerisch aufgemachten Lückenfüller zwischen zwei Werbeblöcken im Vorabendprogramm, mit denen jeden Tag ein neuer Skandal aufgedeckt wird?
So etwas halte ich nicht unbedingt für eine seriöse Quelle - auf alle Fälle sollte es nicht die einzige Quelle sein, um etwas zu verurteilen, wie es hier mit den Lehren Steiners geschieht.
Die Bücher Steiners wurden zu einer Zeit geschrieben, in der Antisemitismus (leider) gesellschaftfähig war. Er hat solche Ideen wohl auch mal in seinen Büchern am Rande anklingen lassen - wahrscheinlich hat er über diesen Punkt nicht nachgedacht.
Übrigens, wo wir gerade beim Thema sind: Heinrich Heine musste aufgrund dieser gesellschaftlichen Vorurteile seinen Vornamen ändern. Vorher hieß er Harry. Finde ich irgendwie putzig - fehlt nur noch der Besen. ;-) ... Damals wusste offenbar jeder, dass das ein jüdischer Name war. Sogar Goethe hat bei einem zufälligen Treffen Heine einmal verspottet. Er meinte nämlich, Heinrich sei ja ein schöner deutscher Vorname, und zum Glück hieße Heine nicht Harry. ;-) Böses Fettnäpfchen. Heine hat sich rasch verabschiedet, und Goethe blieb verblüfft zurück.
Ist Goethe nun auch ein gefährlicher rechtsradikaler Antisemit, dessen Schriftgut gefährlich ist und sofort von den Schulen verbannt werden muss? Der Faust wird den Schülern bestimmt unheimlich fehlen.
Schöne Grüße
Petra