Unbekannter Täter aus der Klasse

Von: , Frage gestellt am Mi, 10. Mai 2006

Einer aus der Klasse hat die Scheibe eingeworfen.
Der Lehrer weiß nicht, wer’s war.
Er hält der ganzen Klasse eine Strafpredigt und will wissen, wer’s war. Der Schuldige soll sich gefälligst melden. Oder einer, der’s gesehen hat, soll ihn verraten. Immer wieder dringt der Lehrer in die Klasse: Wer war’s? Schweigen. Quälend langsam ziehen sich die Minuten dahin.
Voller Wut über die »verstockte« Klasse schreitet der Lehrer schließlich zur Kollektivstrafe: Alle müssen büßen, was der eine Täter angerichtet hat.
Eine Frage nur: Kennt jemand einen einzigen Fall, in dem diese Methode zum Erfolg geführt hat? Hat sich jemals in einer solchen Situation der Täter freiwillig gemeldet? Hat sich jemals in einer solchen Situation ein Zeuge der Tat gemeldet?
Wenn ja: Wie viele Misserfolge dieser Methode kommen auf einen Erfolg?

Gruß von tonikal

36 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 8 Minuten 0 hilfreich
    Re: Unbekannter Täter aus der Klasse

    Hallo tonikal,

    In unserer Klasse (damals vor 16 Jahren) war ein ähnlicher Fall. Die Lehrerin beschlagnahmte einen Walkman und legt ihn auf's Pult. Kurze Zeit später war er verschwunden. Als sich niemand auf die Frage, wer es gewesen sei, meldete, rief sie den Direktor zu Hilfe. Der filze erstmal alle Taschen, ohne Erfolg. Dann drohte er mit Klassennachsitzen.
    Daraufhin meldete sich der Schuldige (Besitzer des Walkmans), wohl eher aus Angst vor der Klasse als vor dem Nachsitzen.
    Gepetzt hätte aber niemand.

    Gruß
    Sticky

  2. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: schwache Leistung

    und zwar des Lehrers!

    Hi Tonical,

    wenn bei uns ein Lehrer so gehandelt hätte, wäre sein Ansehen ins bodenlose gesunken.
    Er schadet sich durch dieses Verhalten mehr, als es ihm nützt.

    In unserer Klasse gabs damals einen Lehrer, der eine schriftliche Arbeit mehr scheiben wollte als eigentlich vorgesehen.
    Er ließ sich auch nach einem Gespräch mit dem Klassensprecher nicht davon abbringen.
    Daraufhin haben wir uns abgesprochen, daß wir alle! nur Nonsence schreiben, was wir auch alle taten, selbst die Streber.

    Eine Stunde später titschte besagter Lehrer in der kleinen Pause in die Klasse und droht mit sonstewas.
    Tags drauf kam unser Klassenlehrer (ein wirklicher Klassetyp) und vermittelte.
    Die Arbeit wurde zurückgezogen und gut wars.
    Der Lehrer hat bei uns aber nie wieder so richtig die Füße auf den Boden gekriegt.

    Gandalf

    • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: schwache Leistung

      H wie Hola.

      Da fragt man sich, wo in Hinterindien Du zur Schule gegangen bist. Wo steht bitte geschrieben, wieviele Arbeiten der Lehrer schreiben darf?

      Und wo nehmt ihr *Schüler* die Autorität und den Wissensstand, überhaupt die unverfrorene Arroganz her, bei sowas auch noch so herumzudiskutieren?

      Andererseits scheint der entsprechende Lehrer gerade nicht der Typ gewesen zu sein, bei dem ihr euch das nicht im Ansatz gewagt hättet oder höchstens einmal. Insofern reines Glück, daß ihr an eine autoritäre Flasche geraten seid.

      Der Vorgang als solches läßt einem aber die Nackenhaare abstehen.

      Quo vadis, "Erziehungssystem Schule"?


      MfG

      • Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: schwache Leistung

        Moin, Wo steht bitte geschrieben, wieviele Arbeiten der Lehrer
        schreiben darf?
        obs irgendwo steht, weiß ich nicht, aber damals stand! daß in einem Nebenfach 3 schriftliche Klassenarbeiten geschreiben werden dürfen. Und wo nehmt ihr *Schüler* die Autorität und den Wissensstand,
        überhaupt die unverfrorene Arroganz her, bei sowas auch noch
        so herumzudiskutieren?
        Es gab da eben eione schöne kleine Verordnung, die wir eben kannten. Andererseits scheint der entsprechende Lehrer gerade nicht der
        Typ gewesen zu sein, bei dem ihr euch das nicht im Ansatz
        gewagt hättet oder höchstens einmal. Insofern reines Glück,
        daß ihr an eine autoritäre Flasche geraten seid.
        Unser Klassenlehrer hat sich hinter den Kulissen eingeklinkt und den besagten Lehrer wohl zurechtgestutzt (haben wir Jahre später auf einem Klassentreffen erfahren).
        Wir hatten schlicht fdas Recht auf unserer Seite. Der Vorgang als solches läßt einem aber die Nackenhaare
        abstehen.
        Tu Dir keinen Zwang an. Quo vadis, "Erziehungssystem Schule"?
        Das ganze ist nebenbei über 30 Jahre her.

        Gandalf

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: schwache Leistung

          Quo vadis, "Erziehungssystem Schule"?
          Das ganze ist nebenbei über 30 Jahre her.

          Eben, dann weiß man ja, wo diese Zustände heute herkommen.

          Und das es Paragraphen - damals schon - gab, die so eine Situation
          zulassen/ behandeln, zeigt auch, woher die Überregulierung des Klassenszimmers von heute kommt.


          MfG

          • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: höre ich da etwa

            Hi, zeigt auch, woher die Überregulierung des
            Klassenszimmers von heute kommt.
            höre ich da etwa einen frustrierten Pädagogen ;-)
            scnr

            Gandalf

            • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: höre ich da etwa

              H wie Hola.

              Ganz das Gegenteil. :)
              Für heutige Verhältnisse könnte man höchstens Hardliner sagen.

              Mir ist einfach nur aufgefallen, daß euer Verhalten dem Schema F von heute entspricht und daß es genügend Lehrer gibt, wo diese Nummer kläglichst in die Hose gegangen wäre.

              MfG :)

            • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
              Re^7: höre ich da etwa

              Hi,
              Ganz das Gegenteil. :)
              Für heutige Verhältnisse könnte man höchstens Hardliner sagen.
              ich hatte mittlerweile viele Lehrer und hab in meinem Freundes- Bekannten- und Verwandtenkreis ettliche Lehrer.
              Einige haben es drauf und sind mit ihrem Beruf glücklich und auch die Schüler können es mit ihnen und andere haben keine Schnitte, egal, ob sie den Freund, den Harten oder den Zyniker raushängen.
              Sie sind irgendwann verbrand und auch die Schüler haben Probleme.

              Wie und warum das so ist kann ich nicht sagen, aber wir hatten sanfte Lehrer, die uns Rasselbande voll im Griff hatten und Hardliner, die nach einer gewissen Zeit entnervt aufgegeben haben.
              Anzumerken ist, daß wir es nicht darauf angelegt hatten Lehrer fertig zu machen, aber unsere Klasse war, warum auch immer, sehr solidarisch untereinander und ließ sich nichts gefallen.

              Ganz nebenbei:
              Ich bin selber im Bereich Ausbildung tätig (ehrenamtlich bei der Feuerwehr) und habe die Gruppen mit eher sanfter Hand recht gut unter Kontrolle, aber die Kurse laufen nur über einige Wochenenden.

              Gandalf

      • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: schwache Leistung

        Hallo!

        Mir fällt dazu etwas anderes ein: Regeln.

        Bei uns gab es damals die Regel "es werden so viele Klassenarbeiten pro Halbjahr geschrieben, wie man Wochenstunden in betreffenden Fach hat". Und daran haben sich alle gehalten, man wusste, woran man mit der Arbeit und mit dem Lehrer war, die Lehrer wussten, wie sie sich ihre Arbeit einteilen konnten.
        Bei Ausnahmen von solchen allgemein gültigen Regeln ist es halt so, dass man sich absprechen und dabei alle Beteiligten zumindest anhören muss, sonst leidet dauerhaft die Atmosphäre.

        Wenn einer unserer Lehrer so etwas gemacht hätte, wäre dasselbe passiert wie bei Gandalf: Er hätte in diesem einen Fall vielleicht seinen Willen durchgesetzt, aber für die restliche gemeinsame Zeit keinerlei wirkliche Autorität mehr gehabt: Sein Regelverstoß wäre von uns mit kleinen, fiesen Verstößen gegen unausgesprochene Regeln beantwortet worden, an Autorität wäre nicht mehr zu denken gewesen. Und die hätte er mit dieser Aktion selbst untergraben.

        Fazit: Regeln vermittelt, wer Regeln einhält - auch wenn das bedeutet, im Einzelfall einmal nachzugeben. Und ist nicht gerade heute viel vom Regeln-Vermitteln in Schule und Elternhaus die Rede?

        Gruß,

        Beate



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