Haupt- u. Realschüler in EINER Klasse?

Von: , Frage gestellt am Di, 6. Nov 2007

Hallöchen,

auf Grund von Schülermangel gehen Haupt- und Realschüler in eine Klasse, obwohl seit Anfang des 7. Schuljahres normalerweise diese Klasse gesplittet werden sollte.

Hat jemand Erfahrungen damit gemacht? Die Schule nannte auch einen zusätzlichen Grund:

Damit sich die Hauptschüler die Realschüler als Vorbilder nehmen und sich nicht ausgegrenzt fühlen, da beide Schullaufbahnen in einer Schule stattfinden.

Bei aller Liebe zur Solidarität. Aber läuft das nicht ein bisschen auf Kosten der "guten" Schüler?

Es handelt sich hier um eine Klasse, die im letzten Schuljahr keinen festen Klassenlehrer hatte. Das Niveau ist ziemlich schlecht, auch in der Disziplin. Es sind viele Schüler in der Klasse, wo das Elternhaus nicht normal ist und die dementsprechend ihre Aggressionen und Langeweile an denen auslassen, die NOCH im Unterricht mitmachen.

Sollte man gerade aus diesem Grund nicht die Spreu vom Weizen trennen?

Der Herdenzwang überträgt sich mittlerweile auch auf die Schüler, die sonst kaum auffällig geworden sind. Mein Sohn ist jetzt auch schon mit unter den "schwarzen Schafen".

Ich hatte die Hoffnung, dass es sich wieder bessern wird ab dem Schuljahresanfang, weil ja da zumindest viele seiner "Freunde" nicht mehr in seiner Klasse wären.

Über eure Meinungen bin ich sehr neugierig.

LG Herzblume

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 11 Minuten 5 hilfreich
    Re: Haupt- u. Realschüler in EINER Klasse?

    Hallo, auf Grund von Schülermangel gehen Haupt- und Realschüler in
    eine Klasse, obwohl seit Anfang des 7. Schuljahres
    normalerweise diese Klasse gesplittet werden sollte.

    Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?
    In den meisten Schulen dieser Welt kommt überhaupt niemand auf die Idee, Schüler in drei verschiedene Schulformen zu stecken. Und wenn ich dich richtig verstehe, waren die Schüler ja bisher in einer Klasse zusammen (sollten erst jetzt gesplittet werden). Wo liegt das Problem? Damit sich die Hauptschüler die Realschüler als Vorbilder
    nehmen und sich nicht ausgegrenzt fühlen, da beide
    Schullaufbahnen in einer Schule stattfinden.
    Das ist von der Schulleitung nett gesagt (und Untersuchungen untermauern diese Feststellung),sie hätten aber genauso sagen können, dass gute Schüler davon profitieren können, wenn sie mit schwächeren Schülern zusammenlernen. Dazu muss allerdings der Unterricht ein bisschen darauf ausgerichtet sein, dass die Schüler voneinander lernen.
    Bei aller Liebe zur Solidarität. Aber läuft das nicht ein
    bisschen auf Kosten der "guten" Schüler?
    Nein, siehe oben. Es ist ein total falsch verstandenes Elitedenken, dass man nur in Ländern findet, die dieser veralteten Schulpolitik anhängen.
    Es handelt sich hier um eine Klasse, die im letzten Schuljahr
    keinen festen Klassenlehrer hatte. Das Niveau ist ziemlich
    schlecht, auch in der Disziplin. Es sind viele Schüler in der
    Klasse, wo das Elternhaus nicht normal ist und die
    dementsprechend ihre Aggressionen und Langeweile an denen
    auslassen, die NOCH im Unterricht mitmachen.
    Dann läuft da was schief, was nicht mit Aufteilung in schlechte und gute Schüler behoben werden kann.
    Sollte man gerade aus diesem Grund nicht die Spreu vom Weizen
    trennen?
    Dann nehme ich mal an, dass du den eigenen Nachwuchs zum Weizen zählst, aber die anderen eben zu Spreu. Ziemlich menschenverachtend, findest du nicht? Selbst wenn man dir in der Sache recht geben würde (was ich, wie du bemerkst, nicht tue), durch solche Wortwahl vergraulst du jede ernstzunehmende Unterstützung deiner Ansichten.
    Der Herdenzwang überträgt sich mittlerweile auch auf die
    Schüler, die sonst kaum auffällig geworden sind. Mein Sohn ist
    jetzt auch schon mit unter den "schwarzen Schafen".
    Es ist immer gut, wenn man Entschuldigungen außerhalb des eigenen Einflussbereiches findet.
    Gruß
    Elke

    • Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
      Re^2: Haupt- u. Realschüler in EINER Klasse?

      Danke für die Anregung, weltoffener zu sein. Das ist von der Schulleitung nett gesagt (und Untersuchungen
      untermauern diese Feststellung),sie hätten aber genauso sagen
      können, dass gute Schüler davon profitieren können, wenn sie
      mit schwächeren Schülern zusammenlernen. Dazu muss allerdings
      der Unterricht ein bisschen darauf ausgerichtet sein, dass die
      Schüler voneinander lernen.
      Da geb ich dir Recht. Nur ein Großteil der schwächeren Schüler schwächelt nicht aus Mangel an Intelligenz, sondern an der Einstellung zur Schule. Nein, siehe oben. Es ist ein total falsch verstandenes
      Elitedenken, dass man nur in Ländern findet, die dieser
      veralteten Schulpolitik anhängen.
      Warum ist das Elitedenken? Es gibt Eltern, die kümmern sich nicht darum was ihre Kinder in der Schule oder in der Freizeit machen. Kommen auf keinen Elternabend, zeigen einfach null Interesse und lassen die Lehrer machen.

      Kinder, die lernen möchten werden als Streber hingestellt und gehänselt. Faulsein ist cool. Gewalt in der Klasse ist ein Thema, Projekte werden durchgeführt, aber es sind immer dieselben Schüler die jeden kleinen Erfolg wieder zunichte machen.

      Soll ich als Mutter dafür Verständnis haben? Ist doch ganz normal, dass da Hoffnung auf Besserung aufkommt, wenn diese Klasse gesplittet wird. In SA kommt die Aufteilung nunmal von der Sekundärschule in Real- und Hauptschule. Wir leben hier, jetzt und mit diesem Problem müssen wir HIER klar kommen. Dann nehme ich mal an, dass du den eigenen Nachwuchs zum
      Weizen zählst, aber die anderen eben zu Spreu. Ziemlich
      menschenverachtend, findest du nicht? Selbst wenn man dir in
      der Sache recht geben würde (was ich, wie du bemerkst, nicht
      tue), durch solche Wortwahl vergraulst du jede ernstzunehmende
      Unterstützung deiner Ansichten.

      Für die Wortwahl muss ich mich entschuldigen, falls es jemand so wie Elke verstanden hat. Es war keineswegs menschenverachtend gemeint, sondern ein blöder Vergleich. Es ist immer gut, wenn man Entschuldigungen außerhalb des
      eigenen Einflussbereiches findet.
      Nein, es ist ein Fakt und keine Entschuldigung. Um so eine Aussage zu machen, müßtest du wissen, was innerhalb des eigenen Einflussbereichs getan wird. Da dies nicht so ist, war deine Wortwahl höchstwahrscheinlich genauso unangebracht wie meine obige.

      LG Herzblume

      • Antwort von nach 3 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: Haupt- u. Realschüler in EINER Klasse?

        Hallo,

        Da geb ich dir Recht. Nur ein Großteil der schwächeren Schüler
        schwächelt nicht aus Mangel an Intelligenz, sondern an der
        Einstellung zur Schule.
        Die ja irgendwoher kommen muss. Nein, siehe oben. Es ist ein total falsch verstandenes
        Elitedenken, dass man nur in Ländern findet, die dieser
        veralteten Schulpolitik anhängen.
        Warum ist das Elitedenken? Es gibt Eltern, die kümmern sich
        nicht darum was ihre Kinder in der Schule oder in der Freizeit
        machen. Kommen auf keinen Elternabend, zeigen einfach null
        Interesse und lassen die Lehrer machen.
        Die Probleme an Schulen sind so komplex, dass es keine simplen Lösungen gibt. Es nur auf die Eltern, nur auf die Lehrer, oder nur aufs Fernsehen/Computerspiele usw. zu schieben, hilft nichts. Elitedenken herrscht da, wo Kinder nach Elternhäusern aufgeteilt werden und ihnen nach diesen Einteilungen verschiedene Schulformen = verschiedene Bildungsinhalte zugeordnet werden. Dass das bei uns in Deutschland der Fall ist, wurde in den letzten Jahren immer häufiger diskutiert. Z.B. gibt es da die Untersuchung der UN, in der festgestellt wurde, dass in Deutschland Kinder aus benachteiligten Familien wesentlich weniger Chancen im Bildungssystem haben als das in anderen Ländern (ohne gegliedertes Schulwesen) der Fall ist.
        Kinder, die lernen möchten werden als Streber hingestellt und
        gehänselt. Faulsein ist cool. Gewalt in der Klasse ist ein
        Thema, Projekte werden durchgeführt, aber es sind immer
        dieselben Schüler die jeden kleinen Erfolg wieder zunichte
        machen.
        Dagegen muss die Schule aktiv angehen. Z.B. (wie an der Schule meines Sohnes geschehen) durch "Teambuilding"-Initiativen, durch die eine Gemeinschaft stark gemacht wurde und die Tendenzen gegen Klassenkameraden mit besseren Noten vorzugehen, wesentlich geringer wurden.
        Soll ich als Mutter dafür Verständnis haben? Ist doch ganz
        normal, dass da Hoffnung auf Besserung aufkommt, wenn diese
        Klasse gesplittet wird.
        Aber doch nur, weil du automatisch dein Kind zu der besseren Gruppe rechnest. Wobei es durchaus vorkommen soll, dass auch die, mit den besseren Noten, zur schlechten Lernatmosphäre beitragen. In SA kommt die Aufteilung nunmal von
        der Sekundärschule in Real- und Hauptschule. Wir leben hier,
        jetzt und mit diesem Problem müssen wir HIER klar kommen.
        Ja. Aber zum einen ist die Alternative ja vielleicht, dass es die beiden kleinen gesplitteten Klassen gibt, allerding in beiden mit vielen Lehrerausfällen etc. Zudem nehme ich an, dass solche Dinge in Sachsen-Anhalt vom Kultusministerium vorgegeben sind durch Zahlenschlüssel etc. Alternativ denkbar wäre auch eine Auslagerung z.B. der Realschüler in eine weiter entfernte Realschule (von der dann die Hauptschüler zu eurer Schule kommen müssten). Viele Eltern wären damit auch nicht einverstanden.
        Es ist immer gut, wenn man Entschuldigungen außerhalb des
        eigenen Einflussbereiches findet.
        Nein, es ist ein Fakt und keine Entschuldigung.
        Kannst du so sicher sein?
        Ich habe Jungs, die etwas älter sind. Ich erlebte da in den letzten Jahren ,wie ineinander verzahnt die Prozesse sind, die da abgehen. Ja, meine Jungs haben schlechte Wahl bei ihren Freunden getroffen (wir zogen um, als sie 12 und 13 waren --> sie kamen in einen festen Klassenverband, wo die "sozialkompetenten" Jungs bereits in festen Freundschaften waren, die, die noch Freunde suchten, waren eher schwierig; hinzu kamen durch unseren Hintergrund wenig Berührungsängste mit Schülern mit Migrationshintergrund --> schwupps waren sie bei den schlechteren Schülern der Klasse, nicht bei denen, die auf Realschul- und Gymnasiumsniveau lernten [es war eine integrierte Gesamtschule] - ich weiß also sehr genau, von was wir reden), dennoch suche ich die Schuld für ihre schulischen Probleme nicht bei diesen Freunden. Es gibt auch bei 13jährigen bereits eine Eigenverantwortung. Aussage zu machen, müßtest du wissen, was innerhalb des
        eigenen Einflussbereichs getan wird.
        Nicht nur, was getan wird, auch wie dein Kind darauf reagiert, wie er sich in der Schule benimmt etc. Da dies nicht so ist, war
        deine Wortwahl höchstwahrscheinlich genauso unangebracht wie
        meine obige.
        Wo war meine Wortwahl unangebracht?
        Ich habe darauf hingewiesen, dass Eltern eine Tendenz haben, ihre Kinder für besser/schlauer/angenehmer/netter/begabter etc. zu halten, als sie von anderen wahrgenommen werden.

        Mir drängt sich auch noch die Frage auf, was du eigentlich fragen möchtest.
        Wenn du wissen willst, ob die Schule nach geltendem Recht konform handelt --> Kultusministerium Sachsen-Anhalt --> Schulgesetz.
        Ich nehme es einfach mal an, da solche Dinge nicht im Freiraum sondern in Absprache mit dem zuständigen Schulamt / Kultusministerium gemacht werden.
        Ansonsten kannst du nun hier hören, dass so eine Zusammenlegung gut oder schlecht ist. Was machst du dann mit dieser Information? Ändert das was mit deinem Umgang mit der Situation?

        Das eine Zusammenlegung durchaus positive Aspekte haben kann, habe ich versucht darzulegen.

        Gruß
        Elke

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Verbreitung des gegliederten Schulsystems

          Hallo,

          in Eure Diskussion will ich nicht eingreifen - nur eine Information: es gibt in der "zivilisierten Welt" noch 5 !!! Länder, die ein gegliedertes Schulsystem haben: Deutschland, Luxemburg, Nordirland, Österreich, Schweiz.
          http://www.ggg-bund.de/ - dort links "Gesamtschule" anklicken, dann in der Mitte "Verbreitung". Die genaue Seite lässt sich leider nicht verlinken. Ich frage mich schon seit längerer Zeit woran es liegt, dass es (bis auf Nordirland) alles "germanische" Länder sind.

          Grüße
          Pit

          • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
            Re: Verbreitung des gegliederten Schulsystems

            Hallo! in Eure Diskussion will ich nicht eingreifen - nur eine
            Information: es gibt in der "zivilisierten Welt" noch 5 !!!
            Länder, die ein gegliedertes Schulsystem haben: Deutschland,
            Luxemburg, Nordirland, Österreich, Schweiz.
            Wobei man sich derzeit in Österreich - endlich! - ernsthaft an die Reform dieses Systems hin zu einer gemeinsamen Schule macht, siehe "Modellversuch Neue Mittelschule" auf der Homepage des österr. Unterrichtsministeriums: http://www.bmukk.gv.at/
            Grüße, Peter

            • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
              Re^2: Verbreitung des gegliederten Schulsystems

              Hallo Peter,

              schade, dass wir in Deutschland noch nicht so weit sind. Hier in Niedersachsen ist das Gegenteil der Fall: es gibt einige Gesamtschulen, und unter der SPD-Landesregierung kamen nach und nach neue dazu. Als dann aber vor ein paar Jahren die CDU das Ruder übernahm wurde die Neugründung von Gesamtschulen gestoppt, obwohl sie von der Bevölkerung immer mehr gefordert werden. Es ist zum Haareausraufen!

              Grüße
              Pit

            • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
              Re^3: Verbreitung des gegliederten Schulsystems

              Liebe Debattanten,
              ich wollte mich eigentlich gar nicht in diese Diskussion...

              Als betagtes Semester finde ich ideologisch geführte Diskussionen tödlich und langweilig, also tödlich langweilig.

              Von Beginn an,
              ich habe die Diskussion zunächst in Niedersachsen in den Anfängen, später in Schleswig-Holstein und nun Mecklenburg-Vorpommern mitverfolgt,
              war die Diskussion immer ideologisch:

              Die Gesamtschulidee ist im Westen des kalten Krieges von den POS (polytechnischen Oberschulen) der DDR abgeguckt gewesen, genauso wie manche Berufsschulreformen.

              Deshalb waren viele "alte kalte Krieger" des CDU-nahen Lagers immer dagegen und SPD-Anhänger dafür.

              Eine inhaltliche Auseinandersetzung hat auf der politischen Ebene nie wirklich stattgefunden, das ist bis heute bei vielen CDU-nahen Schulpolitikern so.

              Bei den SPD-nahen Schulpolitikern ist das nicht anders:
              Nicht die Schulform für sich macht eine gute Schulbildung, sondern eine von Lehrern gelebte Idee.

              Ich habe als Berufsschullehrer ein Jahr lang an einer Modell-Gesamtschule unterricht, um die neuen Methoden (nicht nur der Schulform) kennen zu lernen und auf Tauglichkeit für Berufsschulen zu prüfen. Das war 1992-93 in Bad Oldesloe (S-H)

              Ich habe verstanden, dass die Gesamtschule nicht integrieren kann, wenn bestimmte soziale Gruppen übergewichtig vertreten sind. Hier hatte man auf einen gesunden Mix geachtet. Die Lehrer waren damals aus dem ganzen Bundesland handverlesen und freiwillig an die Schule gekommen.

              Es gibt aber auch Gesamtschulen mit 2/3 Anteil Schülern aus bildungsfernen Familien. Das sind nicht nur Migranten, wir haben inzwischen auch Deutsche, die ihrer Sprache kaum noch mächtig sind und kaum lesen können.

              Die können aber nicht vom übrigen Drittel integriert werden.
              Das hat aber mit der Schulform nichts zu tun.

              Im übrigen habe ich zur Wendezeit Ost-POS-Schüler, Ost-EOS-Schüler (entsprach unserer Gymnasialen Oberstufe) und West-Schüler aus Haupt-, Realschulen und Gymnasien verglichen.

              Im Kern hatten die Ost-Schüler ein erheblich höheres Faktenwissen, konnten es aber dafür nicht so phantasievoll in Diskussionen umsetzen.

              Für mich ist die Gesamtschule also nicht pe se schlecht.

              Herzlichst

              Ole Welzel

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^4: Verbreitung des gegliederten Schulsystems

              Hallo Ole, Ich habe verstanden, dass die Gesamtschule nicht integrieren
              kann, wenn bestimmte soziale Gruppen übergewichtig vertreten
              sind.
              Es gibt aber auch Gesamtschulen mit 2/3 Anteil Schülern aus
              bildungsfernen Familien.
              Wenn es nur Gesamtschulen gäbe, dann kämen solche "Verteilungsfehler" gar nicht erst vor.

              Grüße
              Pit
              (Ex IGS-Lehrer)

            • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
              Re^5: leider nein

              Lieber Pit,
              das wäre schön,
              aber die zunehmende Spaltung (Schere) in der Gesellschaft
              zeigt sich auch (zumindest hier, wo ich wohne, aber z.B. auch in Berlin und Hamburg)in einer zunehmenden "Getto"-Bildung der Stadteile.

              Deshalb bringen manche Menschen ihre Kinder lieber
              in Schulen, die v.a. das Bürgertum (dem ich auch angehöre), bedienen.
              Manche aber müssen auf verkehrsgünstig nahe gelegene Schulen des Viertels zurückgreifen. Manchen ist das auch egal.

              Unsere Schulen entmischen sich dadurch.

              Da liegen die eigentlichen Probleme unseres Schulsystems:
              - dreigliedrigkeit, die eine andere ist als vor 20 Jahren
              - entmischte bildungsferne Stadtteile
              - hilflose Schulpolitik
              - gefühlte Perspektivlosigkeit in Teilen der Bevölkerung (an die Kinder weiter gegeben)

              Die Schulart allein entscheidet daher nicht über die Bildungsqualität.
              Neulich bei Maischberger habe ich erschreckt festgestellt, dass weder Wulf (Ministerpräsident Nds.) noch der "SPD-Bildungsexperte Ahnung davon hatten, was in den Schulen wirklich los ist. Der SPD-Experte redete von der Arbeiterklasse (die gibt es seit 35 Jahren nicht mehr), Wulf von Gymnasien und notwendigen Anstrengungen der Lehrer.

              Abgesehen davon (ich bin ja schon älter) höre ich im Hinterkopf immer wieder den ollen Picht mit seiner "Die deutsche Bildungskatastrophe". Wir sind reformerisch in den 60ern zurück.

              Herzlichst

              Ole



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