Antwort von
nach einem Tag
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Re: gibt es die?......
Hi!
Ich bin mir nicht so sicher, ob Deine Verbesserungsvorschläge wirklich welche sind. In meinem Bekanntenkreis finden sich sehr viele Lehrer, so daß ich auch einen kleinen Einblick in deren Ausbildung habe. Z.B. die Einbeziehung des Faches Psychologie in das Lehramzstudium wäre natürlich eine "runde" Sache, führt aber nicht zwangsläufig zu besseren Pädagogen. Die persönliche Grundeinstellung muß stimmen. Wer einen Draht zu den Schülern hat, der wird auch ohne Pädagogik prima mit Ihnen klar kommen. Wer dagegen nicht mit "soft skills" wie Kommunikationsbereitschaft und dergleichen gesegnet ist, der wird auch mit noch so viel abstrakter Psychologie nicht weit kommen. Außerdem steht es jedem Studierenden frei auch Fächer anderer Disziplinen zu besuchen, und bei dem nicht gerade üppigen Semesterwochenstunden der Lehramtsstudenten dürfte dies auch kein Problem sein.
Jetzt zum Leistungsdruck. Ich persönlich finde, daß Leistungsdruck, sofern er im Rahmen ist, auf jeden Fall förderlich ist. Es darf natürlich nicht übertrieben werden, so daß psychologische Probleme oder Störungen der Schüler die Folge sind. Aber es gehört nun einmal zu unserer Gesellschaft, mit Anforderungen, Stress und Druck umgehen zu können. Die Schule sollte sich dieszbezüglich nicht zu weit von der realen Welt entfernen, sonst ist das Geschrei nach Beginn der Arbeit oder des Studiums groß.
Du malst den Schulalltag in zu schwarzen Farben, wenn Du ihn als "trist", "unproduktiv" und "nervig" bezeichnest. Das Hauptproblem liegt doch in der geringen Motivation vieler Schüler etwas zu lernen. Dies führt zu Langeweile auf Seiten dieser Schüler, zu Frust bei den Lehrern und allgemein zu einem Klima welches dem Lernen nicht gerade förderlich ist. Es ist aber ziemlich naiv zu glauben, daß man mit etwas Psychologie und weniger Leistungsdruck hier irgendetwas bewirken könnte. Die Fehler werden eben häufig in den Familien gemacht, in den ersten 6 Jahren vor der Schule. Man erwartet einfach zu viel von unseren Lehrern, wenn man von ihnen fordert, erzieherische Fehlentwicklungen bei ihren Schülern zu korrigieren.
In einer Gesellschaft in der man nur mit einem mitleitigen Lächeln bedacht wird, wenn man damit kokettiert von Mathe und Physik keine Ahnung zu haben, sitzen die Lehrer einfach am kürzeren Hebel.
Gruß
Tom