Waldorf - Vorurteile und Realität

Von: , Frage gestellt am Do, 17. Apr 2008

Liebe Gemeinde,

mein Sohn wird im Herbst eingeschult. Nun haben wir die Möglichkeit, ihn auf die hiesige Waldorfschule zu schicken. Diese Schule hat einen guten Ruf, ich kenne ein paar Eltern und Schüler (Unterstufe) und die Schule geht bei Bedarf bis zum Abitur.
Ich habe ein gutes Gefühl bei dem Konzept und auch für meinen Sohn.
Trotzdem kann ich mich nicht von einigen Vorurteilen freimachen, mit denen ich ständig konfrontiert werde.
- "Waldorf ... mmh, naja ... für was anderes hat es wohl nicht gereicht" (ich WEIß, dass gnau die selben Prüfungen geschrieben werden, wie an anderen Schulen)
- das Kind wird eingekapselt und kommt in der realen Welt, wo es nicht nur Freude Freude Eierkuchen ist, nicht zurecht
- das Kind wird immer ein Stigmata haben - Waldorf, naja, wer weiss, was der / die gelernt hat ....

Meine Fragen an Euch - also an Eltern von Waldorf-Kindern bzw. ehem. Schülern oder akt. noch Schülern:
Konntet Ihr eine Benachteiligung feststellen, aufgrund des Besuches der Waldorfschule (Studium, Ausbildungsplatz, Job)? Wie wird von Außenstehenden reagiert, wenn es heißt Waldorf? Gibt es etwas, wie eine "eigene Waldorfwelt", also eine Abkapselung?

Und für ehem. Schüler - wie habt Ihr selbst den Besuch empfunden - also als Basis für Euer Leben?

Ihr merkt schon, es geht viel um Vorurteile. - gerade die, die einem täglich begegnen, diese pauschalen Aussagen "ach, dass sind doch die, die immer ihren Namen tanzen".
Mich interessiert das dazwischen -schließlich ist es eine wichtige Entscheidung. Die Schule ist toll, die Eltern klasse, das Konzept super (jedenfalls kann ich so von DIESER Schule sprechen).
Die Frage für mich ist nur, inwieweit dieses Konzept auch unterstützend für den späteren Lebensweg ist (ich spreche nicht von Inhalten, sondern von gesellschaftlichen Ansichten).
Ist es wirklich so, wie ich es bisher erlebt habe, oder sind dies Extreme? Also kann ich es als Mutter verantworten, mein Kind an eine super Schule zu schicken, auch wenn das Konzept von der Gesellschaft oft belächelt wird und so mein Kind evt. dadurch einmal Benachteiligungen erfahren muss (wenn es denn so ist ..)?

Ich hoffe, mein Geschriebenes war nicht so wirr.

Liebe Grüße und besten Dank

CEA

23 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 20 Minuten 0 hilfreich
    Re: Waldorf - Vorurteile und Realität

    Hallo,

    ich halte persönlich nicht viel von der Waldorfpädagogik, aber Anfeindungen und Vorurteile sollte man abwehren. Und ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/berufstudium/...

    "Bundesinnenminister Otto Schily war Waldorfler, Altkanzler Helmut Kohl wählte eine Waldorfschule für seine Kinder, ebenso Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier."

    Das wäre doch ein Argument.

    Cheers, Felix

  2. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: Waldorf - Vorurteile und Realität

    Hai, CEA,

    bei den Waldorfschulen gibt es sone solche. Irgendwo im Süden Deutschlands gibt es eine, die aus ganz normalen Kindern völlig lebensuntüchtige Jugendliche macht, an deren Wissensstand zwar absolut nichts auszusetzen ist, die aber ansonsten alle negativen Klischees über Waldorfschüler erfüllen. Wirklich jeder blöde Witz, der je über Waldorffschüler gemacht wurde, findet bei denen reale Entsprechung. Die brauchen mindestens ein Jahr, bis sie sich an die reale Welt gewöhnt haben.
    Ich hab den starken Verdacht, daß all die Waldorff-Witze auf Abgängern dieser einen Schule basieren.

    Sind wir auf der Suche nach neuen Mitarbeitern und in den Unterlagen ist ein Waldorffzeugnis, dann gibt es beim Gespräch eine tiefschwarz-humorige Bemerkung - wird aus dem Bewerber dann plötzlich ein zutiefst entsetztes Seelchen, dann hat's verloren, das Seelchen (bei uns rufen gelegentlich auch mal wutschnaubende Kunden an...).
    Kann der Bewerber Humor verstehen, drüber lachen und auch mal 'ne spitze Bemerkung parieren, dann ist Waldorff ein Bonus, denn die meisten Waldorffschulen machen aus ihren Schülern selbst-denkende Menschen.

    Such Dir also Abgänger dieser Schule und läster mal - fließen Tränen, dann schick Dein Kind woanders hin.

    Gruß
    Sibylle

    • Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
      Re^2: Waldorf - Vorurteile und Realität

      Unglaubliches Stammtischgeplaenkel. Wirklich unglaublich.

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Waldorf - Vorurteile und Realität

        Ich kanns immernoch nicht fassen. Lernt man solche Vorgehensweisen/Argumentationen auf der Waldorfschule? Ich habe keine Ahnung!

        • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
          Wasis??? vermutlich offTopic

          Häh?

          Kannst Du mir erklären, was Dich grad so aufbringt?
          Und ob Du mir nun Stammtischgerede gegen Waldorff, oder "Opfer der Waldorff-Pädagogik sein" unterstellst?

          Sibylle

          • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
            Re: Wasis??? vermutlich offTopic

            Sind wir auf der Suche nach neuen Mitarbeitern und in den Unterlagen
            ist ein Waldorffzeugnis, dann gibt es beim Gespräch eine tiefschwarz-
            humorige Bemerkung - wird aus dem Bewerber dann plötzlich ein
            zutiefst entsetztes Seelchen, dann hat's verloren, das Seelchen (bei
            uns rufen gelegentlich auch mal wutschnaubende Kunden an...).
            Natuerlich steht euch frei, wie ihr eure kandidaten auswaehlt, aber wenn, dann solltet ihr doch diesen "Weicheitest" mit allen machen, lasst euch doch mal megatiefschwarzhumorige Bemerkung ueber Gymnasiasten einfallen, mal sehen wie die gucken. Kann der Bewerber Humor verstehen, drüber lachen und auch mal 'ne
            spitze Bemerkung parieren, dann ist Waldorff ein Bonus, denn die
            meisten Waldorffschulen machen aus ihren Schülern selbst-denkende
            Menschen.
            Aha, er muss also euren Humour toll finden. Na sowas, wahrscheinlich passt er sonst nicht ins Team. Ich habe den bloeden Eindruck, dass der Bonus gar kein Bonus ist, sondern den Waldorfschueler erst dann auf die Ebene zu den anderen Bewerbern befoerdert. Such Dir also Abgänger dieser Schule und läster mal - fließen
            Tränen, dann schick Dein Kind woanders hin.
            Nun, vielleicht haben an dem Tag schon genau 20 andere gelaestert. Dann wuerde es mir als Abgaenger auch leicht reichen. Reicht auch schon, wenn das in aller Regelmaessigkeit kommt.

            • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
              Re^2: Wasis??? vermutlich offTopic

              Ahh - daher das Mißverständnis... Natuerlich steht euch frei, wie ihr eure kandidaten auswaehlt,
              aber wenn, dann solltet ihr doch diesen "Weicheitest" mit
              allen machen, lasst euch doch mal megatiefschwarzhumorige
              Bemerkung ueber Gymnasiasten einfallen, mal sehen wie die
              gucken.
              Keine Bemerkung über Waldorffschüler - es geht nicht darum, einen Bewerber persönliche fertig zu machen - meistens sind es nicht einmal Bemerkungen, die an den Bewerber gerichtet sind (also kein "Kannst Du Deinen Namen tanzen?")
              Und ein Waldorffzeugnis ist nicht der einzige Grund, der uns dazu veranlasst, einen "Druck-Test" *g* zu machen, die Erwähnung von "großem Einfühlungsvermögen" in der Bewerbung, ein leises Telefon-Stimmchen oder 's Maul nicht aufkriegen, schlaffer Händedruck - das alles kann ein Hinweis darauf sein, daß derjenige sensibel darauf reagiert, wenn ein Kunde seinen Frust loslässt - kann, nicht muß. Drum sind das ja auch nicht von vorneherein Ausschlußkriterien... Aha, er muss also euren Humour toll finden. Na sowas,
              wahrscheinlich passt er sonst nicht ins Team. Ich habe den
              Natürlich muß er (oder sie) ins Team passen - wir sind kein großer Konzern, in dem jemand in eine andere Abteilung versetzt werden kann, wenn's Funken schlägt. Dazu muß er (oder sie) unseren Humor nicht toll finden - klare Ablehnung kann auch OK sein. Nur verschreckte Häschen, die an Fairness des Lebens glauben und daß man doch Rücksicht auf ihre emotionale Verfassung nehmen müsse, die sind hier fehl am Platz. Jemand, dem gerade seine Termine um die Ohren fliegen, weil die Technik ihn im Stich lässt, der ist nicht nett und rücksichtsvoll, wenn er 'seinen' Techniker anruft - der ist sauer und wer hier gerade Hotline macht, der darf das dann nicht persönlich nehmen und in Tränen ausbrechen. bloeden Eindruck, dass der Bonus gar kein Bonus ist, sondern
              den Waldorfschueler erst dann auf die Ebene zu den anderen
              Bewerbern befoerdert.
              Nö - ärgerlich viele Abiturienten* sind zum Beispiel weisungsabhängig, brauchen genaue Vorschriften, wie man was zu machen hat, und wenn sie die nicht haben, dann wird auch nichts gemacht. Stoßen sie auf irgendetwas, was sie gar nicht kennen, dann wird nicht gefragt, sondern das ganze einfach ignoriert (extra lustig, wenn der Kunde dann Wochen später nachfragt). Und das ist ein Problem, das wir mit den Waldorffern nicht hatten - die suchen selber oder fragen - meistens.
              Waldorff hat Vor- und Nachteile, Abitur hat Vor- und Nachteile, ein Auslandsjahr hat Vor- und Nachteile... Nun, vielleicht haben an dem Tag schon genau 20 andere
              gelaestert. Dann wuerde es mir als Abgaenger auch leicht
              reichen. Reicht auch schon, wenn das in aller
              Regelmaessigkeit kommt.
              Ich sprach von Schulabgängern und - wie ich zugeben muß - ich meinte Abitur-Niveau, also 19- bis 21-jährige. In dem Alter dürfte dann auch das 20. Lästermaul keine Tränen hervorrufen - Waldorff-Schüler zu sein ist ja schließlich keine Behinderung oder so, über die zu lästern Minderwertigkeitskomplexe hervorrufen und/oder verstärken könnte und an sich schon eine psychische Belastung darstellt - Waldorff-Schüler sind gar nicht sooo anders *g* (bis auf die von dieser einen Schule - die sind wirklich, wirklich merkwürdig)

              Gruß
              Sibylle

              *nicht alle Abiturienten sind so und nicht nur die - auch andere Schulformen produzieren nicht-denkende Befehlsempfänger - bei den Abiturienten ärgert es mich nur besonders.

            • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
              Re^3: Wasis??? vermutlich offTopic

              Mich interessiert wirklich brennend, wie ihr "normale" Abiturienten "prueft". Mit welcher schwarzen Bemerkung kommt ihr denen denn? Interessiert mich wirklich ehrlich.


              PS: wie kann es sein, dass bei euch Abiturienten arbeiten, die zu wenig Initative (nicht nachfragen etc.) zeigen? Wieso habt ihr die nicht vorher aussortiert? Na?



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