Re: Schreiben lernen, was ist besser ? Grundschulw
Hallo!
Das Problem an Schule ist, dass jeder denkt, er wäre Experte, weil er selbst mal zur Schule gegangen ist....
1. Die von dir beschriebenen zwei Methoden gibt es so schon lange nicht mehr (das ist ein ca. 20 Jahre altes, längst überholtes Klischee). Alle von Verlagen angebotenen Lese-Schreiblernwerke kombinieren ausnahmslos beide Wege!
2. Alle Kinder schreiben am Anfang so, wie "man spricht". So und nicht anders läuft lesen lernen ab. Das haben nur die meisten Erwachsenen vergessen. Allerdings dauert diese "Laut-Phase" bei Kindern ganz unterschiedlich lang, manche Kinder haben sie nach den ersten Monaten in der 1. Klasse schon überwunden.
3. Auch wenn viele Menschen glauben, die traditionelle deutsche Schule sei so toll, hat PISA das Gegenteil gezeigt: Den kompetenten Umgang mit Texten (lesen und selber verfassen) beherrschen deutsche Schüler oft nur ungenügend. Rechtschreibung ist unbestritten wichtig, aber echte Schreibkompetenz ist viel mehr als das.
4. Ein Unterricht, der neben Rechtschreibung den Kindern beibringt, ihre Gedanken, Ideen zu verschriftlichen, Briefe zu schreiben, ist ein lebendiger Untericht, der den Kindern Spaß macht und in dem sie viel mehr lernen als in dem einseitigen "Rechtschreib-Unterricht". Alle Lehrpläne fodern im übrigen nichts anderes.
5. Wie Klarjo sehr richtig schrieb: Auf die einzelne Lehrkraft kommt es an, und die wirst du vermutlich dir nicht aussuchen können.
Mein Rat wäre: Die Schule nicht nach der - vermeintlichen - Lese-Schreiblehr-Methode aussuchen, sondern sich ein allgemeines Bild verschaffen: Klassenräume, Schulhof, besonderne Angebote, Grundsätze der Schule, am Tag der offenen Tür hingehen, mit Lehrern sprechen. Natürlich hört man auf den "Ruf einer Schule", aber sei vorsichtig damit!
Dein Kind kann dennoch Glück oder Pech haben! Vielleicht suchst du dir die "Superlehrerin" aus, die aber sich am ersten Tag das Bein bricht und dann ein Jahr lang von einer mittelmäßigen Vertretung abgelöst wird!
Gruß
Karl
unser Sohn geht nächstes Jahr zur Schule, und da stellt sich
das Problem der Schulwahl.
Und zwar gibt es hier in unserer Stadt in den Grundschulen
diverse Schreiblehrmethoden. Heißt:
Ein Teil der Schüler lernt nach dem klassischen Prinzip, ein
Buchstabe nacheinander, in klassischer Schreibschrift, mit
Schreibübungen der einzelnen Buchstaben,
Ein Teil der Schüler lernt das anders: sie schreiben in
Druckbuchstaben, lernen alle Buchstaben sofort und schreiben
nach Gefühl und ohne Rechtschreibung , also zb faratt statt
Fahrrad. Das soll man als Eltern auch nicht korrigieren,
Schreibschrift und Rechtschreibung werden erst später gelernt.
Dieses system wird auch an der Grundschule in unserer Nähe
genutzt.
Hm, viele Eltern finden das ganz furchtbar, das wäre doppeltes
Lernen, und zudem hätten die Kinder dann später enorme
Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung.
Mich würden da mal Eure Meinungen zu interessieren, gerne auch
von Fachkräften, die mir das Pro und Contra erläutern.
Lg
Brenna