Hallo Bodo,
Maria Montessorie war der Überzeugung, dass Kinder nicht so sehr die Vorgaben der Erzieher brauchen, womit sie sich beschäftigen sollen, sondern Kinder entwickeln ihre Interessen alleine aus ihrem Entwicklungsstand heraus. Konkret: Wenn ein Kinder bei einem Gruppenspiel nicht mitmachen will, weil es von einem Spiel alleine so fasziniert ist, dann soll es auch ruhig bei diesem Spiel bleiben, weil diese Erfahrung momentan wichtiger ist, als sich in der Gruppe einzufügen. Manchmal beschäftigt sich ein Kind über einen langen Zeitraum mit ein und dem selben Spiel, was in Montessorie-Kigas ebenfalls gefördert wird. In klassischen Kigas legen die Erzieher Wert darauf, dass die Kinder in ihrem Spiel abwechslungsreich sind.
In unserem Kindergarten war in dem Erziehungskonzept die Montessorieprinzipien miteingemischt.
Ein Kindergarten steht und fällt mit den Fähigkeiten der Erzieher, die zum einem den Gruppenzusammenhalt schaffen sollen, zum anderen jedes Kinder individuell förden müßten. Wichtig dabei ist der Blick auf die Schulzeit, in der Leistungsfähigkeit des Einzelnen genauso von Bedeutung ist, wie die Fähigkeit sich in die Gemeinschaft zu integrieren.
Montessorie-Kigas fördern durch ihr Konzept vorallem die individuellen Fähigkeiten, was nicht jedem Kind für die persönlich Entwicklung gut tut, vorallem dann, wenn es geistig einiges auf dem Kasten hat, aber sich mit 5 Jahren immer noch nicht bei Gruppenspielen einfügen mag. Da hilft keine Theorie mehr, sondern ein gutes Gespür und Händchen der Erzieher(in).
Ich persönlich finde die Ideen vom Maria Montessorie sehr beeindruckend und nachvollziehbar, und habe mir auch als Mutter einiges zu Herzen genommen. Meine Freundin hatte ihr Kind in solchen einem Kiga. Nachteilig daran fand ich, dass die Eltern zeitmäßig zu häufig eingebunden waren - für berufstätige Eltern nicht immer praktisch. Bei all den schönen Naturmaterialien und Holzspielzeug der M.-Kigas gieren manche Kinder irgendwann einmal nach schnöden und buntem Plastikkram.
so würde ich folgendes in Augenschein nehmen:
wie gut sind die Erzieher(innen)? (das zu beurteilen geht vorab nur aus dem Bauch heraus)
wie entwickelt sich das Kind?
verfolgen sie im Kiga zu akribisch den Prinzipien? (manche Montessories "verbieten" für das Spiel Zuhause z.B. Barbies und Carrerabahn - das wäre mir zu fanatisch)
mit viel Eigenleistung muß man rechnen? (manche Eltern müssen neben Laternebasteln, Weihnachten, Fasching, Ostern, auch noch sich an der Spielzeugherstellung beteiligen)
Alles in allem sollte ein Kindergartenalltag zum persönlichen Leben der Kinder und deren Familie passen.
viele Grüße
Claudia