Guten Morgen,
um ein Kind die 1. Klasse wiederholen zu lassen, würde ich 2 Kriterien ansetzen:
1. Die schulische Leistung
2. Die soziale, psychische Belastung und wie er damit fertig wird.
Aus Deinem Posting entnehme ich, dass die Leistungen ok sind, fällt also als Grund eigentlich aus. Wobei ich die Tatsache, dass sie ihm öfter was nochmal erklären müsse schon kritisch sehe. Ich kann mir vorstellen, dass das schon zum Problem werden kann, wenn in der 2. oder 3. Klasse die Zeit dazu fehlt oder dem Rest der Klasse abgeknapst werden muss.
Hm, dass sie nicht wüßte, ob er mit anderen Lehrern zurechtkäme... Schwer zu beurteilen, diese Aussage. Wie war es denn mit der Einschulung, fiel ihm das schwer? Da würde ich mal nachhaken und fragen, ob es Gründe für diese Zweifel gibt. Nur der Jüngste zu sein reicht in meinen Augen als Begründung nicht aus.
Die Lehrerin kenne ich ja nicht und kann deshalb nicht einschätzen, wie fachlich kompetent sie ist. Ich wäre aber vorsichtig damit, alle ihre Gründe als vorgeschoben zu betrachten. Schwierige Entscheidung.
Was ich auf keinen Fall machen würde: Mein Kind dazu befragen. Ein 6-jähriger kann so eine Entscheidung nicht treffen, das ist in meinen Augen Erwachsenensache. Je natürlicher und definitiver man ihm das dann mitteilt, wenn es soweit ist, umso leichter wird er es haben, mit der Entscheidung klarzukommen. Ich frage ja meinen Sohn auch nicht, wie er es findet, sich im Auto anzuschnallen. Es gibt Dinge, die entscheiden Eltern für ihre Kinder, dazu sind sie m. E. da.
Zum Thema hänseln: Vielleicht wird er ja jetzt schon gehänselt, weil ihm alles extra erklärt wird. Wenn ein Kind gehänselt wird, hat das meist andere Gründe, als den aktuellen Anlaß zur Hänselei. Man läuft den Dingen hinterher, wenn man immer den aktuellen Grund abstellt und hofft, dass sich damit die Hänselei erledigt. Es wird sich ein neuer Hänselgrund finden, wenn das Kind dazu neigt ein "Hänselopfer" zu sein.
Gibt es evtl. noch eine weitere Lehrkraft (die Förderlehrerin etwa), die man dazu befragen könnte?
Warum ich mich nach einigem Zögern dazu geäußert habe hat folgenden Grund: Wir haben in der Klasse meines Sohnes einen ähnlichen Fall. Die Eltern haben ihn eingeschult, obwohl alle davon abgeraten haben. Die Lehrerin ist sehr engagiert und "zieht ihn mit durch". Mit Blick auf den Rest der Klasse (die zum Glück recht klein ist), sehe ich das eben kritisch und hoffe, dass er einen großen Entwicklungssprung macht, bevor er richtig auf die Nase fällt. Das Tempo zog hier in der 2. Klasse erheblich an, in der 3. Klasse noch einmal, wurde mir prophezeit.
Vielleicht waren ein paar Denkansätze dabei, einen konkreten Rat kann ich Dir leider nicht geben.
Schöne Grüße
kernig