5 Minuten Pause zu kurz?

Von: , Frage gestellt am Do, 29. Jan 2009

Hallo,

ein Großteil der Lehrer kommt zu spät zum Unterrichtsbeginn. Egal ob zur 1. Std. oder zwischendrin.

Fakt ist, dass 5 Min. zum Klassenzimmerwechsel mitunter recht kanpp sein können.
Problem Vorbildfunktion ist auch nicht zu verachten, insbes. im Zusammenhang von den Reaktionen einiger Lehrer, wenn ein Schüler zu spät kommt. (Dauerzuspätkommer mal ausgenommen)

Nun meine Frage:

Wie pünktlich könnt "ihr" sein/seid ihr?
Woran liegt es, wenn "ihr" zu spät kommt?
Wie oft kommt "ihr" zu spät?

TM

28 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 36 Minuten 1 hilfreich
    Re: 5 Minuten Pause zu kurz?

    Hallo Agnes,
    bei uns gibt es aus schülerbeförderungstechnischen Gründen überhaupt keine 5-min-Pausen (der Unterricht beginnt um 7:55 Uhr, früher wäre wegen des ÖPNV nicht möglich, die 6.Stunde endet um 12:55, später wäre aus demseben Grund nicht möglich, die 10 Stunde endet um 16:40 und später will ja wohl eh keiner.) Zwischen der 1. und 2. , der 3. und 4. und der 5. und 6.Stunde ist also Stundenwechsel ohne Pause. Klappt aber eigentlich ganz gut, natürlich gehen 2-3 Minuten Zeit verloren, weil man ja nicht von einem Saal zum anderen fliegen kann, aber mehr eigentlich nicht.
    Zur ersten Stunde und nach den beiden Pausen sind zumindest die Lehrer pünktlich, darauf legt der Schulleiter großen Wert. Er hat auch keine Hemmungen, notorische Zuspätkommer im Kollegium zur Ordnung zu rufen, ggf. in Privataudienz :=). Nachdem in den Pausen die Klassenzimmer abgeschlossen sind tritt es auch deutlich zu Tage wenn Lehrer zu spät sind, weil die Schüler halt auf dem Gang Krach machen.
    Zu spät kommende Schüler gibt es natürlich auch, das muss halt der jeweilige Fachlehrer in den Griff bekommen. Ich schließe schon mal nach vorheriger Warnung die Tür kurz nach dem Klingeln ab und lasse die Zuspätkommer ein paar Minuten vor der Tür stehen. Hilft meistens.
    Wenn ich mich mal verspäte liegt das meistens daran, dass ich von Schülern oder Kollegen auf dem Gang aufgehalten werde, die eine Auskunft brauchen etc. Aber das ist eher selten.
    Gruß Orchidee

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: 5 Minuten Pause zu kurz?

      Hallo orchidee, bei uns gibt es aus schülerbeförderungstechnischen Gründen
      natürlich gehen 2-3 Minuten Zeit
      verloren, weil man ja nicht von einem Saal zum anderen fliegen
      kann, aber mehr eigentlich nicht.
      wow, das ist aber wenig. Klingt vorbildlich. Ist aber eohl eher nicht die Norm :( Zur ersten Stunde und nach den beiden Pausen sind zumindest
      die Lehrer pünktlich, darauf legt der Schulleiter großen Wert.
      Prima! Unserer (und der in der Grundschule damals) leider nicht.
      Zuspätkommen der Lehrer ist ein ziemliches Problem an unserer Schule. Er hat auch keine Hemmungen, notorische Zuspätkommer im
      Kollegium zur Ordnung zu rufen, ggf. in Privataudienz :=).
      Recht hat er, denn schließlich sollten Lehrer den Schülern auch vorleben, dass man selbst auch pünktlich sein soll, wenn man Schüler fürs's zu spät kommen rügt. Nachdem in den Pausen die Klassenzimmer abgeschlossen sind
      tritt es auch deutlich zu Tage wenn Lehrer zu spät sind, weil
      die Schüler halt auf dem Gang Krach machen.
      Bei uns dürfen die in den kleinen Pausen das Zimmer nicht verlassen. Außer um aufs Klo zu gehen. Wenn ich mich mal verspäte liegt das meistens daran, dass ich
      von Schülern oder Kollegen auf dem Gang aufgehalten werde, die
      eine Auskunft brauchen etc. Aber das ist eher selten.
      Klar, das sollte man auch nur auf später verlegen, wenn die nötige Info viel Zeit beanspruchen würde.

      Danke für deine Schilderungen. Hört sich ja himmlisch an.

      TM

  2. Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
    Re: 5 Minuten Pause zu kurz?

    Halllo Agnes! ein Großteil der Lehrer kommt zu spät zum Unterrichtsbeginn.
    Egal ob zur 1. Std. oder zwischendrin.
    Fakt ist, dass 5 Min. zum Klassenzimmerwechsel mitunter recht
    kanpp sein können.
    Problem Vorbildfunktion
    Wieso ist Vorbildfunktion ein Problem? ist auch nicht zu verachten,
    meinst du damit: Die Vorbildfunktion von Lehrern sollte ja auch berücksichtigt werden? insbes.
    im Zusammenhang von den Reaktionen einiger Lehrer,
    oder im Zusammenhang mit Reaktionen einiger Lehrer? wenn ein
    Schüler zu spät kommt. (Dauerzuspätkommer mal ausgenommen)
    Nun meine Frage:
    Wie pünktlich könnt "ihr" sein/seid ihr?
    Sprichst du damit Schüler an oder Lehrer? Woran liegt es, wenn "ihr" zu spät kommt?
    Wie oft kommt "ihr" zu spät?
    Ich fühl mich jetzt mal als Lehrer angesprochen und hab ja auch schon in oberlehrerhafter Weise deinen Text so modifiziert, dass er für mich Sinn macht.

    1. Morgens muss man als Lehrer nicht zu spät kommen. Ich persönlich bin eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn im Lehrerzimmer, um in Ruhe Kaffee trinken und mit den Kollegen rumalbern zu können.

    2. Raumwechsel in der "kleinen" Pause (die wir an der Berufsschule gar nicht haben) geht selten problemlos, weil eigentlich immer noch ein Schüler irgendwas auf dem Herzen hat und 'mal kurz mit mir vor der Tür reden muss'. Diesen Service möchte ich weiterhin allen Schülern bieten.

    3. Pünktlich aus der großen Pause klappt auch nicht immer, weil in den Pausen entweder 23 Kollegen und/oder die Sekretärin und/oder der Schulleiter und/oder das Telefon was von mir will. Obwohl ich an einem langen Schultag drei große Pausen habe, komme ich manchmal nicht ein einziges Mal dazu, auch nur Pipi machen zu gehen. Von Pause für mich mit Kaffeetrinken und ein Brot in Ruhe aufessen können kann ich da nur träumen.

    Das ist nicht immer so. Manchmal kann ich in jeder Pause einen Kaffee trinken. Oft aber nicht, und das sind Dinge, die sich kaum anders organisieren lassen, aber dazu führen, dass man hundskaputt nach Hause fährt.

    Hoffe die Antwort war hilfreich im Sinne der Anfrage.

    LiebeGrüßeChrisTine

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: 5 Minuten Pause zu kurz?

      Halllo Chris Tine, ein Großteil der Lehrer kommt zu spät zum Unterrichtsbeginn.
      Egal ob zur 1. Std. oder zwischendrin.
      Fakt ist, dass 5 Min. zum Klassenzimmerwechsel mitunter recht
      kanpp sein können.
      Problem Vorbildfunktion
      Wieso ist Vorbildfunktion ein Problem? ist auch nicht zu verachten,
      meinst du damit: Die Vorbildfunktion von Lehrern sollte ja
      auch berücksichtigt werden?
      Was denn sonst?
      Sieh den Satz (mit Grammatikfehler *g*) im Gesamten und in Bezug auf den Einleitungssatz:
      <ein Großteil der Lehrer kommt zu spät zum Unterrichtsbeginn...Problem
      <Vorbildfunktion ist auch nicht zu verachten, insbes. im
      <Zusammenhang von den Reaktionen einiger Lehrer, wenn ein Schüler zu spät kommt.

      Was daran nicht zu verstehen ist, erschließt sich mir nicht. Bzw. warum sollte sich Vorbildfunktion auf die Schüler beziehen? Die haben dem Lehrer gegenüber ja keine ;-) insbes.
      im Zusammenhang von den Reaktionen einiger Lehrer,
      oder im Zusammenhang mit Reaktionen einiger Lehrer?
      *gg* Erwischt. Leider hast du jetzt aber keine Waschmaschine gewonnen ;-) Nun meine Frage:
      Wie pünktlich könnt "ihr" sein/seid ihr?
      Sprichst du damit Schüler an oder Lehrer?
      Es geht in dieser Frage/Problem um die Lehrer. Sonst stünde im Einleitungssatz ja Schüler kommen zu spät. Daher verstehe ich auch diese Nachfrage nicht. Woran liegt es, wenn "ihr" zu spät kommt?
      Wie oft kommt "ihr" zu spät?
      Ich fühl mich jetzt mal als Lehrer angesprochen und hab ja
      auch schon in oberlehrerhafter Weise deinen Text so
      modifiziert, dass er für mich Sinn macht.
      Ja das hast du, aber dein Sinnverständnisproblem kann ich nicht nachvollziehen. Die anderen haben es gleich verstanden, was gemeint ist ;-) Wo liegt also dein Problem aus dem geschriebenen herauszulesen, worum es ging? Denn geschafft hast du es ja doch. Aber du wirst deine Gründe haben, diese kleinen Bemerkungen eingefügt zu haben. 1. Morgens muss man als Lehrer nicht zu spät kommen. Ich
      persönlich bin eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn im
      Lehrerzimmer, um in Ruhe Kaffee trinken und mit den Kollegen
      rumalbern zu können.
      Pflege des Betriebsklimas ist ja auch wichtig. 2. Raumwechsel in der "kleinen" Pause (die wir an der
      Berufsschule gar nicht haben) geht selten problemlos, weil
      eigentlich immer noch ein Schüler irgendwas auf dem Herzen hat
      und 'mal kurz mit mir vor der Tür reden muss'. Diesen Service
      möchte ich weiterhin allen Schülern bieten.
      Ist auch gut so! 3. Pünktlich aus der großen Pause klappt auch nicht immer,
      weil in den Pausen entweder 23 Kollegen und/oder die
      Sekretärin und/oder der Schulleiter und/oder das Telefon was
      von mir will. Obwohl ich an einem langen Schultag drei große
      Pausen habe, komme ich manchmal nicht ein einziges Mal dazu,
      auch nur Pipi machen zu gehen. Von Pause für mich mit
      Kaffeetrinken und ein Brot in Ruhe aufessen können kann ich da
      nur träumen.
      Das sollte nicht an der Tagesordnung sein :(
      Aber wenn du zu den Lehrern gehörst, die besonders wichtig oder kompetent, oder halt gefragt ist, wird's natürlich schwierig. Dann vertröste sie doch auf nach dem Unterricht. Vielleicht sind dann einige ihrer Anliegen doch nicht mehr sooo wichtig ;-) Hoffe die Antwort war hilfreich im Sinne der Anfrage.
      Ja schon. Wenn das bei euch so läuft.
      Mal davon abgesehen, dass ich auch nie erwarten würde, dass Lehrer, bei denen das nicht so ist, sich hier melden und zugeben würden, dass sie zu spät kommen ;-)

      Mir geht es darum, noch weitere Gründe zu sehen/verstehen, die mir nicht einfallen, bzw. zur Kenntnis kamen.

      Die Gründe die ich so kenne sind diese:
      1. Schüler sprechen ihn nach dem Untrerricht noch an.
      -> ist ok und prima, aber längere/schwierige Themen muss man dann auf einen Extratermin verschieben.
      2. Eingreifen bei Unruhe und Streitigkeiten v. Schülern.
      -> Klar, muss sein.
      3. Unterricht kann nicht immer mit Gongschlag abrupt beendet werden.
      Auch klar und sinnvoll.
      4. Kollege spricht ihn an.
      -> Auch ok, solange man nicht unnötig lang rumtratscht und kann man gegebenenfalls auf später verlegen.
      5. Unterlagen müssen im Lehrerzimmer geholt werden.
      -> No go. Der Lehrer sollte sich organisieren können und seine Sachen dabei haben.
      6. Es müssen noch Kopien gemacht werden.
      -> Absolutes No go, das hat er im Rahmen der Unterrichtsvorbereitung zu tun und nicht während der Unterrichtszeit. Ausnahmen kann es ja mal geben, weil jeder mal was vergisst. (Früher bei und wurden dann die Klassenbesten geschickt, worüber natürlich auch streiten kann)

      Bei uns in der Schule kommen die Lehrer auch deshalb zu spät, weil sie sich im Lehrerzimmer rumtummeln, oder auf dem Gang ungestört Tratschen. (Die Kids dürfen in den kleinen Pausen das Klassenzimmer ja nicht verlassen)

      Und das regt micht als Mutter eben auf. Auch der Elternbeirat hat bisher nur temporär was bewirkt. Nach ein paar Wochen reißt es wieder ein. Tolles Vorbild für unsere Kinder :( Inzw. kommen an der Schule anscheinend auch immer mehr Schüler zu spät.
      Und das mich das aufregt, verstehet bestimmt jeder vernünftige Lehrer.

      TM

      • Antwort von nach 2 Tagen 5 hilfreich
        No Go ist schnell gesagt

        ... und deshalb noch lange nicht immer praxistauglich.

        Hallo, 5. Unterlagen müssen im Lehrerzimmer geholt werden.
        -> No go. Der Lehrer sollte sich organisieren können und
        seine Sachen dabei haben.
        Das kommt darauf an, wie viele Unterlagen für so einen Schulvormittag zusammenkommen und ob man das noch alles sinnvoll mit sich herumtragen kann. Wenn es für jede Stunde andere Bücher sind, Kopien, Folien, evt. Notebook dann könnte man schnell bei einer Volumen- und Gewichtsmenge sein, für die man einen zusätzlichen Handwagen braucht.

        Und bei den Wegen, die hier teilweise genannt werden, über Treppen, Höfe oder sogar 5 Minuten durch die Stadt würde ich die Sachen vermutlich auch eher im Lehrerzimmer deponieren und immer für die jeweilige Stunde holen.

        (Aufs Klo muss man ja sonst auch immer alles mitschleppen.)

        Eventuell können Unterlagen von verschiedenen Klassen in einer einzigen Aktentasche auch schön durcheinandergeraten (nicht zu vergessen sind vermutlich auch öfters mal sensible Daten dabei, wie Notenlisten, Klassenarbeiten, Protokolle über Problemschüler ...) 6. Es müssen noch Kopien gemacht werden.
        -> Absolutes No go, das hat er im Rahmen der
        Unterrichtsvorbereitung zu tun und nicht während der
        Unterrichtszeit. Ausnahmen kann es ja mal geben, weil jeder
        mal was vergisst. (Früher bei und wurden dann die
        Klassenbesten geschickt, worüber natürlich auch streiten kann)
        Da die Unterrichtsvorbereitung wohl normalerweise am Tag vorher zuhause passiert, meinst Du damit wohl auf eigene Rechnung im Kopierladen? Naja. Nicht jeder hat übrigens in seiner Wohnumgebung eine Kopiermöglichkeit.

        Ich denke, bei der konkreten Arbeitsorganisation kommen immer Momente mit ins Spiel, die ein Außenstehender nicht gleich mitberücksichtigt. Wenn ich mir so vorstelle, jemand wollte mir meinen Job vorstrukturieren, und mir erklären, wie ich den angeblich am effektivsten organisiere - darauf hätte ich wenig Lust.

        Mit vielen Grüssen,
        Walkuerax

        • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
          Re: No Go ist schnell gesagt

          Hallo, Das kommt darauf an, wie viele Unterlagen für so einen
          Schulvormittag zusammenkommen und ob man das noch alles
          sinnvoll mit sich herumtragen kann. Wenn es für jede Stunde
          andere Bücher sind, Kopien, Folien, evt. Notebook dann könnte
          man schnell bei einer Volumen- und Gewichtsmenge sein, für die
          man einen zusätzlichen Handwagen braucht.
          ok, das ist nachvollziehbar. Und bei den Wegen, die hier teilweise genannt werden, über
          Treppen, Höfe oder sogar 5 Minuten durch die Stadt würde ich
          die Sachen vermutlich auch eher im Lehrerzimmer deponieren und
          immer für die jeweilige Stunde holen.
          Dass bei derlei schlechten Arbeitsbedingungen "regelmäßiges" zu spät kommen vorprogrammiert ist, leuchtet mir auch auch ein. Da die Unterrichtsvorbereitung wohl normalerweise am Tag
          vorher zuhause passiert, meinst Du damit wohl auf eigene
          Rechnung im Kopierladen? Naja. Nicht jeder hat übrigens in
          seiner Wohnumgebung eine Kopiermöglichkeit.
          Also sorry, das ist 'ne faule Ausrede und grenzt an Polemik. Dann muss man das halt nach Unterrichtsschluss oder in den Freistunden machen. Ich denke, bei der konkreten Arbeitsorganisation kommen immer
          Momente mit ins Spiel, die ein Außenstehender nicht gleich
          mitberücksichtigt.
          Und genau darum frage ich hier ;-)
          Aber egal was man macht, Lehrer fühlen sich anscheinend leicht angegriffen. Ok, versteh ich auch, da ja immer wieder heftige Lehrerschelte durchs Land zieht. Wenn ich mir so vorstelle, jemand wollte
          mir meinen Job vorstrukturieren, und mir erklären, wie ich den
          angeblich am effektivsten organisiere - darauf hätte ich wenig
          Lust.
          Siehst du was ich meine? Bei uns an der Schule ist zu spät kommen der Lehrer an der Tagesordnung.

          Und wen mein Sohn - der es hasst zu spät zu kommen und so gut wie nie zu spät kommt - zu mir sagt. "Das schaffe ich locker noch, die Lehrer kommen ja alle mindestens 5-10 Minuten zu spät."
          Na wenn eine Mutter sich da nicht fragen darf, was da im Argen liegt, tut es mir leid. Leider hat es auch die neue Rektorin nicht geschafft, etwas mehr Disziplin in den Laden zu bringen.
          Mag ein Einzelfall sein, aber mit diesem muss ich mich eben rumschlagen und daher bin ich bemüht, hier Gründe zu erfahren, um den Lehrern evtl. mehr Verständnis entgegenbringen zu können.

          TM

          TM

          • Antwort von nach 3 Tagen 2 hilfreich
            Polemik?

            Hallo, Da die Unterrichtsvorbereitung wohl normalerweise am Tag
            vorher zuhause passiert, meinst Du damit wohl auf eigene
            Rechnung im Kopierladen? Naja. Nicht jeder hat übrigens in
            seiner Wohnumgebung eine Kopiermöglichkeit.
            Also sorry, das ist 'ne faule Ausrede und grenzt an Polemik.
            Dann muss man das halt nach Unterrichtsschluss oder in den
            Freistunden machen.
            Was soll polemisch sein, wenn ich sage, dass die Unterrichtsvorbereitung zuhause stattfindet? Das ist einfach eine Tatsachenbeschreibung.

            Zur Unterrichtsvorbereitung braucht man Bücher, Schulbücher für alle Fächer, alte Unterrichtsentwürfe, Protokolle aus Vorjahren, (was gut, was schlecht gelaufen war), Aufgabenbeispiele von früher, Folien von früher, Internetanschluss um nach Bilder und Kleinigkeiten zu surfen, die man gerade mal nicht weiss - und all dies hat ein Lehrer zuhause auf seinem Schreibtisch.

            Mein Bruder z.B. ist gerade Referendar (nicht sehr erfolgreich nebenbei bemerkt, aber das tut hier nichts zur Sache). Sein Schreibtisch zuhause biegt sich, seine Regalbretter ebenso. An der Schule haben sie immerhin mehrere Lehrerzimmer, eines davon ist auf ruhiges Arbeiten ausgerichtet, man kann dort also seinen Unterrichtsentwurf nochmal durchgehen oder Arbeiten korrigieren. Aber Unterrichtsplanung macht er nicht dort, da er keine Möglichkeit hat, seine ganzen Bücher und Unterlagen an der Schule zu lassen. (In dem Raum stehen mehrere Tische aber nicht so, dass er dort jetzt einen eigenen Schreibtisch oder ein Regal für sich hätte.) Er schleppt sein Notebook hin und her, hat allerdings in diesem raum keine Möglichkeit, damit ins Internet zu gehen (Schule hat noch kein WLAN).

            All dies eine wortreiche (eigentlich überflüssige) Erklärung, um zu sagen: Unterrichtsvorbereitung findet zuhause statt, dies ist von der Schule aus so gedacht. Wenn sich dabei Kopien als notwendig herausstellen, wird die Vorlage erstellt und am nächsten Tag in der Schule kopiert. Wenn man sehr vorausschauend (und erfahren) ist, kann man sicher 2-3 Tage vorausplanen, aber dass dies nicht immer funktioniert und man oft erst am Nachmittag vorher merkt, was man nun am nächsten Tag noch zusätzlich braucht, verstehe ich sofort. Und genau darum frage ich hier ;-)
            Aber egal was man macht, Lehrer fühlen sich anscheinend leicht
            angegriffen.
            Ok, versteh ich auch, da ja immer wieder heftige
            Lehrerschelte durchs Land zieht.
            Wüsste nicht, worauf Du jetzt abzielst: Meiner meinung nach hast Du hier viele sachliche Antworten bekommen und am unsachlichsten im ganzen Thread ist möglicherweise der Satz oben, dass Lehrer leicht beleidigt seien, der aber von Dir stammt. Wenn ich mir so vorstelle, jemand wollte
            mir meinen Job vorstrukturieren, und mir erklären, wie ich den
            angeblich am effektivsten organisiere - darauf hätte ich wenig
            Lust.
            Siehst du was ich meine?
            Nein, eigentlich nicht. Bei uns an der Schule ist zu spät
            kommen der Lehrer an der Tagesordnung.
            Dann sollte dieser Thread Dir doch jetzt genug Ideen gegeben haben, wo Verbesserungen ansetzen müssen. Wenn Du mal davon Abstand nimmst, dass die Lehrer (ich bin übrigens keiner, bzw. keine) sich angegriffen fühlen oder polemisieren, sondern wenn Du einfach mal annimmst, dass sie Dir reale Gegebenheiten und Rahmenbedingungen beschreiben, dann wäre für mich die einfachste Antwort auf das Zu-Spät-Kommen, dass man zwischen je 2 Unterichtsstunden eine Pause von 5 Minuten legt. Dies ist an der Schule meines Bruders übrigens der Fall und er hat zumindest noch nie davon erzählt, dass er oder irgendjemand Probleme mit der Pünktlichkeit hätte oder zwischen den Unterrichtsstunden in unvertretbare Hektik geriete.

            Viele Grüsse, Walkuerax

          • Antwort von nach 3 Tagen 2 hilfreich
            Re^2: No Go ist schnell gesagt

            Hi,

            Walkuerax hat Dir ja schon alles geantwortet, was es dir hier zu antworten gibt. Nur eine Ergänzung: Da die Unterrichtsvorbereitung wohl normalerweise am Tag
            vorher zuhause passiert, meinst Du damit wohl auf eigene
            Rechnung im Kopierladen? Naja. Nicht jeder hat übrigens in
            seiner Wohnumgebung eine Kopiermöglichkeit.
            Also sorry, das ist 'ne faule Ausrede und grenzt an Polemik. Dann :muss man das halt nach Unterrichtsschluss oder in den Freistunden :machen.
            Es wurde ja schon gesagt, dass man wegen der Materialien die Unterrichtsvorbereitung zu Hause macht. Ich bin seit knapp 5 Jahren +2 Jahre REferendariat im Dienst und habe bereits geschätzte (zu faul zum Nachmessen) 5m Bücher und Ordner im Regal, plus 4 proppevolle REgistraturauszüge (30cm tief), alles in einem sepaaraten Arbeitszimmer (von dem der Staat nicht glaubt, dass ich es brauche, und es micih deswegen auch nciht von der Steuer abziehen läßt)
            theoretisch kann ich natürlich an Tag 1 zu Hause die Unterrichtsvorbereitung für Tag 3 machen, am Tag 2 nach dem Unterricht alles kopieren und bin am Tag 3 komplett fertig und brauch nur noch in den Unterricht. Das funktioniert aber nur dann wirklich (und dann mach ich es auch so) wenn an Tag 2 das Fach in der Klasse nciht stattfindet, bzw Tag 2 Samstag + Sonntag ist. Und das ist nur in Nebenfächern möglich.
            Eine Stunde findet in der Praxis selten so statt, wie man sie plant. Die Schüler arbeiten länger oder kürzer an einer Aufgabe, haben mehr oder weniger Fragen als ich geschätzt habe. Ich stecke halt in den Leuten nciht drin. Soll ich, wenn ich mit 3 Zwischenfragen geplant habe, die inkl. Antwort 5min brauchen, die folgenden 2, die sich in der Praxis ergeben, abwimmeln? "Sorry, sonst komm ich mit m Stoff nciht durch". Oder wenn keine Fragen kommen, obwohl ich welche erwartet hatte, mich beleidigt hinsetzen und 5min warten? Oder noch schlimmer, es taucht ein ganz unvermutetes Problem auf, mit dem ich mich mit den Schülern beschäftigen muss... in der übernächsten Stunde behandeln, wenn der Zusammenhang weg ist? Immerhin ist die nächste ja schon verplant.
            Was das Arbeiten in der Schule nach Unterrichtsschluss oder in den Freistunden angeht: in der Schule frei herumlaufende Lehrer sind Freiwild. Da will der Kollege was, n Schüler fragt nach einem etc. - soll ich die alle wegschicken? Kollegen haben, wenn es ganz dringend ist, meine Email und TEl, das kann man benutzen. Selbst ein TElefongespräch artet weniger aus als ein Gespräch von Angesicht zu angesicht (zeitlich gesehen), Email erst recht. Außerdem überlegt man sich vor einem Anruf / einer Email, ob man das Prob anders lösen kann, die Hemmschwelle ist höher. Außerdem, wenn man im Lehrerzimmer ist und die Kollegen um einen herumschwirren, ist auch die GEfahr größer, einfach mal n Schwätzchen zu halten.
            Dann, Freistunde. Ok, ich persönlich habe sehr viele, weil meine Stunden über Vor- und Nachmittag sowie den Abend verteilt sind. Aber eine Freistunde von 45 min bringt nichts. 5min um aus dem Klassenraum ins Lehrerzimmer zu kommen, im Idealfall, 5min um zur nächsten Stunde pünktlich zu erscheinen. sich an den Platz begeben, Notizen zur letzen stunde machen (was hab ich wirklich gemacht, evtl. mdl. Noten) kosten weitere 5-10min. Sind noch 25 übrig. Zeug der Vorstunde weg, das für die zu planende her - im Idealfall gleiches Fach, gleiche Klasse. In 50% der Fälle muss ich was kopieren. Nehmen wir an, ich brauche nichts von zu Hause, hab die Vorlage dabei - die recherisch verbliebenen 25min werden nahezu aufgebraucht für 30 einfache A4-Kopien, ohne zuschneiden der Vorlage und so, aber lochen, und am Kopierer Schlange stehen. Und das abgesehen davon, dass ich für eine durchschnittliche Stunde an meinem Schultyp (viele Parallelklassen) eine Viertelstunde brauche, wenn ich eine langweilige Stunde aus dem Buch mache ... muss ja auch noch die Musterlösung auf Folie ziehen (als relativer Anfänger habe ich noch nciht alle Aufgaben aus dem Buch auf Folie, weil ich es mal an der Tafel mache, mal von Folie, je nachdem, wie viel Zeit ist, Tafelanschrieb dauert in der Stunde lange, Folie vorher :)...). Und vorher muss ich sie natürlich selber erstellen. An den Computer, Word an, abtippen, für Folie zurechtformatieren (Seitenränder, Schriftgröße), ausdrucken, quer durchs Lehrerzimmer zum Kopierer tippeln, feststellen, dass der Kollege vor mir die letzte Folie verbraucht hat, ans andere Ende des Ganges laufen und im Sekretariat neue Folien holen. Zurück ins Kopierzimmer, Folie ziehen. Dann einen Klassensatz Aufgabenblätter für den nächsten Tag erstellen. Mittendrin ist das Papierfach leer. Auffüllen, kostet auch wieder 2 extra minuten, aber an den anderen Kopierer kann man nciht, weil da der Toner leer ist und niemand im SEkretariat neuen geholt hat. Spätestens jetzt ist die Freistunde vorbei, und zwar so vorbei, dass man den Gong zur nächsten Stunde hört (Pause gibt es ja dazwischen bei uns keine). Aufm Klo war ich da auch noch nicht, ist doppelt so weit wie zum Sekretariat. Was trinken konnte ich vielleicht, wen denn jemand Kaffee gekocht hat. Dass sich alles so ballt, ist sicher nicht jedes Mal der Fall, aber einmal in zwei Wochen sicher. Was ich sagen will, ist, dass eine Stundenvorbereitung mehr als 20-30min in Anspruch nimmt. Und 2 Stunden oder 3 am Schreibtisch sitzen macht zu Hause mehr Spaß, man kann sich besser konzentrieren und vielleicht auch seine Lieblingsmusik nebenher hören.
            Viele lehrer haben gar nicht viele Freistunden, und am Gymnasium gibt es sowas kaum. In meinem einen Jahr als fertige Lehrerin am Gymnasium war ich an einer Schule, wo es der Stundenplaner geschafft hat, jedem Kollegen am Vormittag eine Freistunde einzubauen (1. oder letzte frei zählt nicht). Ich bitte um Entschuldigung, aber da habe ich ich die Zeit zum Frühstücke ngenutzt und zum Kopieren der Arbeitsblätter für die Stunden nach der Freistunde. Nicht für die komplette Unterrichtsvorbereitung.
            Klar gehe ich nicht zwischen zwei Stunden extra ins Lehrerzimmer, um zu kopieren - dabei geht fast ne Viertelstunde drauf. Aber man ist eben nciht immer pünktlich innerhalb der Freistunde fertig, oder pünktlich zjm Beginn der ersten.

            Die Franzi

            • Antwort von nach 4 Tagen 1 hilfreich
              Re^3: No Go ist schnell gesagt

              Hallo Franzi,

              einen recht lebhaften Lehreralltag hast Du da geschildert, und obwohl ich noch nicht mal im Referendariat bin, d.h. meine Praxiserfahrung sich auf Schulpraktische Studien und Blockpraktika bezieht, kann ich das nur bestätigen. Deshalb gab's von mir auch ein Sternchen.

              Eine Anmerkung habe ich aber dennoch zu Deinen Ausführungen: An den Computer, Word an,
              abtippen, für Folie zurechtformatieren (Seitenränder,
              Schriftgröße), ausdrucken, quer durchs Lehrerzimmer zum
              Kopierer tippeln (...)
              Warum nicht gleich 30 mal ausdrucken? Okay, man muss bereit sein, vielleicht 10€/Monat für Druckertinte auszugeben; aber dafür verbessert sich die Pünktlichkeit.
              Wenn ich jetzt nur sagen würde: Ich hab's in meinen Praxisstudien so gemacht; dann wär das noch kein ausreichendes Argument, da dies ja maximal vier Wochen lang zwei Klassen waren. Aber ich kann sagen, dass es meine zukünftige Schwiegermutter (Gymnasium Chemie/Bio, 6-7 Stunden/Tag) ebenso macht und sich somit jegliche Kopierprobleme aus dem Weg räumt.

              Liebe Grüße
              Immo



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