Re^2: No Go ist schnell gesagt
Hi,
Walkuerax hat Dir ja schon alles geantwortet, was es dir hier zu antworten gibt. Nur eine Ergänzung:
Da die Unterrichtsvorbereitung wohl normalerweise am Tag
vorher zuhause passiert, meinst Du damit wohl auf eigene
Rechnung im Kopierladen? Naja. Nicht jeder hat übrigens in
seiner Wohnumgebung eine Kopiermöglichkeit.
Also sorry, das ist 'ne faule Ausrede und grenzt an Polemik. Dann :muss man das halt nach Unterrichtsschluss oder in den Freistunden :machen.
Es wurde ja schon gesagt, dass man wegen der Materialien die Unterrichtsvorbereitung zu Hause macht. Ich bin seit knapp 5 Jahren +2 Jahre REferendariat im Dienst und habe bereits geschätzte (zu faul zum Nachmessen) 5m Bücher und Ordner im Regal, plus 4 proppevolle REgistraturauszüge (30cm tief), alles in einem sepaaraten Arbeitszimmer (von dem der Staat nicht glaubt, dass ich es brauche, und es micih deswegen auch nciht von der Steuer abziehen läßt)
theoretisch kann ich natürlich an Tag 1 zu Hause die Unterrichtsvorbereitung für Tag 3 machen, am Tag 2 nach dem Unterricht alles kopieren und bin am Tag 3 komplett fertig und brauch nur noch in den Unterricht. Das funktioniert aber nur dann wirklich (und dann mach ich es auch so) wenn an Tag 2 das Fach in der Klasse nciht stattfindet, bzw Tag 2 Samstag + Sonntag ist. Und das ist nur in Nebenfächern möglich.
Eine Stunde findet in der Praxis selten so statt, wie man sie plant. Die Schüler arbeiten länger oder kürzer an einer Aufgabe, haben mehr oder weniger Fragen als ich geschätzt habe. Ich stecke halt in den Leuten nciht drin. Soll ich, wenn ich mit 3 Zwischenfragen geplant habe, die inkl. Antwort 5min brauchen, die folgenden 2, die sich in der Praxis ergeben, abwimmeln? "Sorry, sonst komm ich mit m Stoff nciht durch". Oder wenn keine Fragen kommen, obwohl ich welche erwartet hatte, mich beleidigt hinsetzen und 5min warten? Oder noch schlimmer, es taucht ein ganz unvermutetes Problem auf, mit dem ich mich mit den Schülern beschäftigen muss... in der übernächsten Stunde behandeln, wenn der Zusammenhang weg ist? Immerhin ist die nächste ja schon verplant.
Was das Arbeiten in der Schule nach Unterrichtsschluss oder in den Freistunden angeht: in der Schule frei herumlaufende Lehrer sind Freiwild. Da will der Kollege was, n Schüler fragt nach einem etc. - soll ich die alle wegschicken? Kollegen haben, wenn es ganz dringend ist, meine Email und TEl, das kann man benutzen. Selbst ein TElefongespräch artet weniger aus als ein Gespräch von Angesicht zu angesicht (zeitlich gesehen), Email erst recht. Außerdem überlegt man sich vor einem Anruf / einer Email, ob man das Prob anders lösen kann, die Hemmschwelle ist höher. Außerdem, wenn man im Lehrerzimmer ist und die Kollegen um einen herumschwirren, ist auch die GEfahr größer, einfach mal n Schwätzchen zu halten.
Dann, Freistunde. Ok, ich persönlich habe sehr viele, weil meine Stunden über Vor- und Nachmittag sowie den Abend verteilt sind. Aber eine Freistunde von 45 min bringt nichts. 5min um aus dem Klassenraum ins Lehrerzimmer zu kommen, im Idealfall, 5min um zur nächsten Stunde pünktlich zu erscheinen. sich an den Platz begeben, Notizen zur letzen stunde machen (was hab ich wirklich gemacht, evtl. mdl. Noten) kosten weitere 5-10min. Sind noch 25 übrig. Zeug der Vorstunde weg, das für die zu planende her - im Idealfall gleiches Fach, gleiche Klasse. In 50% der Fälle muss ich was kopieren. Nehmen wir an, ich brauche nichts von zu Hause, hab die Vorlage dabei - die recherisch verbliebenen 25min werden nahezu aufgebraucht für 30 einfache A4-Kopien, ohne zuschneiden der Vorlage und so, aber lochen, und am Kopierer Schlange stehen. Und das abgesehen davon, dass ich für eine durchschnittliche Stunde an meinem Schultyp (viele Parallelklassen) eine Viertelstunde brauche, wenn ich eine langweilige Stunde aus dem Buch mache ... muss ja auch noch die Musterlösung auf Folie ziehen (als relativer Anfänger habe ich noch nciht alle Aufgaben aus dem Buch auf Folie, weil ich es mal an der Tafel mache, mal von Folie, je nachdem, wie viel Zeit ist, Tafelanschrieb dauert in der Stunde lange, Folie vorher :)...). Und vorher muss ich sie natürlich selber erstellen. An den Computer, Word an, abtippen, für Folie zurechtformatieren (Seitenränder, Schriftgröße), ausdrucken, quer durchs Lehrerzimmer zum Kopierer tippeln, feststellen, dass der Kollege vor mir die letzte Folie verbraucht hat, ans andere Ende des Ganges laufen und im Sekretariat neue Folien holen. Zurück ins Kopierzimmer, Folie ziehen. Dann einen Klassensatz Aufgabenblätter für den nächsten Tag erstellen. Mittendrin ist das Papierfach leer. Auffüllen, kostet auch wieder 2 extra minuten, aber an den anderen Kopierer kann man nciht, weil da der Toner leer ist und niemand im SEkretariat neuen geholt hat. Spätestens jetzt ist die Freistunde vorbei, und zwar so vorbei, dass man den Gong zur nächsten Stunde hört (Pause gibt es ja dazwischen bei uns keine). Aufm Klo war ich da auch noch nicht, ist doppelt so weit wie zum Sekretariat. Was trinken konnte ich vielleicht, wen denn jemand Kaffee gekocht hat. Dass sich alles so ballt, ist sicher nicht jedes Mal der Fall, aber einmal in zwei Wochen sicher. Was ich sagen will, ist, dass eine Stundenvorbereitung mehr als 20-30min in Anspruch nimmt. Und 2 Stunden oder 3 am Schreibtisch sitzen macht zu Hause mehr Spaß, man kann sich besser konzentrieren und vielleicht auch seine Lieblingsmusik nebenher hören.
Viele lehrer haben gar nicht viele Freistunden, und am Gymnasium gibt es sowas kaum. In meinem einen Jahr als fertige Lehrerin am Gymnasium war ich an einer Schule, wo es der Stundenplaner geschafft hat, jedem Kollegen am Vormittag eine Freistunde einzubauen (1. oder letzte frei zählt nicht). Ich bitte um Entschuldigung, aber da habe ich ich die Zeit zum Frühstücke ngenutzt und zum Kopieren der Arbeitsblätter für die Stunden nach der Freistunde. Nicht für die komplette Unterrichtsvorbereitung.
Klar gehe ich nicht zwischen zwei Stunden extra ins Lehrerzimmer, um zu kopieren - dabei geht fast ne Viertelstunde drauf. Aber man ist eben nciht immer pünktlich innerhalb der Freistunde fertig, oder pünktlich zjm Beginn der ersten.
Die Franzi