Akzente-Umlaute, ecc.

Von: , Frage gestellt am So, 29. Dez 2002

Umlaute - Akzente - diakritische Zeichen

Geschichte der Umlaute: ä = ae; ö = oe; ü = ue;
Frage aus Anlaß eines älteren Textes eben im TV, wo das e über dem o geschrieben wurde.
Ich bin aber nicht ganz sicher und kein studierter Sprach-/Schriftwissenschaftler.
Wer weiß genauer bescheid?
Liegt hier eine ähnliche Geschichte wie bei den frz Akzenten vor, v.a. dem accent circonflex, der früher anscheinend ein "hochgeschriebenes s" gewesen ist, wie in "château" > Kastell, "fenêtre" > finestra/Fenster, beides von gr. "phaino" = "mache sichtbar" (nach Wasserzieher: "Woher?".
Aber was ist mit frz.: "âme" (Seele), "chômage",(Arbeitslosigkeit)??
Und was kann man entwicklungsgeschichtlich zu den anderen beiden frz Akzenten (aigu, grave) sagen, und auch zum (c) cédille?
Im Arabischen stehen Punkte über/unter Konsonanten ja m.W. auch für sonst eigentlich fehlende Vokale.
Ich bitte um Entschuldigung für die mir fehlende Fachbegrifflik, finde das Thema aber allgemein ziemlich wichtig/exemplarisch/vielschichtig und schlage eine Themenbildung (eventuell auch zur Beziehung Schrift-Sprache allgemein) im Archiv vor.
moin, manni

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Tagen 0 hilfreich
    Re: Akzente-Umlaute, ecc.

    Umlaute - Akzente - diakritische Zeichen

    Geschichte der Umlaute: ä = ae; ö = oe; ü = ue;
    Frage aus Anlaß eines älteren Textes eben im TV, wo das e über
    dem o geschrieben wurde.
    Ich bin aber nicht ganz sicher und kein studierter
    Sprach-/Schriftwissenschaftler.
    Wer weiß genauer bescheid?
    Das Umlautzeichen "¨" ist tatsächlich als die Reminiszenz eines über dem Vokal geschriebenen altdeutschen e zu sehen, das stilisiert zu zwei Strichen wurde, später zu zwei Punkten. S. z.B. Geschichte der deutschen Orthographie (http://staff-www.uni-marburg.de/~schneid9/geschich.pdf). Liegt hier eine ähnliche Geschichte wie bei den frz Akzenten
    vor, v.a. dem accent circonflex, der früher anscheinend ein
    "hochgeschriebenes s" gewesen ist, wie in "château" >
    Kastell, "fenêtre" > finestra/Fenster, beides von gr.
    "phaino" = "mache sichtbar" (nach Wasserzieher: "Woher?".
    Aber was ist mit frz.: "âme" (Seele),
    "chômage",(Arbeitslosigkeit)??
    Angesichts der Etymologie (bei âme anima, bei chômage vielleicht calamus) ist das ein bißchen zweifelhaft; andererseits gab es auch gelegentlich schein-etymologische Schreibungen. Und was kann man entwicklungsgeschichtlich zu den anderen
    beiden frz Akzenten (aigu, grave) sagen, und auch zum (c)
    cédille?
    Cedille könnte für ein S stehen. Im Arabischen stehen Punkte über/unter Konsonanten ja m.W.
    auch für sonst eigentlich fehlende Vokale.
    Einen Überblick über "Akzente und ihre Bedeutung in europäischen Sprachen" gibt es hier: http://iquebec.ifrance.com/rolf1/info/accents.de.pdf - allerdings nur zur Aussprache und Verwendung nicht zur Herkunft der diakritischen Zeichen. Ich bitte um Entschuldigung für die mir fehlende
    Fachbegrifflik, finde das Thema aber allgemein ziemlich
    wichtig/exemplarisch/vielschichtig und schlage eine
    Themenbildung (eventuell auch zur Beziehung Schrift-Sprache
    allgemein) im Archiv vor.
    Einen sehr guten Überblick über "Schrift u. Schriftentwicklung" bietet etwa
    http://www.weikopf.de/Sprache/Schrift/schrift.html

    Gruß
    Manfred Kiefer moin, manni

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