Re^2: Esperanto WAS IST DAS?
Hallo Joachim,
Meiner Meinung nach ist Esperanto völlig unnütz.
Jedenfalls hat mich noch keiner von der Nützlichkeit
überzeugen können.
Deine Meinung begründet sich (wie leider bei vielen Leuten, die Esperanto gegenüber abgeneigt sind) auf sehr flachen bis nicht vorhandenen Vermutungen und Behauptungen.
Esperanto im Urlaub? VÖLLIG unnütz!
Falsch. Vielleicht brauchst du's nicht wenn du nach Spanien verreist, oder England oder Japan, gut. Allerdings muss das nichts heißen. Da könnte genausogut Isländisch schwachsinnig sein. Es gibt mehr als genug Möglichkeiten, im Urlaub mit anderen Esperantisten zu kommunizieren. Da wären zum einen die Treffen, die mehrmals pro Jahr stattfinden, nicht nur in Deutschland, und zum anderen das sogenannte Pasporta Servo - ein Dienst, bei dem man kostenlos bei anderen Esperantisten unterkommen kann. Wenn man mal auf der Durchreise ist, ist sowas fabelhaft (wäre allerdings nicht so wirklich was für mich).
Esperanto im eigens dafür kreierten Kolloquium? Firlefanz!
Ja, das ist wohl das was ich oben schrieb... Gegenargument: Extra für Isländisch nach Island fliegen? Firlefanz.
Esperanto aus ästhetischer Sicht? Abstoßend! Ich sage nur: La
Hundo!!!
Schwachsinn. Ich sag nur "kindergarten", "to abseil", "ersatz" - ist das etwa besser? Nein, das Argument zählt nicht.
Esperanto in der Literatur? Nicht wirklich vorhanden!
Oho, du hast ja 'ne Ahnung (sorry, aber das war jetzt wirklich krass). ;)
Es gibt Unmengen an Büchern und Facharbeiten und Übersetzungen und Gedichten und Eigenkreationen und Comics und auch ein paar Filme auf Esperanto. Und es werden ja nicht weniger.
Jede Sprache hat irgendwie einen Stil, eine Färbung, einen
Charakter! Der bei Esperanto besteht daraus, daß es keinen
hat. Die Wörter sind wahllos aus irgendwelchen Sprachfamilien
zusammengeklaubt, die Grammatik ist auf das Notwendigste
beschränkt etc. etc.
"Die Grammatik ist auf das Notwendigste beschränkt" ist ein Argument für Esperanto, nicht dagegen, mein Lieber... Und "wahllos" ist quatsch, denn die Wörter sind hauptsächlich sehr, äh... gewählt gewählt. Bei manchen Wörtern hätte ich auch ein anderes genommen, allerdings ist gerade diese Strategie - die Wörter nicht nur aus romanischen, sondern von germanischen, griechischen, slawischen Wortstämmen abzuleiten - ein perfektes Pro-Argument, da sie sich so besser einprägen lassen, weil beispielsweise mal das lateinische Wort weniger bekannt ist als das germanische. Dies trifft nicht immer zu, ist aber im Großen und Ganzen doch die Grundlage Esperantos.
Ich würde empfehlen, lieber Englisch zu vertiefen, oder eine
gesprochene Sprache zu erlernen...
Da geb ich dir Recht, Esperanto ist ja nicht dazu da, Englisch zu verdrängen oder den Leuten die Lust am Sprachen-Lernen zu vermiesen (eher im Gegenteil). Die ursprüngliche Idee, la fina venko, nämlich dass irgendwann einmal Esperanto wirklich die Kommunikationssprache wird, halte auch ich für sehr gewagt; mag sein dass es sich nicht wirklich durchgesetzt hat. Teilweise liegt das aber an der Sturheit und Gewohnheit vieler Menschen (und nein, damit will ich nicht sagen dass wer kein Esperanto lernt minderwertig wäre), sich lieber der Masse anzupassen.
Ich habe Esperanto gelernt, anfangs mehr zum Probieren, dann aus Interesse, schließlich um mich zu verbessern und endlich um die Kultur zu erleben. Ich war vor einigen Wochen bei einem Esperanto-Treffen in Schweden und ich muss sagen - es war einfach fantastisch!
Außerdem spricht nichts wirklich gegen Esperanto - die Grammatik zu lernen nimmt praktisch keine Zeit in Anspruch und schließlich ist es ja zu 100% freiwillig.
Tut mir leid wenn ich etwas wie ein Sektenmitglied klinge, aber wenn Leute unbegründete Behauptungen gegen Esperanto aufstellen, dann kann ich das nicht so einfach stehenlassen.
- André