Esperanto

Von: , Frage gestellt am Mi, 20. Aug 2003

hallo,

mich würde interesieren, wie nützlich esperanto wirklich ist. wie viele leute lernen das denn ungefähr? in welchen ländern? und wie komme ich jenseits des netzes an unterrichtsmaterial? meine vhs vor ort bietet jedenfalls keine kurse. . .
spricht vielleicht auch jemand esperanto und kann mir verraten, wie hoch der lernaufwand in ungefähr ist?

gruß
linda

29 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 3 hilfreich
    Re: Esperanto WAS IST DAS?

    Hallo,

    Meiner Meinung nach ist Esperanto völlig unnütz.
    Jedenfalls hat mich noch keiner von der Nützlichkeit überzeugen können.

    Esperanto im Urlaub? VÖLLIG unnütz!
    Esperanto im eigens dafür kreierten Kolloquium? Firlefanz!
    Esperanto aus ästhetischer Sicht? Abstoßend! Ich sage nur: La Hundo!!!
    Esperanto in der Literatur? Nicht wirklich vorhanden!
    Jede Sprache hat irgendwie einen Stil, eine Färbung, einen Charakter! Der bei Esperanto besteht daraus, daß es keinen hat. Die Wörter sind wahllos aus irgendwelchen Sprachfamilien zusammengeklaubt, die Grammatik ist auf das Notwendigste beschränkt etc. etc.

    Ich würde empfehlen, lieber Englisch zu vertiefen, oder eine gesprochene Sprache zu erlernen...

    Meine Meinung.

    Joachim. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 8 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Esperanto WAS IST DAS?

      Hallo Joachim, Meiner Meinung nach ist Esperanto völlig unnütz.
      Jedenfalls hat mich noch keiner von der Nützlichkeit
      überzeugen können.
      Deine Meinung begründet sich (wie leider bei vielen Leuten, die Esperanto gegenüber abgeneigt sind) auf sehr flachen bis nicht vorhandenen Vermutungen und Behauptungen. Esperanto im Urlaub? VÖLLIG unnütz!
      Falsch. Vielleicht brauchst du's nicht wenn du nach Spanien verreist, oder England oder Japan, gut. Allerdings muss das nichts heißen. Da könnte genausogut Isländisch schwachsinnig sein. Es gibt mehr als genug Möglichkeiten, im Urlaub mit anderen Esperantisten zu kommunizieren. Da wären zum einen die Treffen, die mehrmals pro Jahr stattfinden, nicht nur in Deutschland, und zum anderen das sogenannte Pasporta Servo - ein Dienst, bei dem man kostenlos bei anderen Esperantisten unterkommen kann. Wenn man mal auf der Durchreise ist, ist sowas fabelhaft (wäre allerdings nicht so wirklich was für mich). Esperanto im eigens dafür kreierten Kolloquium? Firlefanz!
      Ja, das ist wohl das was ich oben schrieb... Gegenargument: Extra für Isländisch nach Island fliegen? Firlefanz. Esperanto aus ästhetischer Sicht? Abstoßend! Ich sage nur: La
      Hundo!!!
      Schwachsinn. Ich sag nur "kindergarten", "to abseil", "ersatz" - ist das etwa besser? Nein, das Argument zählt nicht. Esperanto in der Literatur? Nicht wirklich vorhanden!
      Oho, du hast ja 'ne Ahnung (sorry, aber das war jetzt wirklich krass). ;)
      Es gibt Unmengen an Büchern und Facharbeiten und Übersetzungen und Gedichten und Eigenkreationen und Comics und auch ein paar Filme auf Esperanto. Und es werden ja nicht weniger. Jede Sprache hat irgendwie einen Stil, eine Färbung, einen
      Charakter! Der bei Esperanto besteht daraus, daß es keinen
      hat. Die Wörter sind wahllos aus irgendwelchen Sprachfamilien
      zusammengeklaubt, die Grammatik ist auf das Notwendigste
      beschränkt etc. etc.
      "Die Grammatik ist auf das Notwendigste beschränkt" ist ein Argument für Esperanto, nicht dagegen, mein Lieber... Und "wahllos" ist quatsch, denn die Wörter sind hauptsächlich sehr, äh... gewählt gewählt. Bei manchen Wörtern hätte ich auch ein anderes genommen, allerdings ist gerade diese Strategie - die Wörter nicht nur aus romanischen, sondern von germanischen, griechischen, slawischen Wortstämmen abzuleiten - ein perfektes Pro-Argument, da sie sich so besser einprägen lassen, weil beispielsweise mal das lateinische Wort weniger bekannt ist als das germanische. Dies trifft nicht immer zu, ist aber im Großen und Ganzen doch die Grundlage Esperantos. Ich würde empfehlen, lieber Englisch zu vertiefen, oder eine
      gesprochene Sprache zu erlernen...
      Da geb ich dir Recht, Esperanto ist ja nicht dazu da, Englisch zu verdrängen oder den Leuten die Lust am Sprachen-Lernen zu vermiesen (eher im Gegenteil). Die ursprüngliche Idee, la fina venko, nämlich dass irgendwann einmal Esperanto wirklich die Kommunikationssprache wird, halte auch ich für sehr gewagt; mag sein dass es sich nicht wirklich durchgesetzt hat. Teilweise liegt das aber an der Sturheit und Gewohnheit vieler Menschen (und nein, damit will ich nicht sagen dass wer kein Esperanto lernt minderwertig wäre), sich lieber der Masse anzupassen.

      Ich habe Esperanto gelernt, anfangs mehr zum Probieren, dann aus Interesse, schließlich um mich zu verbessern und endlich um die Kultur zu erleben. Ich war vor einigen Wochen bei einem Esperanto-Treffen in Schweden und ich muss sagen - es war einfach fantastisch!
      Außerdem spricht nichts wirklich gegen Esperanto - die Grammatik zu lernen nimmt praktisch keine Zeit in Anspruch und schließlich ist es ja zu 100% freiwillig.

      Tut mir leid wenn ich etwas wie ein Sektenmitglied klinge, aber wenn Leute unbegründete Behauptungen gegen Esperanto aufstellen, dann kann ich das nicht so einfach stehenlassen.

      - André

      • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Esperanto WAS IST DAS?

        Hallo André, hallo Joachim!
        Eine müüüüüßige Frage, die Akte Esperanto. Was die Nützlichkeit angeht, muß man einfach vorher wissen, was man will. Es hat schon etwas für sich, wenn die gemeinsam erlernte Sprache zu einem kleinen – mal mehr, mal weniger – fest zusammengschweißten Kreis von Menschen wird, die gemeinsame Interessen haben und eine Art "verschworene Gemeinde" bilden, in der jeder jedem hilft. Ich kenne so ein ähnliches Gefühl vom Club der ehemaligen Teilnehmer der Deutschen SchülerAkademie. Und daß es Literatur gibt, ist mir auch bewußt – ein ehemaliger Lehrer von mir ist da ein "hohes Wesen" im Übertragen.

        Aber, verzeih mir, André; die Möglichkeit, daß Du im Urlaub auf Esperantophile triffst, ist eher gering – es sei denn natürlich, Du fährst zu einem Esperantistentreffen oder in eine große Stadt/einen Touristenort bzw. gezielt zu einem Esperantisten.

        Was die Grammatik angeht, kann man's auch von verschiedenen Seiten sehen: Natürlich, als Kommunikationssprache kommt dem Esperanto zugute, daß es eine simple Grammatik hat. Nur muß ich ganz ehrlich sagen: Wenn die Grammatik zu simpel ist, leidet die Sprachkultur darunter. Eine Sprache lebt einfach davon, daß es Ausnahmen gibt, daß man vielleicht ein, zwei Regeln mehr lernt. Daraus zieht eine Sprache ihre Würze und ihren Charakter. Das fällt einem besonders dann auf, wenn man sich mit verschiedenen Sprachen und Grammatiken auseinandersetzt. Jede Sprache hat durch ihre Ausnahmen, ihre Wortwahl etc. ihren ganz eigenen Charme.

        Esperanto ist in dieser Hinsicht eine leere Sprache, die – da Kunstprache – keine wirkliche Entwicklung durchgemacht hat und sich wohl im Vergleich zu anderen Sprachen auch eher geringfügig wandeln wird. Was fehlt, ist eine "gesunde Abnutzung" durch den alltäglichen Gebrauch von Muttersprachlern – und damit meine ich mehr als die im SIL Ethnologue aufgeführten 2000, die wahrscheinlich verstreut in zig Ländern leben.

        Ich hätte in der achten Klasse die Möglichkeit gehabt, Esperanto zu lernen (hat aber aus zeitlichen Gründen nicht geklappt). Heute muß ich sagen, daß ich fast froh darüber bin. Bin zwar nicht Mitglied im "Club". Dafür habe ich meine Zeit anderen Fremdsprachen gewidmet und auch dadurch viele interessante Menschen (aus zig Ländern und Kontinenten) kennengelernt. (Interessanteste Begegnung: Unterhaltung auf Griechisch mit einer Kanadierin in New York...).

        Gruß,
        Stefan

        • Antwort von nach 10 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Esperanto WAS IST DAS?

          Hallo Stefan,

          Ja, ich muss dir zustimmen, Esperanto ist nicht wirklich hilfreich, es ist mehr eine Art Hobbysprache, könnte man sagen.
          Das mit dem Urlaub: Ja, das wollte ich vorhin eigentlich ausdrücken - man wird kaum auf Esperantisten treffen, außer man macht es eben gezielt.

          Naja, ich finde schon dass Esperanto als Sprache einen wirkliche eigenen Charakter hat, der sich (bei mir) dadurch ausdrückt, dass es sich irgendwie seltsam "anfühlt", dass man praktisch aus jedem Wort ein Verb, Nomen, Adjektiv, Adverb machen kann, hinzu kommen die ganzen Affixe und die Freiheiten die man hat, es ist wirklich ein anderes Sprachgefühl als z.B. Deutsch und Englisch.
          Es gibt auch "echte" Sprachen, die fast ohne Ausnahmen regelmäßig sind: Türkisch z.B., das ist vielleicht von der Grammatik her nicht so einfach strukturiert wie Esperanto, aber fast genause regelmäßig. Das ist das tolle - man kann Sätze schreiben und (fast) sichergehen, dass man alles richtig flektiert hat. Das ist bei den meisten Sprachen nicht der Fall.

          - André

          • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Esperanto WAS IST DAS?

            Hallo André! Das mit dem Urlaub: Ja, das wollte ich vorhin eigentlich
            ausdrücken - man wird kaum auf Esperantisten treffen, außer
            man macht es eben gezielt.
            Richtig, wenn man aber gezielt sucht, findet man mit Sicherheit leichter Leute, die Esperanto sprechen, da die Esperantisten gut organisiert sind. Ohne gezielte Suche wird es schwer, mit gezielter Suche findet man aber leichter Sprecher als bei anderen Sprachen. Es gibt auch "echte" Sprachen, die fast ohne Ausnahmen
            regelmäßig sind: Türkisch z.B., das ist vielleicht von der
            Grammatik her nicht so einfach strukturiert wie Esperanto,
            aber fast genause regelmäßig. Das ist das tolle - man kann
            Sätze schreiben und (fast) sichergehen, dass man alles richtig
            flektiert hat. Das ist bei den meisten Sprachen nicht der
            Fall.
            Und es gibt genauso Leute, die kritisieren, dass Esperanto noch einfacher sein könnte und trotzdem nicht an Ausdruckskraft verlieren würde (z.B. asiatische Sprachen). Eine internationale Sprache sollte schon regelmäßig sein, genau das ist doch der Vorteil einer künstlich erschaffenen Sprache und es erleichtert die Kommunikation.

            MfG,
            Car

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Esperanto WAS IST DAS?

              hallo, Eine internationale Sprache sollte schon regelmäßig sein,
              genau das ist doch der Vorteil einer künstlich erschaffenen
              Sprache und es erleichtert die Kommunikation.
              wie an anderer stelle schon erwähnt ist da ein widerspruch drin. einerseits wird behauptet, esperanto sei eine internationale sprache und andererseits wird selbstverständlich davon ausgegangen, daß europäische einfachheitsmaßstäbe zu gelten haben und keine asiatischen oder sonstigen. esperanto ist NICHT "einfach für jeden", sondern nur einfach für jeden, der eine europäische muttersprache und eine lateinische "mutterschrift" hat.

              gruß datafox

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: Esperanto WAS IST DAS?

              wie an anderer stelle schon erwähnt ist da ein widerspruch
              drin. einerseits wird behauptet, esperanto sei eine
              internationale sprache und andererseits wird
              selbstverständlich davon ausgegangen, daß europäische
              einfachheitsmaßstäbe zu gelten haben und keine asiatischen
              oder sonstigen. esperanto ist NICHT "einfach für jeden",
              sondern nur einfach für jeden, der eine europäische
              muttersprache und eine lateinische "mutterschrift" hat.
              Naja, wie gesagt, so eine Sprache kann es nicht geben, die es jedem Recht machen würde. Die Mehrheit der Welt schreibt nun mal mit lateinischen Buchstaben, und romanische/germanische Wörter sind im Allgemeinen bekannter als Sinotibetische oder Arabische...
              Außerdem: fast jeder auf der Welt kann lateinische Buchstaben lesen, bei Kyrillisch oder Arabisch sieht's schon nicht mehr so doll aus.

              - André

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^8: Esperanto WAS IST DAS?

              Die Mehrheit der Welt schreibt nun
              mal mit lateinischen Buchstaben, und romanische/germanische
              Wörter sind im Allgemeinen bekannter als Sinotibetische oder
              Arabische...
              Außerdem: fast jeder auf der Welt kann lateinische Buchstaben
              lesen, bei Kyrillisch oder Arabisch sieht's schon nicht mehr
              so doll aus.
              ja und warum ist das so? weil alle englisch lernen. also wo bleibt dann die esperanto-idee? verstehe ich jetzt echt nicht.

              gruss datafox

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^9: Esperanto WAS IST DAS?

              ja und warum ist das so? weil alle englisch lernen. also wo
              bleibt dann die esperanto-idee? verstehe ich jetzt echt nicht.
              Esperanto ist dazu gedacht, eine einfach erlernbare Sprache zu sein. Und da jeder ja schon die lateinischen Buchstaben kennt, bietet sich das doch an, oder nicht? Hätte Zamenhof extra ein eigenes Alphabet erfunden, gäbe es heute bestimmt nicht so viele Sprecher, denn bis man ein Alphabet fließend kann (und Wörter gleich *sieht* und nicht erst buchstabenweise lesen muss) vergeht ganz schön viel Zeit.

              Man könnte sich jetzt über die Sonderzeichen (mit dem Zirkumflex) aufregen, aber dass Esperanto lateinisch schreibt, ist praktisch die einzig logische Lösung.

              Genauso könnte Esperanto das 8er oder 12er System einführen, weil das vielleicht praktischer wäre (von den Teilern, bzw. wegen der Uhrzeit her), aber man hat das natürlich nicht gemacht.

              - André



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