Anrede 'Herr'/'Herrn'
Von: , Frage gestellt am Do, 9. Sep 1999
Hallo zusammen,
folgendes Problem:
Wie muß die Anrede bei einer männlichen Person heißen: "Herr" oder "Herrn"?
Info: Es kommt kein "An" davor.
Gruß, Christoph
Hallo zusammen,
folgendes Problem:
Wie muß die Anrede bei einer männlichen Person heißen: "Herr" oder "Herrn"?
Info: Es kommt kein "An" davor.
Gruß, Christoph
Brief: Sehr geehrter Herr Sowieso,
Anschrift:
- früher war es üblich z.B.
An Herrn Sowieso oder gar noch An Fräulein Sowieso zu schreiben
- aktuell ist eher ohne Frau und Herr und schon gar nicht Fräulein und den vollen Namen zu schreiben also:
Wolfgang Sowieso
Neumarkt 3
50677 Köln
nur wenn Du den nicht kennst reicht Herr Sowieso, Neumarkt 3, 50677 Köln
Oder wolltest Du etwas ganz anderes wissen?
Gruß, Faten
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Hallo Faten,
konkret geht es darum, die Anrede in einer Adreßdatenbank mit Schlüsselwerten zu speichern. Die Adressen werden zum Druck von Anschriften benutzt. Der Datenbestand soll international genutzt werden (D, A, CH) und mein Kollege in der Schweiz ist der Meinung, das "Herrn" richtig wäre. Also z.B.
Herrn
Dr. Otto Maier
Blumenstraße 1
CH-1234 Irgendwo
Vom Gefühle her würde ich aber "Herr" benutzten. Wie muß es richtig heißen?
Gruß, Christoph
Also meine Mutter (Chefsekretärin) lernt in Fortbildungen immer Herr Sowieso und nicht das uralte Herrn oder An Herrn Sowieso. Ob das aber in der Schweiz anders ist, weiß ich nicht. Manchmal klingt das Schweizerdeutsch für meine Ohren veraltet, kann aber doch für Schweizerdeutsch aktuell sein. Ich kann ja meine Mutter mal fragen, ob sie da etwas weiß. Aber in der Regel verbessert sie mich immer, wenn es bei der Korrespondenz feine Änderungen gegeben hat z.B. im Aufbau oder der Gestaltung eines öffiziellen Briefes o.ä.
Alles Gute, ich schreib noch mal nach dem Wochenende, ob ich was Neues weiß.
Gruß, Faten
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Hi Christof,
ich bin wieder zurück.
Meine Antwort war schon richtig. Meine Vermutung über veralteten Sprachgebrauch, der in Österreich und der Schweiz sich lange und hartnäckig hält, wurde von meiner Mutter bestätigt.
Gruß, Faten
Also meine Mutter (Chefsekretärin) lernt
in Fortbildungen immer Herr Sowieso und
nicht das uralte Herrn oder An Herrn
Sowieso. Ob das aber in der Schweiz
anders ist, weiß ich nicht. Manchmal
klingt das Schweizerdeutsch für meine
Ohren veraltet, kann aber doch für
Schweizerdeutsch aktuell sein. Ich kann
ja meine Mutter mal fragen, ob sie da
etwas weiß. Aber in der Regel verbessert
sie mich immer, wenn es bei der
Korrespondenz feine Änderungen gegeben
hat z.B. im Aufbau oder der Gestaltung
eines öffiziellen Briefes o.ä.
Alles Gute, ich schreib noch mal nach dem
Wochenende, ob ich was Neues weiß.
Gruß, Faten
"Herrn" in der Anschrift ist auch in Deutschland durchaus gängige Praxis - wie mir mein Posteingang zeigt. Oder auch:
http://www.werbebriefe.de/arb-em.htm
http://www.teledock.de/Sprachverarbeitung/SV_diktat.htm
siehe auch "Bertelsmann: Die neue deutsche Rechtschreibung", S. 73
Reinhard
"Herrn" in der Anschrift ist auch in
Deutschland durchaus gängige Praxis - wie
mir mein Posteingang zeigt. Oder auch:
aber veraltet :-)
Es gibt immer noch Leute, die hinter dem Mond wohnen auch in der öffentlichen Korrespondenz. Was glaubst Du, was für eine alte Sprache mancher Minister benutzt, wenn er einen Brief diktiert und wieviel Kampf die Sekretärin hat, ihn zu überzeugen, daß dies verstaubt oder grammatikalisch falsch ist :-)
Gruß, Faten
Nun ja - ich würde dann aber gern wissen, wer festlegt, was jetzt "veraltet" ist - Deine Mutter? ;=)
Ich halte mich da dann doch lieber an mein Wörterbuch...
Reinhard
Na dann erkundige Dich doch mal genauer nach den besten Fortbildungen der Sekretärinnen in diesem Land. Oder spreche mit den Germanistikprofessoren einer Dir nahe gelegenen Uni, wenn Du es mir nicht glaubst.
Ich muß mich doch nicht hier mit Dir um so etwas Nichtiges streiten. Wer nichts von anderen lernen will, der bleibt eben bei seinem alten Käse und glaubt, der sei das Richtige. Na und? Wenn ich dann einen Brief von Dir oder einer Firma bekomme, die mich einfach so mit Herrn oder vielleicht auch Fräulein anschreibt, dann weiß ich, was ich von ihr und zu halten habe.
Aber Dir steht es selbstverständlich frei, solche Briefe zu verschicken ;-)
Gruß, Faten
P.S.: Meine Mutter habe ich nur erwähnt, weil sie Fachfrau ist.
Na dann erkundige Dich doch mal genauer
nach den besten Fortbildungen der
Sekretärinnen in diesem Land. Oder
spreche mit den Germanistikprofessoren
einer Dir nahe gelegenen Uni, wenn Du es
mir nicht glaubst.
Ich empfehle meiner Sekretärin in so einem Fall, in den Duden zu schauen - und dreimal darfst Du raten, was da drin steht...
(Z.B. "Duden. Briefe gut und richtig schreiben. Ratgeber für richtiges und modernes Schreiben." 1997, S. 36)
Ich muß mich doch nicht hier mit Dir um
so etwas Nichtiges streiten.
Da gibt's ja auch eigentlich nichts zu streiten ;=)
Wer nichts
von anderen lernen will, der bleibt eben
bei seinem alten Käse und glaubt, der sei
das Richtige. Na und? Wenn ich dann einen
Brief von Dir oder einer Firma bekomme,
die mich einfach so mit Herrn oder
vielleicht auch Fräulein anschreibt, dann
weiß ich, was ich von ihr und zu halten
habe.
Geschäftskorrespondenz ist nun einmal etwas recht Konservatives, mit Ausnahme vielleicht einiger weniger Branchen, wie der Werbewirtschaft.
Aber Dir steht es selbstverständlich
frei, solche Briefe zu verschicken ;-)
Ganz offensichtlich steht es auch allen anderen frei - und ganz offensichtlich nutzen sie diese Freiheit. Ich hab' grad noch einmal nachgesehen: Die meisten Briefe (mit männlichem Adressaten) in unserem Posteingang haben die Anrede "Herrn" drauf - der Rest nur Name und Vorname...
Reinhard