Fernando Pessoa: A janela

Von: , Frage gestellt am Fr, 21. Apr 2000

Hallo leute,
ich beiße mir gerade an einer übersetzung aus dem portugiesischen die zähne aus
(die tilden lasse ich weg):

Fernando Pessoa, A janela:

Nao basta abrir a janela
Para ver os campos e o rio.
Nao é bastante nao ser cego
Para ver os flores.
É preciso tambem nao ter philosophia nenhuma.
Com philosophia nao ha arvores: ha idéas apenas.
Ha só cada um de nós, como (n)uma cave.
Ha só uma janela fechada, e todo mundo lá fóra;
E um sonho de que se podria ver se a janela se abrisse,
Que nunca é que se vê quando se abre a janela.

Meine übersetzung:

Das Fenster

Es genügt nicht, das fenster zu öffnen,
Um die felder und den fluß zu sehen.
Es ist genug, nicht blind zu sein,
Um die blumen zu sehen.
Man darf auch keinerlei Phlosophie haben.
Mit Philosophie gibt es keine Bäume: Da sind nur ideen.
Da ist nur jeder einzelne von uns, wie in einem keller.
Da ist nur ein geschlossenes fenster, und die ganze welt dort draußen.
Und ein traum, man könne sehen, wenn das fenster geöffnet wird,
Weil es nie so ist, daß man sieht, wenn man das fenster öffnet.

Verbesserungsvorschläge (die letzten beiden zeilen finde ich schwer)?

Außerdem habe ich bei der passage mit dem keller meine zweifel. In meinem text steht:
"como uma cave" was IMO keinen sinn ergibt. (leider strotzt meine portugiesische vorlage nur so von rechtschreibfehlern, daß ich hier keine ahnung habe, ob das wirklich so gemeint war.) Falls jemand Pessoa zuhause hat: Könntest du einfach mal nachschauen?

Grüße Robert

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
    Re: Fernando Pessoa: A janela

    Fast korrekt. Nur dieses: E um sonho de que se podria ver se a
    janela se abrisse,
    Que nunca é que se vê quando se abre a
    janela.
    Heisst nicht: Und ein traum, man könne sehen, wenn das
    fenster geöffnet wird,
    Weil es nie so ist, daß man sieht, wenn
    man das fenster öffnet.
    Sondern:
    Und ein Traum dessen, was man sehen könnte, wenn man das Fenster öffnete,
    Was niemals das ist, was man sieht, wenn man das Fenster öffnet. Außerdem habe ich bei der passage mit dem
    keller meine zweifel. In meinem text
    steht:
    "como uma cave" was IMO keinen sinn
    ergibt.
    Im philosophischen Sinne könnte es durchaus heissen "wie ein Keller" (oder "wie eine Höhle"?), aber wahrscheinlicher ist in der Tat "como Numa cave", also "IN einem Keller" Falls jemand Pessoa zuhause hat:
    Könntest du einfach mal nachschauen?
    Leider nein. Hoffe, ich konnte dir trotzdem helfen.

    Andreas

    • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
      Re^2: Fernando Pessoa: A janela

      Hallo,
      zuerst mal danke für die hilfe. Heute habe ich übrigens ein scheinbar rechtschreibfehlerfreies original aufgetrieben. Fast korrekt. Nur dieses: E um sonho de que se podria ver se a
      janela se abrisse,
      Que nunca é que se vê quando se abre a
      janela.
      Sondern:
      Und ein Traum dessen, was man sehen
      könnte, wenn man das Fenster öffnete,
      Was niemals das ist, was man sieht, wenn
      man das Fenster öffnet.
      Hast völlig recht, in meiner vorlage waren zu allem überfluß nämlich zwei fehler. Richtig muß es heißen:

      E um sonho do que se poderia ver se a janela se abrisse,
      Que nunca é o que se vê quando se abre a janela.

      Ich war von den fehlenden pronomina etwas verwirrt. Außerdem habe ich bei der passage mit dem
      keller meine zweifel. In meinem text
      steht:
      "como uma cave" was IMO keinen sinn
      ergibt.
      Im philosophischen Sinne könnte es
      durchaus heissen "wie ein Keller" (oder
      "wie eine Höhle"?), aber wahrscheinlicher
      ist in der Tat "como Numa cave", also "IN
      einem Keller"
      Es heiß tatsächlich "como uma cave"
      Nun ist das wohl eine frage, was er damit meint. Gegen "Höhle" spricht, dass es sonst wohl besser "cava" heißen müßte. Aber wer weiss?
      Übrigens bin ich mir inzwischen nicht mehr sicher, ob der titel "a janela" nicht nur vom autor meiner mäßigen ersten vorlage vergeben wurde...

      Grüße Robert

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