Re^3: Gebaerdensprache Grammatik
Hi Tychi
in der DGS gibt es einen sog. Zeitstrang, der von hinten über die Schulter nach vorne verläuft. Alles was nach hinten verwiesen wird, spielte sich in der Vergangenheit ab, Mitte ist, klar, Gegenwart, dann gibt es noch die zukünftigen Geschehnisse, die ihren Index nach vorn bekommen. Man kann auch noch zwischen nächster Zukunft und kürzlich Vergangenem unterscheiden. Wichtig ist dabei auch das Mundbild bzw. die Gesichtsmimik, um den Zusammenhang deutlich zu machen.
Worte, die Spezialgebieten entstammen, werden entweder mittels Fingeralphabet buchstabiert (siehe auch Gandalfs Antwort) oder sie werden mit gebräuchlichen Gebärden umschrieben und erklärt - letzteres ganz so, wie man das auch in der Lautsprache tun würde, um jemanden z.B. "Differentialdiagnose" zu erklären, der das Wort vorher noch nie gehört hat.
Der DGS fehlt generell keine Ausdrucksmöglichkeit, wie wir sie aus der Lautsprache kennen.
Gruß, Melanie