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Re: Jugoslawische Namen
Hallo, Chris!
Ich habe zuletzt bei gestrigem leider etwas blamablem
Fußballspiel der Jugoslawen festgestellt, dass auffällig viele
Namen ihrer Spieler auf -vic enden.
Eines vorneweg: Das Spiel war wirklich blamabel!
Aber zu den Familiennamen:
Zunaechst muss man sich die Endung -ev bzw. -ov ansehen, die - mehr oder weniger abgewandelt - in vielen slawischen Sprachen dazu dient, so etwas wie einen Genitiv oder ein Possessivadjektiv zu bilden. Einfacher: Damit wird eine "Zugehoerigkeit" (in welcher Form auch immer) ausgedrueckt.
Beispiel:
Milos (gesprochen: Milosch, auf dem "s" fehlt ein Haken) ist ein ueblicher Vorname auf dem Balkan, v.a. in Serbien.
Dazu gibt es im Serbokroatischen das Possessivadjektiv "Milosev" (gespr.: Miloschew), so in Ausdruecken wie
"Milosev auto" ("Das Auto von Milos") oder "Milosev sin" ("Der Sohn von Milos").
Und dann haengt man nur noch ein "-ic" (gespr.: itsch oder genauer: itj) hinten dran, und bildet dadurch einen eigenstaendigen Familiennamen: "Milosevic" (gespr.: Miloschewitsch"). Wenn also jemand Milosevic heisst, kann man davon ausgehen, dass irgendeiner seiner Vorfahren einst Milos hiess.
Klar?
Gruesse,
Vlado Simeunovic