wer kann kronacher fränkisch?
Von: , Frage gestellt am Fr, 28. Jul 2000
hallo,
nur ein kleine frage. hat irgendwer ein ahnung was ein "Lumbesla" ist oder was es bedeutet?
Danke,
Robert
hallo,
nur ein kleine frage. hat irgendwer ein ahnung was ein "Lumbesla" ist oder was es bedeutet?
Danke,
Robert
Ein Lumbes ist ein nett gemeinter, augenzwinkernd gedachter,
kosenamenmäßiger Lump, das -la der fränkische Diminutiv.
Gruß
R.B.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
danke nochmal, nun stellt sich mir aber die frage was ein "waggerla" ist? kennt das auch wer?
"waggerla"
Kosename (fränkischer Diminutiv -la), der abgeleitet ist von der Bezeichnung von sehr jungen personen, die gerade erst laufen lernen, also noch wackelig auf den Beinen sind.
Gruß
Stefan
Ger nix besonderes, lediglich ein verkuerztes "-lein", und wie wir alle wissen: "-chen" und "-lein" macht alles klein :-)
Gruesse,
Vlado
wo`s herkommt, weiß ich auch, aber dass sich neben -l, -li und -le noch diese form erhalten hat, war mir neu!
salü
dietmar
Ger nix besonderes, lediglich ein verkuerztes "-lein", und wie
wir alle wissen: "-chen" und "-lein" macht alles klein :-)
Gruesse,
Vlado
wo`s herkommt, weiß ich auch, aber dass sich neben -l, -li und
-le noch diese form erhalten hat, war mir neu!
salü
dietmar
Also, hier in Nuernberg, sowie im suedlichen Mittelfranken, da ist das "-la" als Diminutiv-Suffix dominierend:
Buebla (Bueblein),
Woerschdla (Wuerstchen),
Madla (Maedchen),
Huendla (Huendchen) usw., beliebig fortzusetzen.
Interessant ist, dass dieses "-la" dem Lautwert nach dem Hochdeutschen "-lein" noch am naechsten kommt.
Einfaches "-l" (Maedel, Wuerstel...) ist wohl nicht mehr Dialekt, sondern der Versuch, der Hochsprache eine bestimmte Faerbung zu geben... ;-)
"-le" klingt mir etwas sehr ins Schwaebische gehend (Maedele?), oder?
Wo gibt es denn Beispiele fuer "-li"-Diminutive?
Gruesse,
Vlado
Wo gibt es denn Beispiele fuer "-li"-Diminutive?
Na, im Alemannischen (z. B. Schwyzerdütschen und Süd-Badischen),
es gibt doch auch die blöden Witze mit den "Verhüterli"...
Gruß R.B.
hi vlado,
Interessant ist, dass dieses "-la" dem Lautwert nach dem
Hochdeutschen "-lein" noch am naechsten kommt.
ui, das ist ja eine steile behauptung! und warum kommen die heimatsprachkundler auf so'ne aussage? um zu beweisen, dass (mosel-)fränkisch hochdeutscher ist als bairisch? (ich finde solche ideologieproduktion immer lustig und lehrreich). die aussage, so sie denn stimmt, erklärt sich wohl vor allem damit, dass die konkurrenten -le und -li (siehe unten) im alemannischen wurzeln und sich deswegen mit -lin, -lein "nur" parallel entwickelt haben!?
Einfaches "-l" (Maedel, Wuerstel...) ist wohl nicht mehr
Dialekt, sondern der Versuch, der Hochsprache eine bestimmte
Faerbung zu geben... ;-)
bin ich auch etwas skeptisch, es gibt schliesslich auch Suffix-Korruption :-). Im schlesischen ist -el auch weit verbreitet (maus/mäusel), und schau mal im österreichischen die endung (mad)-erl, lasse mich aber gerne überzeugen.
"-le" klingt mir etwas sehr ins Schwaebische gehend
(Maedele?), oder?
ja klar, kein missverständnis, ich habe -le, -li nicht in franken vermutet, sondern -le ist natürlich schwäbisch und -li die sehr verbreitete form im alemannischen buuredüütsch in der schweiz
Wo gibt es denn Beispiele fuer "-li"-Diminutive?
bitzli (bißchen), maidli (mädchen), buebli (junge) etc., so verbreitet, dass die diminuitiv-funktion deutlich abgeschwächt ist.
salü
dietmar