altgriechisch

Von: , Frage gestellt am Do, 10. Nov 2005

Hallo Experten,

für unsere fünf Sinne sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen (tasten) wüsst' ich gern die fremdwortlichen Entsprechungen.

Anders ausgedrückt: Es gibt:

Optik
Akustik
Olf????
???????
Haptik

Gab's für solche Bezeichnungen Götter oder so was?
Wer treibt mir die Fragezeichen aus?

Fragende Grüße
Pat

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 35 Minuten 5 hilfreich
    Re: altgriechisch

    Hallo, Interpat! Anders ausgedrückt: Es gibt:
    Optik
    Akustik
    Olfaktorik
    Aromatik
    Haptik
    Gab's für solche Bezeichnungen Götter oder so was?
    Nein; das sind einfach substantivierte Adjektive, die von Verben abgeleiteit wurden. Man ergänzt meist τηχνη "technä"

    So heißt "sehen" οπτειν optein, das Adjektiv dazu οπτικη optikä; die optikä technä ist die Kunst/Technik des Sehens.Und so bei den anderen auch.

    Gruß Fritz

    • Antwort von nach einer Stunde 4 hilfreich
      Re^2: altgriechisch

      Hallo, Interpat und Jenny!

      Anstelle davon Aromatik
      Setzte ich nun das, was Jenny gefunden hat, nämlich

      Geustik, geustisch

      von griechisch: γευσισ geusis = das Kosten (mit der Zunge)

      Und an Stelle von Olfaktorik
      könnten man

      Osphra(s)dik (?), osphrastisch

      sagen; von griechisch: οσφρησισ = Osphrasis = Geruch schreiben.

      Gruß Fritz

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: altgriechisch

        άρωμα = geruch!!
        γεύση (γεύσις) = geschmack ;)

        gruß
        dataf0x

  2. Antwort von nach 15 Stunden 4 hilfreich
    Re: altgriechisch II

    Hallo Pat!

    Ich fürchte, das wird jetzt etwas mehr.

    Sehsinn::
    Für „sehen” gibt es viele griechische Wörter, die Griechen waren „Augenmenschen”.
    Für „Optik” gilt:
    Der Wortstamm OP wird für das Präsens nicht verwendet, liefert also auch keinen Infinitiv Präsens; er führte aber zum Substantiv ophthalmós (Auge) und zum Adjektiv optikós,é,ón (das Sehen betreffender/e/es); Aristoteles verwendet letzteres als optiké <téchne> im Sinn von Optik.

    Gehörsinn:
    akouein (hören) [in einigen Tempora kommt vor die Endung ein -s-] führt zum Adjektiv akoustikós,é,ón (das Hören betreffend);
    akoustiké <techne> hat es wohl nicht gegeben, deshalb vermute ich: „Akustik” ist eine Analogiebildung;
    falls das Wort nicht von akoustikè aísthesis (auf das Hören bezogene Wahrnehmung) kommt.

    Geruchssinn:
    Dafür kenne ich den heute gebräuchlichen medizinischen Terminus nicht.
    Die Griechen nannten den Geruchssinn ósphresis und osphranía. (osmé ist nicht eindeutig: Geruchssinn und wahrgenommener Geruch).
    Olf???: vom lateinischen ólere riechen (= Geruch abgeben) und olfácere/olfactáre riechen (als Wahrnehmung), Das Adjektiv „olfaktorisch” kommt vom lateinischen Adj. olfactórius,a,um riechend (im Sinn von „Geruch verbreitend”; olfactorium ist der Blumenstrauß, also als Riechstrauß zu denken).

    Geschmackssinn:
    Auch dafür kenne ich den heute gebräuchlichen medizinischen Terminus nicht. Die Griechen sagten geúesthai (schmecken = kosten). Dazu gibt es das Adjektiv geustikós,é,ón und den Ausdruck geustikè dýnamis (Schmeckorgan, Schmeckvermögen).

    Tastsinn:
    Haptik von (h)áptein (anfassen, ergreifen), wozu das (nur einmal belegte) Adjektiv haptikós,é,ón (fähig zum Anfassen) gehört. Das Wort Haptik wird also eine neuzeitliche Analogiebildung sein.

    Weder Götter noch die Musen waren für derlei zuständig.
    Wenn die Fähigkeit dafür, also insgesamt die Gesundheit, zu wünschen ließ, konnte man sich aber an Hygíeia, die Göttin der Gesundheit, wenden oder an den Heilgott Asklepios oder an lokal verehrte Gottheiten mit einer solchen Zuständigkeit.

    Gruß
    H.

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!