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Re: Camus, l'étranger
Hallo Christina,
vielleicht helfen Dir der nachfolgende Textauszug bzw. die links etwas weiter:
http://www.fundus.org/referat.asp?ID=4029
hier unter Punkt 5: Fremdheit und Anpassung
http://www.erichfromm.de/lib_2/biancoli01.html
„....."Aujourd'hui, maman est morte. Ou peut-être hier, je ne sais pas. J'ai reçu un télégramme de l'asile: »Mére décédée. Enterrement demain. Sentiments distin-gués.« Cela ne veut rien dire. C'était peut-être hier."
In seinem 1986 an der Konstanzer Universität gehaltenen Vortrag Nouveau Roman et autobiographie führt Alain Robbe-Grillet diese ersten Sätze von Camus´ L'Étranger an, um deutlich zu machen, wie sehr sich die Unsicherheit, das Nicht-wissen des Subjekts seit den Romanen eines Balzac, den Romanen einer sinnbe-ständigen, fest gemauerten Welt, in der französischen Literatur manifestiert hat. So sieht er in L'Étranger wie auch in Sartres La Nausée erste Vorläufer für den in den fünfziger Jahren entstehenden Nouveau Roman , die beide als Beispiel eines Verlu-stes der "Kohärenz der Welt" und der "Kompetenz des Erzählers" gelten können, da dieser als eines der zentralen Ziele die Repräsentation des gestörten Verhältnisses vom modernen Menschen zur ihn umgebenden Welt versucht.
Camus' Figur weiß nicht, wann seine Mutter gestorben ist, und überhaupt ´hat das alles nichts zu sagen, die Welt ist vage, der Erzähler blickt nicht zurück, überblickt nicht, sondern ist nur ein mehr oder weniger integriertes Subjekt, das sich unsicher umschaut. Dieses Subjekt spricht, obwohl als Ich-Erzähler angelegt, nicht von seinen Gefühlen, bleibt verschlossen und gelangt zu keiner Introspektion. Der Leser erfährt nicht, ob sich hinter dem Ausgelassenen, dem Verschwiegenen, Ungesagtes versteckt, oder ob das nicht zur Sprache Gebrachte der Ausdruck einer Leere ist.....“
http://www.esh.uni-linz.ac.at/~cubic/misc/misc.html
Gruss
Eve*