Langes und rundes 's'

Von: , Frage gestellt am Do, 23. Nov 2000

In den Frakturschriften gibt es ein langes und ein rundes Zeichen für 's'.
Im 18.ten Jahrhundert findet sich dies auch in Antiqua-Schriften in lateinischen, englischen, französischen und deutschen Manuskripten.
Kann mir jemand sagen, woher diese Unterscheidung stammt?

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 33 Minuten hilfreich
    Re: Langes und rundes 's'

    Soweit ich weiss, wurde das "lange" im Wort und das "runde" am Wortanfang und -ende verwendet. Aus dem langen s und einem angehängten z wurde dann auch das "scharfe S" oder "Esszet".
    Warum es 2 verschiedene S gab, weiss ich allerdings auch nicht. Vielleicht, weil am Wortanfang und -ende die Verwechslungsgefahr mit dem f gross war...

    Bestimmt weiss hier jemand noch mehr!

    Gruss,

    Myriam [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Langes und rundes 's'

      Das runde 's' ist am Wortende Vorschrift (nicht am Beginn).
      Manchmal ist es auch nach eigenständigen Silben zu finden, z.B. in Hausboot. Dresden wurde mal rund, mal lang geschrieben.
      Soweit ich weiß, gibt es im Griechischen auch zwei Formen des kleinen 's' (vielleicht auch ein Schluß's'?). Und die haben den Buchstaben von den Phöniziern?
      gruß
      Niko-laus [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
        Re^3: Langes und rundes 's'

        Hallo Niko-laus! Das runde 's' ist am Wortende Vorschrift (nicht am Beginn).
        Richtig! Das runde "s" steht am Wortende oder am Ende von Stammsilben. Manchmal ist es auch nach eigenständigen Silben zu finden,
        z.B. in Hausboot.
        Siehe oben. Dresden wurde mal rund, mal lang
        geschrieben.
        Wahlmöglichkeit gibt's normalerweise keine. Ich weiß aber zu Dresden nicht, was die Stammsilbe ist. Soweit ich weiß, gibt es im Griechischen auch zwei Formen des
        kleinen 's' (vielleicht auch ein Schluß's'?).
        Ja, gibt es, das kleine Sigma wird am Wortende (aber nur dort) so ähnlich wie unser "s" geschrieben, sonst sieht es wie eine kleine 6 aus. Und die haben den Buchstaben von den Phöniziern?
        Wer weiß ...

        Die Fraktur und auch andere ältere Schriftarten auch die Schreibschrift "Sütterlin", zumeist als "Kurrent" bekannt) kennen allerdings wesentlich mehr Unterschiede zu unserer heutigen lateinischen Antiqua als nur die beiden "s". Hauptsächlich sind hier die "Ligaturen" zu nennen, Verschmelzungen von zwei oder drei Buchstaben, wodurch Buchstabenkombinationen schneller optisch erkennbar wurden. Der Unterschied zwischen "Wachs-tuben" und "Wach-stuben" war auf einen Blick erkennbar und nicht erst aus dem Kontext.
        Außerdem hatte die Fraktur mehr Ober- und Unterlängen, was die Lesbarkeit wesentlich verbesserte. Unsereins muß sich natürlich erst einmal einüben, bevor es wirklich so schnell dahingeht beim Lesen.
        Es gibt auch Computer-Schriftsätze in Fraktur, Sütterlin, udergl., allerdings ist hier Vorsicht geboten, da nicht alle dieser Schriftsätze alle Ligaturen beinhalten.

        Grüße
        Bernhard

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