Grauer Star

Weiss jemand zufällig…

Warum wird beim Grauen Star die Linse entfernt ?
Kann ein Mensch ohne Linse noch sehen ?
Welche Fähigkeiten verliert ein Mensch, wenn die Linse entfernt wird ?

Danke im Voraus :smile:

Hallo martine,

Vielleicht hilft Dir dieser Link weiter:
http://www.m-ww.de/krankheiten/augenkrankheiten/kata…

Liebe Grüße

Petzi

Hallo Martine,

die Zeiten sind zum Glück vorbei, dass man den grauen Star (Katarakt) operierte, indem man die getrübte Linse ohne Ersatz entfernte, sodass die natürliche Fähigkeit zur Lichtbrechung des Auges verloren ging, man alles komplett verschwommen sah und deshalb fortan eine sogenannte Starbrille tragen musste, die durch ihre mittige Dicke die Funktion der lichtbrechenden Linse praktisch übernahm.
Man wartete damals solange mit der OP, bis der Star „reif“ war, d.h. bis der Patient fast blind war und die Linse sichtbar weißlich/grau aussah.
Durch diese wirklich schwere Starbrille waren die Patienten ebenfalls gehandicapt, obwohl sie nun wenigstens wieder Licht und Farben sahen und die Sehschärfe sich ebenfalls verbessert hatte.
Für den Betrachter sehen die Augen hinter den dicken Gläsern extrem groß aus, weil die Brillengläser einen Lupencharakter haben. Neben der kosmetischen Entstellung wird das Gesichtsfeld deutlich eingeengt, so dass früher das Autofahren nach den strengen Vorschriften mit Starbrille nicht erlaubt war. Kontaktlinsen statt der Starbrille sind vor allem für ältere Menschen ebenfalls nicht ideal.

Heute ist die Entfernung der getrübten Linse (Star-Operation) zu einer Routineoperation geworden. In der neueren Operationstechnik hat sich das Einsetzen von Kunstlinsen in das Auge zur Standardmethode entwickelt.

Seit über 40 Jahren wird die Intra-Okularlinse (IOL)aus gut verträglichem MMA (Methylmethacrylat) anfangs vor und heute hinter der Iris verankert. Seit Jahren werden diese Operationen auch ambulant durchgeführt. Am Tag nach der OP wird bereits die Augenklappe entfernt. Die Nachbehandlung besteht hauptsächlich darin, Infektionen zu vermeiden, weshalb der Patient anfangs und in exakten Zeitabständen Augentropfen mit Antibiotika nehmen muss.

Vor der OP wird die Refraktion (die Sehschärfe/Visus des Patienten in Dioptien + bzw. -) ausgemessen, damit die optimale Lichtbrechung entweder eine Brille ganz überflüssig macht, oder nur eine schwache Brille nötig wird.
Die Linsen werden laufend verbessert, so sind sie heute mit UV-Schutz ausgerüstet.

Wer heute Kunstlinsen bekommt, weiß dass über 40 Jahre Erfahrung mit dieser Technik, ihm gewährleisten, dass er diese Linsen problemlos ohne Komplikationen, bis an sein Lebensende tragen kann.
In seltenen Fällen tritt nach einer OP noch ein sogenannter „Nachstar“ auf, der aber heute problemlos weggelasert werden kann.
Ein kleiner Nachteil besteht darin, dass die Blendempfindlichkeit im Sonnenlicht und nachts beim Autofahren erhöht ist.

Heute wartet man auch nicht mehr mit der OP. Oftmals merkt der Patient selber noch gar nichts vom grauen Star, während ihm sein Augenarzt schon zur OP rät. Schließlich schreitet die Trübung ja fort. Es kann mehrere Wochen dauern, bis auch die allerletzte, unsichtbare kleine Schwellung im Auge weg ist, und sich die Sehschärfe nun optimal zum Erstaunen des Patienten verbessert hat, der der vor der OP glaubte, es sähe noch gut.
Viele wundern sich, wie klar die Farben aufeinmal sind.

Viele Grüße, Renate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Oh, Das war mehr als mir erhofft hatte…

vielen Dank :smile: