erhöhter ASL-titer / tonsillektomie

hallo an alle,
morgen rücke ich ins krankenhaus ein, mandeln müssen raus.
dies steht auch ausser frage, das geht wirklich nicht anders, da sie chronisch vereitert sind und bereits folgeerscheinungen am ganzen organismus aufgetreten sind - gottseidank nicht am herzen … bisher jedenfalls nicht. es ist ‚nur‘ chronisch erhöhte temperatur, totale erschöpfung etc., bisher sind jedenfalls keine organschäden nachgewiesen.
habe jetzt das ganze archiv durchgeforstet und bin auf folgendes von einem oliver gestossen:
„Du hast Streptokokken angesprochen: Diese befallen die Herzklappen nicht direkt (der Nachweis im Blut ist also irrelevant), sondern die vom Immunsystem gebildeten Antikörper kreuzreagieren ausgerechnet mit dem Oberflächenstrukturen der Herzklappen. Es ist also das Immunsystem, das letztendlich das Herz zerstört und nicht der Keim selbst“
das hat mir der kardiologe auch so erklärt. nun frage ich mich: bei mir wurde ein erhöhter ASL-titer nachgewiesen, der ja letztendlich dann auf die spur ‚fokusmandeln‘ geführt hat (äusserlich war dort nämlich nichts auffälliges zu erkennen). so weit ich weiss, sind das diese antikörper gegen streptokokken. nun frage ich mich: antikörper werden durch das operative entfernen des herdes ja nicht beseitigt. somit schliesse ich: ein defekt an den herzklappen kann also auch noch in zukunft entstehen. gehe ich da richtig in der annahme?
wenn ja… wie lange besteht die gefahr? wie lange muss das überwacht werden? wie oft und was kann man - neben einem möglichst gesunden lebenswandel (*hüstel*) dagegen tun?
kann mir da jemand weiterhelfen?
danke euch … muschel

Hallo Muschel,

Antikörper (hier: Antistreptolysin/ASL) werden nur so lange gebildet, wie das Antigen (hier: Streptokokken) dies induziert.

Ist der Streptokokkenherd entfernt, so wird kein weiteres ASL (zählt zu den sog. Rheumafaktoren) mehr gebildet. Der ASL-Titer sinkt jetzt kontinuierlich, weil die Antikörper auf natürliche Weise innerhalb der nächsten Wochen abgebaut werden. Die Wahrscheinlichkeit, an Polyarthritis oder Carditis rheumatica zu erkranken nimmt dadurch ab.
ASL-Titerkontrolle ca. nach einem Monat, und falls dann noch erforderlich, nach drei Monaten.

Alles Gute für morgen wünscht

Renate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo renate
oh… danke *g*
mein kardiologe hat mir so nette sachen gesagt wie: das wird man noch in ein paar jahren nachweisen.
okay… nachweisbar ist natürlich vieles, ob es dann auch noch eine relevante konzentration ist, steht auf einem anderen blatt
danke dir jedenfalls :smile:
liebe grüsse von muschel *die jetzt endlich unters messer will und sich nur wer-weiss-was-vollschreibenderweise die wartezeit vertreibt* ich will das hinter mir haben HILFE! *grrr*

Hallo Muschel,

ich habe mal ein bischen im Web gesucht:
bei Almeda gefunden:
„Antistreptolysin dient in der Diagnostik dem Nachweis und der Verlaufskontrolle einer Streptokokkeninfektion, z.B. Mandelentzündung oder Scharlach, bzw. deren Folgeerkrankungen wie Poststreptokokkennephritis oder rheumatisches Fieber. Die Konzentration von ASL im Serum (Antistreptolysintiter oder AST) wird angegeben in Antistreptolysineinheiten (ASE) und beträgt normalerweise 0 bis 250 ASE/l Serum. Nach Streptokokkenerkrankungen ist dieser Wert erhöht. Der Anstieg erfolgt innerhalb einer Woche nach Infektion, das Maximum ist nach 4 Wochen erreicht. Mit einer Normalisierung ist frühestens
nach 6 Wochen zu rechnen.“

Um die häufigsten Streptokokken-Antigene zu erfassen, sollten
Antistreptolysin O (ASL) und
Anti-DNAse (ADNAse B = Streptodornase B) bestimmt werden. Der Anti-DNAse-Titer steigt später an, als ASL und bleibt länger erhöht, bis zu 7 - 12 Monaten.
http://www.viomecum.ch/de/konz/Infektiologie/425-426…

Alles Gute - es kann alles nur noch besser werden :smile:

Renate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo renate,
danke dir fürs suchen!
was alles untersucht werden sollte ist das eine… was untersucht WIRD das andere *grrr* … leider haben wir patienten da wenig einfluss drauf. und wehe man bittet einen arzt drum, dann fühlt dieser sich in seiner kompetenz angezweifelt. naja, was solls,… soll sich jetzt mal das kh drum kümmern.

Alles Gute - es kann alles nur noch besser werden :smile:

*lol* ja… da hast du wohl recht ;o)
liebe grüsse, muschel