MRT / CCT
Hallo Willy!
Hallo kann mir jemand Helfen?
Ja, ich hoffe.
Kann man über die Kernspintomograhpie neurologische
Erkrankungen feststellen oder ist es die Computertomographie.
Mit beiden. Die Computertomographie (craniale Computertomographie - CCT) ist das ältere Verfahren und arbeitet mit Röntgenstrahlen, die von unterschiedlich dichtem Gewebe unterschiedlich abgeschwächt werden. Da im Hirn ja keine Knochen vorkommen, nützt es nichts, einen Röntgenfilm damit belichten zu wollen, sondern die abgeschwächten Strahlen werden mit Hilfe spezieller Detektoren gemessen, woraus mit Hilfe des Computers Bilder unterschiedlich starke Schichtaufnahmen des Gehirns rekonstruiert werden können.
Kernspintomographie (MRT: Magnetresonanztomographie; ist das gleiche wie Kernspin) ist ein neueres Verfahren, das nicht auf Röntgenstrahlen beruht, sondern auf der Anregung von Protonen durch Magnetfelder. Die Protonen (Wasserstoffkerne) besitzen Drehimpus, den so genannten Kernspin. Dadurch entsteht ein kleines subatomares Magnetfeld. Diese kleinen Magnetfelder der Protonen sind normalerweise alle ungeordnet. Mit Hilfe des MRT-Magnetfeldes werden sie ausgerichtet und nehmen dabei Energie auf. Diese Energie strahlen sie nach einer Weile wieder ab. Spezielle Detektoren fangen die Strahlen auf, der Computer rekonstruiert ein Bild.
MRT erzeugt genauere Bilder als CCT. Während man beim MRT sehr detailgetreue Bilder erhält, die man mit relativ wenigen Anatomiekenntnissen interpretieren kann (also die Strukturen identifizieren kann, die es im Hirn gibt), sind die CCT-Bilder deutlich ungenauer. Persönlich finde ich die CCT-Bilder ziemlich schwierig zu interpretieren (bin auch kein Mediziner), aber Ventrikel und die Grobstruktur sind gut zu erkennen.
MRT-Bilder kann ich relativ gut interpretieren - die anatomischen Strukturen halt. Daraus eine Diagnose abzuleiten ist sicherlich schwierig (für mich sowieso, weil ich kein Mediziner bin), aber Auffälligkeiten kann man da ganz gut sehen, wenn man ein wenig Hirnanatomie drauf hat (grobe Auffälligkeiten kann ich auch schon im CCT erkennen). Anatomische Varianten des Gehirns gibt es, aber die kann man ja aufgrund der Verfahren aufdecken. Und wenn die Varianten so stark sind, daß man sie als pathologisch einstufen könnte (dicker Tumor z.B.), dann ist es doch schon was.
Zu bedenken ist, daß durch CCT und MRT statische Zustandsbilder vom Gehirn angefertigt werden. Bildgebende Verfahren, die auch Hirnaktivität zeigen, sind PET (Positronenemissionstomographie) und fNMR (funktionelle Magnetresonanztomographie).
Ich hoffe, daß ich Dir helfen konnte.
Gruß,
Oliver