mein Chef ist - samt Kindern - privat versichert. Nun habe ich mal wieder alles zusammengepackt zur Abrechnung. Er hat sich über die Höhe der Rechnung für Kinder-U´s mokiert - und ich war - als brave GKV-Versicherte der Ansicht, daß die gesetzlichen Kassen ganz sicher nicht den vom Arzt privat abgerechneten Betrag bezahlen.
Für die U7 wurden 135 Euro abgerechnet
Für die U 9 wurden 253 Euro abgerechnet
Gedauert hat es wohl jeweils ca. 10 Minuten - wobei die meisten Untersuchungen (Fragen nach Farbverständnis etc.) von der Arzthelferin erledigt wurden.
Außerdem wird beim Kinderarzt auch noch jedes Mal ein Kinderzuschlag berechnet - für mich erscheint das so, als ob der Bäcker bei den Semmeln nen Heißluftzuschlag addiert - vor allem, nachdem der Hausarzt diesen Zuschlag bei den gleichen Kindern nicht ansetzt.
Ich weiß ja, daß die Ärzte bei Privat-Versicherten einen Multiplikator anwenden dürfen - aber wie hoch ist der denn bei diesem Kinderarzt und wie üblich sind die o.g. Beträge?
Ärzte dürfen den Grundfaktor mit bis zum 2,3fachen multiplizieren. In besonderen Fällen (Schwierigkeiten und sonstige Besonderheiten mit Begründung) auch bis zum 3,5 fachen Satz.
Bei einem GKV versicherten Patienten haben die Ärzte eine andere Abrechnung. Sie bekommen von der jeweiligen Kasse ein Behandlungsbudget und umgerechnet auf die Behandlung ergibt dies etwa den 1,2 bis 1,4 fachen Satz.
Beides richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) und den jeweiligen Behandlungsziffern.
Und zur Frage nach dem Zuschlag: Würdest du nicht auch 2,50 € anstatt 2,00 € kassieren, wenn du die rechtliche Möglichkeit dazu hast?
Allerdings habe ich eben keine Zuschlagspunkte speziell für Kinderärzte gefunden.
Auf der Rechnung müssen aber diese Zuschlagspunkte eine GoÄ - Ziffer haben…
Dann einfach mal in den GoÄ blättern und nachsehen, ob rechtens…
Also für eine Kindervorsorge die wirklich nur 10 Minuten gedauert hat, würde ich auf keinen Fall diesen Preis bezahlen. Ich bin schon zu lange aus dem Beruf, um genau sagen zu können, mit wieviel man eine U8 und U9 berechnet. Aber in der Praxis in er ich gearbeitet habe dauerte (und dauert immernoch) eine solche Untersuchung immer ca. 45 - 60 Minuten.
Da würde ich dem Kinderarzt noch mal auf den Zahn fühlen!!!
…Du hälst also einen Facharzt für inkompetent, der eine
umfangreiche Vorsorgeuntersuchung bei Kindern durchführt???
Das mußt Du mir genauer erklären.
Gesetzt den Fall, daß der Dr. 45 Minuten für eine Untersuchung braucht und er normale Arbeitszeiten hat (sagen wir mal 10 h täglich) schafft er auf die Art knappe 13 Patienten (Händewaschen, Briefeschreiben, Verwaltung, Vertreter etc. nicht einberechnet).
Das hört sich für mich irgendwie mehr als unwirtschaftlich an. Zeitbedarf und Qualität der Untersuchung sind nun mal nicht proportional zueinander.
Du hast übersehen, daß sich diese Zeitangabe allein auf die Vorsorgeuntersuchung bezogen hat. Außerdem macht der Arzt die nötigen Tests nicht alleine, sondern delegiert die Aufgaben an die Helferinnen. Im übrigen macht kein Kinderarzt ausschließlich Vorsorgeuntersuchungen.
Stefanie
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Du hast übersehen, daß sich diese Zeitangabe allein auf die
Vorsorgeuntersuchung bezogen hat.
Trotzdem: wenn ich mir das gelbe Vorsorgeheft so anschaue, weiss ich nicht, wofür man da bei einer U mehr als eine dreiviertel Stunde braucht, tut mir schon leid.
Außerdem macht der Arzt die
nötigen Tests nicht alleine, sondern delegiert die Aufgaben an
die Helferinnen.
Gut, aber deren Geschicklichkeit im Umgang mit Kindern vorausgesetzt…
Im übrigen macht kein Kinderarzt
ausschließlich Vorsorgeuntersuchungen.
Natürlich nicht, aber nachdem Du ja aus der Praxis kommst, kannst Du uns ja evtl. berichten, wieviel des Patientengutes die U’s ausmachen.
Trotzdem: wenn ich mir das gelbe Vorsorgeheft so anschaue,
weiss ich nicht, wofür man da bei einer U mehr als eine
dreiviertel Stunde braucht, tut mir schon leid.
Du bist ja auch kein Kinderarzt. Sonst wüßtest Du es. Außerdem dauern nicht alle U’s so lange.
Gut, aber deren Geschicklichkeit im Umgang mit Kindern
vorausgesetzt…
Ja, sicher. Das kannst Du den Kinderarzthelferinnen schon zutrauen.
Natürlich nicht, aber nachdem Du ja aus der Praxis kommst,
kannst Du uns ja evtl. berichten, wieviel des Patientengutes
die U’s ausmachen.
Kann ich nicht, da ich nicht mehr in dem Beruf arbeite.
Aber die Menge spielt keine Rolle, da die Untersuchung natürlich immer gleich bleibt.