_zu_ schreckhaft

Hallo liebe Leute,

ich weiß nicht, ob das ein medizinisches oder eher psychologisches Problem ist, ich bin unheimlich schreckhaft.

Wenn ich so vor mich hin bastel oder puzzle oder lese oder am Compi sitze und mein Freund kommt ins Zimmer, dann erschreck ich mich jedesmal leicht bis ganz schön heftig.

Hier in Berlin gibt es einen „Erschrecker“ in einem alten Bunker (Gruselkabinett), für den war ich ein gefundenes Fressen. Beim dritten Mal hätte ich fast angefangen zu weinen… Schock?

Kann mir da jemand von Euch was zu schreiben?

Ciao, Tanja

Hallo liebe Leute,

ich weiß nicht, ob das ein medizinisches oder eher
psychologisches Problem ist, ich bin unheimlich schreckhaft.

Wenn ich so vor mich hin bastel oder puzzle oder lese oder am
Compi sitze und mein Freund kommt ins Zimmer, dann erschreck
ich mich jedesmal leicht bis ganz schön heftig.

Hier in Berlin gibt es einen „Erschrecker“ in einem alten
Bunker (Gruselkabinett), für den war ich ein gefundenes
Fressen. Beim dritten Mal hätte ich fast angefangen zu
weinen… Schock?

Hallo Tanja,
Ich weiss auch nicht, ob dein Problem eher psychologischer oder medizinischer Natur ist, denn Beides ist möglich.
Bist du denn immer schon so schreckhaft gewesen?
Gibt es hier Schwankungen bzw. ist das immer so oder nur an manchen Tagen?
Bist du schreckhafter als sonst, wenn du zu wenig geschlafen hast, psychisch unter Druck stehst, am Vortag Alkohol getrunken hast? Belasten dich irgendwelche Ängste, die eine ängstliche Grundstimmung verursachen könnten?
In deiner Vita ist zu lesen, dass du dich für gruselige Dinge interessierst. Beschäftigst du dich gern gedanklich mit Grusel / Horror?
Wenn du dir diese Fragen beantwortest, dann steckt in den Antworten vielleicht ein Lösungsansatz.
Wenn nicht, dann melde dich doch noch mal.
Gruß
Crotalus

Hallo Tanja.
Dein Problem kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich erschrecke mich entsetzlich bei Böllern etc. - Alles was laut knallt.
Aber ich versuche immer alles, mich meiner Angst zu stellen, egal wie furchtbar das wird.

Mir hat es geholfen, mich mit Hilfe meines Freundes Sylvester nach draussen zu begeben, mit Schreckschusswaffen zu schießen, Luftballons zerplatzen zu lassen, etc. Das war zwar der blanke Horror, aber es hat geholfen. Jetzt dreh ich nicht gleich bei einem lauten Knall durch, sondern zucke nur noch zusammen. Natürlich habe ich immernoch wahnsinnige Angst davor, aber ich kann besser damit umgehen.

Vielleicht lässt du Dich von einer vertrauten Person mehrmals erschrecken. Dann hilft Dir das vielleicht so wie mir.

Gute Besserung,
Mona

Hallo Mona,

das Laute an Silvester stört mich nicht, gottseidank, jedenfalls nicht, wenn es zur „richtigen Zeit“ ist. Aber alles was überraschend kommt (Böller um halb 7 direkt vorm Fenster auch schon, wer nicht?)

Ich denke, daß ich die Lösung gestern abend gefunden habe. Hab mit Freunden darüber geredet und so ein Brainstorming kann ja tatsächlich Ergebnisse bringen :smile:

Ich wohnte (bis vor ein paar Monaten) für 5 Jahre an einer stark befahrenen Hauptkreuzung hier in Berlin und leider war diese Kreuzung auch von der Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen stark frequentiert… Und sie haben (zu?) oft die Sirenen angemacht als sie gerade unter meinem Fenster waren. Da ich arbeitslos war, hatte ich das Konzert den ganzen Tag.

Den normalen Straßenlärm habe ich schon ausgeblendet, aber bei den Sirenen bin ich dann (ich kann mich an die letzten drei Jahre erinnern) oft fast vom Sofa gefallen und auch Nachts vorm/beim Einschlafen ist mein Adrenalin jedesmal sprunghaft angestiegen, wenn sie wieder mal losjaulten…

Ich denke mal, daß das die Lösung ist. Und jetzt muß ich mich wohl halt noch etwas in dieser ruhigeren Wohnung regenerieren… Der Lärm hat mir doch mehr geschadet als ich gedacht habe, das merke ich jetzt so langsam.

Vielleicht lässt du Dich von einer vertrauten Person mehrmals
erschrecken. Dann hilft Dir das vielleicht so wie mir.

Danke für den Tip! Nur: macht mein Freund ja. Nicht mit Absicht, aber er schafft es. Auch wenn ich ihn in der Küche oder so rumwuseln höre… wenn er mich dann - aus dem Hinterhalt - nach nem Kaffee fragt - ***aargh!***

Und es ist ja nicht aus dem Hinterhalt, er ist ganz normal zu mir ins Zimmer gekommen. Ich weiß auch, wenn die und die Geräusche da sind, daß er sich langsam zu mir vorarbeitet :smile:

Ich denke wirklich, es ist die jahrelange Sirenen-schädigung. Denn im Auto, wenn ich neben mir einen solchen Wagen sehe, hüpf ich auch jedesmal unter die Decke, wenn die Sirene dann losgeht. Obwohl ich da ja mit rechnen müßte…

Schönen Gruß

Tanja

Hallo Crotalus,

danke für die Hilfeversuche, ich habe in meinem Posting an Mona das meiste schon erklärt :smile:

Bist du denn immer schon so schreckhaft gewesen?

Das weiß ich nicht mehr!

Gibt es hier Schwankungen bzw. ist das immer so oder nur an
manchen Tagen?

Eher an manchen Stunden nicht :smile: Aber dann rechnete ich wohl grad mit einem lauten Anschleichen meines Freundes. Er schleicht sich ja nicht mit absicht an, aber wenn das Radio läuft, das Fenster auf ist und von draußen ab und an der Verkehrslärm reinbrandet, dann hör ich ihn eben nicht. Auch wenn ich weiß daß es wieder Zeit für die „noch Kaffee?“-Frage wird, ich verjag mich (fast) jedes Mal total.

Da der Erschrecker im Bunker nicht mit Geräuschen gearbeitet hat, kann es auch nicht daran liegen daß ich vielleicht schon etwas „harthörig“ bin :smile:

Bist du schreckhafter als sonst, wenn du zu wenig geschlafen
hast, psychisch unter Druck stehst, am Vortag Alkohol
getrunken hast? Belasten dich irgendwelche Ängste, die eine
ängstliche Grundstimmung verursachen könnten?

Ich schlafe genug, trinke sooooo selten Alkohol, stehe aber psychisch schon etwas unter Druck und - klar - wenn man auf arbeitssuche ist, die sich als schwer erweist, dann hat man wahrscheinlich schon eine gewisse ängstliche Grundstimmung. Aber ansonsten -auch wenn ich etwas morbide bin - habe ich keine Ängste. Jedenfalls keine realen. Weiß nicht, vielleicht sollte ich da doch nochmal drüber nachdenken - aber eigentlich finde ich an „Grusel“-Dingen eine gewisse Faszination, keine Angst. So dieser „wohlige“ Gruselschauer, den man hat, wenn man weiß, daß einem das in dieser Welt gottseidank nicht passieren kann, daß einem irgendwelche Monsterchen oder so auflauern.

Ich sollte meine ViKa ändern, denn so gruftiemäßig wollt ich gar nicht rüberkommen :smile: Hab ja nun auch keinen Sarg zum Schlafen :smile: So schlimm ists mit der Morbidität und Gruselleidenschaft nicht.

Einen schönen Gruß von

Tanja

Hallo Tanja,

ein paar Worte möchte ich eben noch dazu loswerden. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, daß dein Lösungsansatz gut paßt.

Ich wohnte (bis vor ein paar Monaten) für 5 Jahre an einer
stark befahrenen Hauptkreuzung hier in Berlin und leider war
diese Kreuzung auch von der Feuerwehr, Polizei und
Krankenwagen stark frequentiert… Und sie haben (zu?) oft die
Sirenen angemacht als sie gerade unter meinem Fenster waren.

Kann ich nämlich gut nachvollziehen. Ich selber habe einige Jahre an einer der wohl von Einsatzfahrzeugen meistfrequentierten Kreuzungen meiner Stadt gewohnt, wo selbst nachts das Horn eingeschaltet werden muss, da die Kreuzung nicht nur groß, sondern auch noch unübersichtlich ist. Es hat mich zwar immer gestört, aber so richtig ausgemacht hat es mir nichts - bis ich für ein halbes Jahr nach Afrika ging, wo wirklich rein gar nichts die Nachtruhe störte (außer Schüssen manchmal, die haben mich auch gut aufgeschreckt). Als ich dann wiederkam war es plötzlich unerträglich für mich und ich habe mir eine andere Wohnung gesucht. War auch eine gute Entscheidung.

Den normalen Straßenlärm habe ich schon ausgeblendet, aber bei
den Sirenen bin ich dann (ich kann mich an die letzten drei
Jahre erinnern) oft fast vom Sofa gefallen und auch Nachts
vorm/beim Einschlafen ist mein Adrenalin jedesmal sprunghaft
angestiegen, wenn sie wieder mal losjaulten…

Kann ich gut nachvollziehen, der „normale“ Lärm hat mir auch kaum was ausgemacht. Das Komische daran ist, daß ich selber im Rettungsdienst arbeite und zu den Leuten gehöre, die andere erschrecken.
Und das möchte ich dann doch eben noch hinzufügen: wenn Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst die Hörner ziehen, dann nicht, weil es Spaß macht (im Gegenteil, es zieht mega Streß mit sich), sondern weil sie eben unterwegs sind, um Leben zu retten. Früher sah die gesetzliche Regelung so aus, daß sie dabei durchgehend das Horn anhaben mußten, mittlerweile ist dies nicht mehr der Fall, um gerade nachts die Belastung zu verringern. Dies hat nun dummerweise zur logischen Konsequenz (wie gesagt - kenne es aus eigener leidvoller Erfahrung), daß auf der freien Hauptstraße das Horn ausbleibt und erst zur Kreuzung hin angemacht wird. Und statt daß du dich auf das erst leise, dann näher kommende und lauter werdende Horn einstellen kannst (und dann sicher nicht erschrickst) wird es u.U. direkt unter deinem Fenster angemacht und du stehst senkrecht im Bett.

Ich denke mal, daß das die Lösung ist. Und jetzt muß ich mich
wohl halt noch etwas in dieser ruhigeren Wohnung
regenerieren… Der Lärm hat mir doch mehr geschadet als ich
gedacht habe, das merke ich jetzt so langsam.

Lärm macht krank, sei froh, daß du jetzt ruhiger wohnst. War vermutlich die einzige Lösung.

MfG Claus

Hallo Claus,

danke für Deine Antwort, da hab ich dann ja schonmal einen Menschen, der mir da aus Erfahrung zustimmen kann :frowning:

Und daß die Einsatzfahrzeuge nicht aus Jux und Dollerei die Sirenen anstellen, weiß ich. (Wie bei Dir: die Kreuzung war sehr unübersichtlich.)

Wenn ich sie brauchen würde, würde ich auch wollen, daß sie so schnell wie möglich zu mir unterwegs sind.

Bei Menschen, die ohne _trifitgen_ Grund einfach hupen (möglichst noch neben mir und weil jemand vielleicht nicht schnell genug abgebogen ist oder sowas banales), denke ich immer „was für ein A*******“, aber wenn ein Rettungswagen die Sirene anstellt dann hab ich immer nur gedacht „ich muß raus hier“ … weil ich ja eben weiß, daß sie nicht anders können.

dabei durchgehend das Horn anhaben mußten, mittlerweile
ist dies nicht mehr der Fall, um gerade nachts die Belastung
zu verringern. Dies hat nun dummerweise zur logischen
Konsequenz (wie gesagt - kenne es aus eigener leidvoller
Erfahrung), daß auf der freien Hauptstraße das Horn ausbleibt
und erst zur Kreuzung hin angemacht wird. Und statt daß du
dich auf das erst leise, dann näher kommende und lauter
werdende Horn einstellen kannst (und dann sicher nicht
erschrickst) wird es u.U. direkt unter deinem Fenster
angemacht und du stehst senkrecht im Bett.

Eben. Ich konnt manchmal schon hören, wenn die an der vierten Ampel vor mir waren, dann die nächste, dann noch eine und dann war ich langsam „dran“ ) Sehr oft waren aber die Ampeln eben aus und die auf der Vorfahrtstraße. Dann kam der Schreckeffekt :smile:

Wenn sie tagsüber die ganze Straße mit Sirene fahren mußten, war das zwar laut und nervig, aber wie Du schriebst, nicht ganz so erschreckend.

Lärm macht krank, sei froh, daß du jetzt ruhiger wohnst. War
vermutlich die einzige Lösung.

Nur das scheinen viele nicht zu glauben/wissen/akzeptieren… Familie, Ärzte, Kollegen… Ich hätt sie vielleicht mal zum Wochenendwohnen einladen sollen :smile:)

Aber wirklich gottseidank, daß ich mir das jetzt auch finanziell leisten konnte umzuziehen. Wenn man aus Geldmangel noch in der lauten Wohnung bleiben muß, ist das noch schlimmer!

Danke nochmal für Deine Worte, schönen Gruß von

Tanja