ich habe mal irgendwo gelesen, daß es für bestimmte Medikamenten-Typen bessere und schlechtere Tageszeiten (unabhängig von vor oder nach den Mahlzeiten) gibt (d.h. die Einnahme zu einer bestimmten Uhrzeit bringt wirkungstechnisch mehr). Ob an dem Bericht was dran war, kann ich nicht beurteilen.
Daher die Frage an Euch: Ist da was dran?
Welches wäre z.B. die beste Zeit für Antibiotika oder Schmerzmittel?
die beste Einnahmezeit richtet sich nicht nur dem „Typ“ des Medikamentes sondern nach weiteren Faktoren, die Frage ist also nicht generell zu beantworten sondern nur im Einzelfall. Einige Dinge kann man allerdings schon allgemein sagen: Cortisone und Hormone werden gerne dem natürlichen Rhythmus anpaßt, weiterhin werden viele Medikamente („3 x tägl.“) so gegeben, das eine möglichst gleichmäßige Wirkung entsteht. Dies gilt z. B. auch für viele Antibiotika. Weiterhin werden hustenstillende Mittel gerne abends verabreicht, um einen ruhigen Schlaf zu gewährleisten. Betablocker als Blutdrucksenker werden dagegen gerne tagsüber genommen, weil dann oft der unbhandelte Blutdruck am höchsten wäre. Auch die Mahlzeiten können noch eine Rolle spielen (Aspirin z. B. nicht auf leeren Magen), oder auch eine mögliche einschläfernde Nebenwirkung eines Medikamentes, dieses wäre dann tagsüber (während der Arbeitszeit oder beim Autofahren) nicht so gut. Du siehst, es ist nicht ganz einfach. Wenn Du eine gezieltere Frage hast, schreib noch mal.
Gruß
Michael
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
ja es sind tatsächlich Verträglichkeitsgründe. Acetylsalicylsäure (Inhaltsstoff von Aspirin) hemmt die Produktion schützenden Magenschleims und steigert die Magensäureproduktion. Bei vollem Magen ist dieser Effekt quasi „abgepuffert“. Das wäre die Kurzform einer Erklärung, aber ich nehme an das reicht Dir erstmal.
Gruß
Michael
Herzinfarkgeschädigte nehmen täglich mittags eine ASS100 light.
Das ist die schwächste Aspirin zur Blutverdünnung.
Nimmt man sie auf leerem Magen, kann es zu Entzündungen kommen und permanenten Magenschmerzen.
Kannst Du mir erklären, warum man Aspirin nicht auf nüchternen
Magen nehmen sollte? Ich könnte mir vorstellen, daß es aus
Verträglichkeitsgründen ist?
Zusätzlich zu dem genannten hat es Fälle gegeben, bei denen sich durch Speichel angelöste Acetylsalicylsäuretabletten an der Magenwand festgepappt haben. Dort haben sie dann aufgrund ihres hohen Säuregehaltes ein Loch gefressen.
Also nie nüchtern, aber auch nicht ohne ausreichend Flüssigkeit einnehmen!
Schöne Grüße
Sabine
Wenn Du eine gezieltere
Frage hast, schreib noch mal.
danke erstmal für Deine Antwort. Daß es keine pauschale Aussage gibt, hatte ich mir schon gedacht.
Hintergrund meiner Frage ist, daß ich ab Dienstag 3 Tage lang ein Antibiotikum nehmen sollte („kurz aber heftig“-Kur gemäß Arzt und Hersteller). Da es mir schlecht genug ging, hab´ ich direkt mittags mit der Einnahme angefangen und hätte ohnehin nicht bis zum nächsten optimalen Termin gewartet.
Grundsätzlich interessiert mich aber, ob die Heilung z.B. bei einer 5-Tages-Kur hätte beschleunigt werden können, wenn ich erst abends oder am nächsten Morgen mit der Einnahme begonnen hätte.
es wäre noch interessant zu wissen um welche Erkrankung und um welches Antibiotikum es sich gehandelt hat. Im Prinzip ist es aber entscheidend möglichst früh mit der Therapie zu beginnen (damit die Bakterien und damit die Erkrankung möglichst schnell beseitigt werden) und nicht zu früh damit aufzuhören (damit Resistenzen vermieden werden durch „übriggebliebene“ Bakterien). Falls Du das lieber nicht-öffentlich hättest schick mir direkt ne mail.
Schönes Wochenende
Michael
Ich hatte eine Erkältung und als Sekundärinfektion eine ordentliche Bronchitis und eine leichte Nasennebenhöhlenentzündung. Das verschriebene Medikament war Zithromax (Wirkstoff: Azithromyzin).
Das erscheint mir nicht so verfänglich, als daß man das nicht in der Öffentlichkeit schreiben könnte
Aber ich hab´ mir schon mal gemerkt: Möglichst früh ist gut.
drei Tage sind OK, möglichst schnell beginnen auch. Ob überhaupt eine antibiotische Therapie nötig ist, darüber könnte man streiten, und ob es Zithromax (ich würde mal auf Privatversichert tippen ) sein muß auch, vermutlich hätte es auch das billigere Doxycyclin getan. Bei einer echten dicken Bronchitis mag das allerdings seinen Sinn haben, wenns nur ne Erkältung war eher nicht. Ein Tipp noch wenn Du das häufiger hast: Gelomyrtol forte als pflanzliche Alternative ist ganz sinnvoll bei starken Erkältungen mit Nebenhöhlenbeteiligung, sowohl mit als auch ohne Antibiotikum.
Gruß
Michael (wieder ganz schnell)
Hintergrund meiner Frage ist, daß ich ab Dienstag 3 Tage lang
ein Antibiotikum nehmen sollte („kurz aber heftig“-Kur gemäß
Arzt und Hersteller).
Hört sich ganz so an, als habest Du Zithromax verschrieben bekommen. Davon nimmt man nämlich 3 Tage hintereinander immer 2 Tabletten auf einmal ein.
Da es mir schlecht genug ging, hab´ ich
direkt mittags mit der Einnahme angefangen und hätte ohnehin
nicht bis zum nächsten optimalen Termin gewartet.
Beim Zithromax wäre mittags die optimale Einnahmezeit. Optimal ist bei einem Antibiotikum sowieso immer „sofort“.
Grundsätzlich interessiert mich aber, ob die Heilung z.B. bei
einer 5-Tages-Kur hätte beschleunigt werden können, wenn ich
erst abends oder am nächsten Morgen mit der Einnahme begonnen
hätte.
Nein! Allein das spätere Anfangen hätte auch die Gesundung später eintreten lassen.
Schöne Grüße
Sabine
drei Tage sind OK, möglichst schnell beginnen auch. Ob
überhaupt eine antibiotische Therapie nötig ist, darüber
könnte man streiten, und ob es Zithromax (ich würde mal auf
Privatversichert tippen )
nicht so falsch getippt Wobei: Ich fand das Zeug eigentlich sehr günstig, im Vergleich zu dem, was ich in der Vergangenheit für Antibiotika bezahlt habe (einmal 35 Euro, war allerdings ein Breitband-AB als Vorsorge für einen Auslandsaufenthalt außerhalb der zivilisierten Welt und einmal DM 100 für Bronchitis und Sinusitis). Ich glaub´, ich muß mit den beiden Ärzten mal wieder ein Wörtchen wechseln. Eigentlich kennen die meine Einstellung zum Geld, zumal es meines ist, weil ich die Rechnungen nicht einreiche, sondern auf die Rückerstattung zähle.
sein muß auch, vermutlich hätte
es auch das billigere Doxycyclin getan. Bei einer echten
dicken Bronchitis mag das allerdings seinen Sinn haben, wenns
nur ne Erkältung war eher nicht.
Hmm, ein AB hilft doch bei einer Erkältung eh nichts (Viren). Egal, es ging schon um die Bronchitis, die Erkältung war auch schon fast durch, als die Röchelei dazu kam.
Ein Tipp noch wenn Du das
häufiger hast: Gelomyrtol forte als pflanzliche Alternative
ist ganz sinnvoll bei starken Erkältungen mit
Nebenhöhlenbeteiligung, sowohl mit als auch ohne Antibiotikum.
Ist notiert. (Wobei: Das ist nicht das Zeug, bei dem man hinterher nach Tannenwald riecht, oder? Das vertrag ich einerseits nämlich nicht und andererseits schien es mir nicht viel zu helfen.)