Stammzellen aus Nabelschnurblut?

Hallo !

Da ich in einigen Wochen Vater werde, habe ich eine dringende Frage. Ein Firma namens Vita34 macht das Angebot Nabelschnurblut, welches bei der Entbindung anfaellt gegen eine einmalige Gebuehr von 200 DM und dann 30 DM/Monat einzufrieren. Alternativ hierzu koennen knapp unter 3000 DM einmalig fuer eine Einlagerung von 20 Jahren bezahlt werden. Eine weitere Lagerung ist dann gegen zusaetzliche Gebuehren moeglich. Insgesamt soll sich die Lagerungsdauer auf die Dauer eines Menschenlebens ausdehnen lassen. Die in dem Blut enthaltenen Stammzellen sollen dann zur Behandlung von Krankheiten wie Leukaemie genutzt werden koennen.
Meinen Fragen sind nun:
Reicht die Anzahl von Stammzellen im Nabelschnurblut fuer eine spaetere Behandlung ueberhaupt aus.
Ist es ueberhaupt moeglich Stammzellen so lange einzufrieren, ohne das diese unbrauchbar werden.

Ich will ja nicht ueberall geschaefte-
macherei wittern, aber wenn das mit dem Einfrieren so einfach ginge, koennte ja jeder gesunde Mensch Stammzellen einfrieren lassen, um im Falle einer Erkrankung eine Eigenspende zu machen.

Ich hoffe als medizinischer Laie auf schnelle Belehrung !!!

MfG

Andreas

PS: Infos gibts unter http://www.vita34.de

Leider keine Ahnung - habe aber gerade vor zwei Tagen in der zeitung (nicht in Deutschland) gelesen, dass Krankenhaeuser eigentlich alle die Nabelschnuren weiterverkaufen, um damit etwas Geld zu verdienen. Was daraus gewonnen wird, weiss ich leider nicht mehr. Aber das muesste ja wohl auch eingefroren sein, weil sowas sich ja schlecht auch nur ein paar Tage aufbewahren laesst???
Hoffe, Du findest mehr raus.
Gruss, Isabel

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Hallo Andreas
Die Erklärung die du geschrieben hast, würde mir als Vater nicht zur Einverständnis reichen. Ich möchte nicht wissen was mit den Stammzellen angerichtet wird ( Genforschung). Vielleicht gibt es dann bald ein Klone von deinem geliebtem Baby. Vorsicht geboten !!!
Susanne

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Hallo Susanne!

Ich habe jetzt noch einige weitere Informationen zu dem Thema gefunden. Die ganze Sache kommt wohl aus Amerika.
Wenn ich alles richtig verstanden habe handelt es sich nur um Blutstammzellen. Diese Zellen sind auch nicht besser zum klonen geeignet als andere Koerperzellen (Blut oder Gewebeteile) auch. Deshalb glaube ich, dass aus dieser Richtung keine Gefahr droht.
Da ich selber in der Forschung auf anderen Gebieten arbeite, weiss ich wie sehr die realen Moeglichkeiten der Wissenschaft in den Medien uebertrieben werden (ich denke hier zum Beispiel an Meldungen wie: Amerikanische Wissenschaftlern ist es gelungen …).
Das Klonen von Menschen aus beliebige DNA- Teilen duerfte noch erhebliche Probleme bereiten. Die Gefahr von dieser Seite schaetze ich nicht viel Groesser als bei einer Entnahme von anderen Gewebeteilen oder Blut oder Knochenmark. Ich lehne ja auch keine Blutentnahme ab, weil ich Angst habe geklohnt zu werden.
In der Schweiz sollen solche Nabelschnurblutproben angeblich schon in grossem Maßstab gesammelt worden sein, um sie wie Knochenmarkspenden bei bestimmten Krankheiten einzusetzen.
Eine Veroeffentlichung in einer medizinischen Zeitung hat jedoch eine Reihe von Nachteilen beim Einsatz solcher Spenden beim Spender selbst aufgezeigt. Meine Befuerchtung, dass es bei diesem Angebot hauptsaechlich ums Geldverdienen geht, werden durch diesen Artikel bestaetigt.
Die gefundenen Links haenge ich in den Thread (Isabel Severing, 10.1.2000 01:37).
Da kannst Du Dir Deine eigene Meinung bilden.

MfG

Andreas

Leider keine Ahnung - habe aber gerade
vor zwei Tagen in der zeitung (nicht in
Deutschland) gelesen, dass Krankenhaeuser
eigentlich alle die Nabelschnuren
weiterverkaufen, um damit etwas Geld zu
verdienen. Was daraus gewonnen wird,
weiss ich leider nicht mehr. Aber das
muesste ja wohl auch eingefroren sein,
weil sowas sich ja schlecht auch nur ein
paar Tage aufbewahren laesst???
Hoffe, Du findest mehr raus.
Gruss, Isabel

Habe nun doch was gefunden, nachdem ich die Suchmaschine gewechselt habe.

  1. http://www.smw.ch
    Dann auf suche und Nabelschnurblut eingeben.
    Es sind 2 Abstracts zum Thema vorhanden.
    Eine Studie untersuchte die Akzeptanz der Nabelschnurblutspende. Hier wird nebenher auch der Einsatz der Stammzellen zur Bekaempfung von Krankheiten erlaeutert. Hierbei ist vor allem an die Spende an andere Menschen gedacht.

  2. http://focus.de/F/FT/FTB/FTB96/ftb96b.htm
    Hier wird ebenfalls ueberwiegend positiv darueber geschrieben. Jedoch wird auch auf die Nachteile bei der Verwendung einer eigenen Spende hingewiesen.

  3. http://mt.dgn-partner.de/020gesundheit/030mt_bericht…
    ist der 3. Fund.

Hierbei wird vor der Firma Vita34 ausdruecklich gewarnt.

Wenn ich alle Quellen richtig deute, koennte man das vielleicht so zusammenfassen:

Nabelschnurblut hat durchaus einige Vorteile gegeueber herkoemmlichen Knochenmarktransplataten. Eine grossflaechige Verwendung scheint in einigen Laendern angedacht zu sein. Vor Problemen bei der Verwendung des eigenen Nabelschnurbluts bei Krebserkrankungen wird in 2 Quellen gewarnt, da die Krebserkrankung ev. genetisch bedingt ist. Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass die Menge der Stammzellen nur fuer Kinder bis 30 kg reicht, und eine Vermehrung von Stammzellen ausserhalb des Koerpers noch nicht moeglich ist. Eine Quelle weisst darauf hin, dass sichere Erfahrungen mit eingefrorenen Zellen nur fuer einen Zeitraum bis ca. 10 Jahre bestehen.
Zusammengefasst kann man wahrscheinlich sagen, dass die Homepage der Firma Vita34 einige sehr wichtige Aspekte (geringe Anzahl der Zellen, lebenslange Lagerung, Probleme bei Eigenspende) verschweigt, oder anders als die o. g. Quellen darstellt.
Ich denke das hier vielleicht wieder einmal Geld mit den Sorgen von Eltern verdient werden soll.
Der medizinische Nutzen (wenn auch fuer andere) scheint vorhanden zu sein. Natuerlich kann man mit dem Nutzen fuer andere nicht so gut Geld verdienen.

MfG

Andreas