Guten Tag,
Ich benötige Hilfe bei der Medikation neiner Tochter.
Meine Tochter (7 Jahre) hat in den letzten 2 Jahren eine perforierte Mittelohrentzündung nach der anderen durchlebt. (Wie Ihr Vater auch in diesem Alter) Diese wurden durch Verabreichungen verschiedener Antibiotika, verschrieben durch den Kinderartzt, meist nur mit kurzfristigem Erfolg behandelt.
Jetzt waren wir bei einem HNO-Arzt, der einen Abstrich mikrobiologisch untersuchen ließ mit dem Befund:
Stphylococcus aureus (reichlich)
Streptococcus pyogenes ß-haem. Steptokokken der Gruppe A (mässig viel)
im Antibiogramm finde ich insgesamt sieben Wirkstoffe, die beide Kokkenstämme als sensibel deklarieren. Die Wahl des HNO fiel auf den Wirkstoff Ciprofloxacin (Ciprobay Saft 5%).
Bei den Anwendungsgebieten für Kinder wird für Ciprobay nur cystische Fibrose erwähnt und bei anderen Indikationen nicht empfohlen. Bei Erwachsenen ist Otitis Media unter anderen aufgeführt.
Sollen wir das Mittel verabreichen oder nicht?
Lieber Stefan.
Da würde ich mich ausführlich vom Apotheker beraten lassen. Die sind dafür ausgebildet und kennen sich mit den Wirkstoffen aus. Das ist die reichtige Adresse denke ich.
Gute Besserung für deine Tochter.
Gruß
rabchen
da Antibiotika dieser Substanzklasse im Tierversuch knorpelschäden hervorgerufen haben, sollte man sie in der Kindheit nur dann einsetzen, wenn keine andere Möglichkeit bleibt. Zwar ist das ganze mehr eine Vorsichtsmaßnahme, aber wenn doch noch ganze sechs andere Stoffe zur Auswahl stehen, so muß es doch nun wirklich nicht ausgerechnet das Cipro sein…
Penicillin und dessen Derivate sind immer noch die sichersten Antibiotika, auch hat man mit ihnen bei der Anwendung im Kindesalter eine Menge (guter) Erfahrungen. Amoxicillin wäre z.B. so ein standardmäßiges, bei Mittelohrentzündung einsetzbares Therapeutikum. Der Staphylokokkus wird eine Kombination mit Clavulansäure notwendig machen (z.B. in Form des Präparates „Augmentan“ als Saft speziell für Kinder).
Also, lieber mit der Resistenzenliste zm Kinderarzt gehen und etwas anderes verschreiben lassen
gerade bei Kleinkinder kann es in dem Alter sehr häufig zu dieser Erkrankung durch vorhandene adenoide Wucherungen, auch Polypen genannt, kommen.
Sind bei deiner Tochter schon die Tonsillen (Mandeln) entfernt worden? Gleichzeitig werden dann die Polypen mit entfernt, wenn welche vorhanden sein sollten- was überwiegend der Fall ist.
Es kommt auch vor, dass die Polypen nachwachsen, dann müßten sie erneut entfernt werden. Sollten tatsächlich Polypen vorhanden sein, werden sie entfernt und in der Regel ist die Ursache für die Entzündung damit behoben.
Durch diese Polypen wird die Belüftung des Mittelohres über die Eustach`sche Röhre verhindert, dadurch können dann diese Ent-zündungen enstehen. Das wäre die Möglichkeit die ich in Betracht ziehen würde, vor allem wegen der Erkenntnis meiner langjährigen Berufserfahrung.
mfG
Bernd