Hallo,
eine Sache, die mich schon oft beschäftigt hat, weshalb ich einmal nachfragen möchte.
Bei einfahrenden Zügen oder haltenden Bussen entsteht häufig ein solch lautes Quietschen, dass ich mir die Ohren zuhalte, weil es mir einerseits zu laut ist, andererseits ich das Gefühl habe, dass dieses Geräusch schlecht für das Gehör ist. Zwar reagiere ich bei (plötzlichen) lauten Geräuschen (Martinshorn, platzende Luftballons, Knallkörper) wohl sowieso schon fast panikartig schreckhaft, aber ich wundere mich doch ein wenig, dass andere Passanten ein solches Gequietsche nicht zu stören scheint. Höre ich nun zu gut bzw überempfindlich, oder sind viele andere schon halbtaub?
Marco
Viele Umweltgeräusche werden schlichtweg vom Gehirn ausgefiltert. Man nimmt sie zu Kenntnis und das war es schon. Genaueres erfährt man erst, wenn eine Schallmessung erfolgt ist. Dann kennt man die objektiven Werte. Wenn dann bestimmte Grenzwerte überschritten werden, dann hat - theoretisch - die zuständige Behörde (meist Gesundheitsamt oder Kreisverwaltung) die Aufgabe, die Schallquelle „einzudämmen“. Bei quietschenden Straßenbahnen gibt es aber nur wenig Abhilfemöglichkeiten.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi Marco,
für kurze Schallimpulse hat das Ohr einen Schutzmechanismus, den Stapediusreflex. Dieser Muskel spannt das Trommelfell straff, um die Schallübertragung zu dämpfen. Nach Sekundenbruchteilen entspannt sich der Muskel aber wieder und das Hören geschieht wieder ungedämpft.
Langanhaltende Geräusche können aber auf alle Fälle das Gehör nachhaltig und irreversibel schädigen.
Die Toleranz gegen hohe Lautstärken ist allerdings deutlich unterschiedlich. Solltest Du aber eine deutlich(!) herabgesetzte Schwelle haben, solltest Du das mal mit einem HNO-Arzt besprechen.
Gandalf
Hallo Marco,
ich reagiere da ebenso drauf, ich führe die Abstumpfung der anderen definitv auf die mittlerweile grassierende „Schwerhörigkeit“ zurück.
Du mußt Dich nur mal mit einem Arzt unterhalten, der Reihenuntersuchungen des Gehörs seit Jahrzehnten durchführt (z.B. Musterung, Einstellungsuntersuchungen…). Der wird Dir die deprimierende Beobachtung schildern, dass heute viele gerade junge Menschen bereits massive Gehörverluste haben.
Ich begreife z.B. absolut nicht, wie man es zum Teil mehrfach die Woche in Diskotheken ohne Gehörschutz aushalten kann (wobei ich ebenfalls regelmässig dorthin gehe). Der Unterschied ist nur, dass ich seit meinem ersten beinahe Gehörsturz in einer Provinzdisse meine Gehör schütze. Ist zwar nicht wirklich cool, aber ich werde wenigstens mit 35 noch was hören…
Zur Frage: Alles was Dir wehtut, ist längerfristig schädlich für Dich. Solcher Schmerz ist letztendlich eine Nervenreaktion, die Deinen Körper vor weiteren Schäden schützen soll. Und Dein Körper weiß (meistens), was für ihn gut ist…
Grüße
Jürgen
Danke für Eure Antworten! (oT)