gibt es eigentlich Untersuchungen darüber, was auf eine Heilung einer Krankheit den größeren Einfuß hat: Die frühzeitige Diagnose oder die Qualität der darauffolgenden Therapie?
Mir geht es dabei um schwere und schwerste Erkrankungen, wie z.B. Krebserkrankungen.
Nicht trennbar!
Denke, deine Frage lässt sich nicht beantworten, weil es ohne Diagnose keine Therapie gibt! Beiden steht im direkten Zusammenhang und lässt sich nicht voneinander getrennt betrachten (bzw. bewerten).
Was nützte einem die schönste Frühdiagnose, wenn nichts unternommen wird. Auf der anderen Seite ist die beste Therapie für die Katz, wenn sie aufgrund nicht durchgeführter Diagnose zu spät kommt.
Neuformulierung
Mit einer Antwort wie der Deinen habe ich gerechnet. Ich war mir auch nicht sicher, wie ich die Frage eindeutig stellen kann.
Ich versuche es noch einmal anders: Kann eine verspätete Diagnose durch eine Behandlung durch einen erstklassigen Arzt wettgemacht werden? Oder anders: Wenn man die Wahl hätte zwischen der frühestmöglichen Diagnose und der perfekten Behandlung, was sollte man wählen? Wie gesagt: Mir geht es darum, ob es dazu Untersuchungen gibt.
Profan ausgedrückt: Lohnt sich eher eine Investition in Diagnostik oder in therapeutische Verfahren? (Obwohl das nicht der Hintergrund meiner Frage ist.)
ich denke daß man das nicht beantworten kann weil die Frage rein philosophisch und zu theoretisch ist.
Es mag Erkrankungen geben, die auch nach später Erkennung durch eine suffiziente Maximaltherapie gleich gut behandelt werden können wie eine frühzeitig diagnostizierte, aber nur minimal versorgte Störung. Bei anderen Erkrankungen und Verletzungen wird es wiederum nicht gehen.
Es wäre auch moralisch fragwürdig wenn man bewußt oder zumindest fahrlässig ungenaue Diagnosen stellt.
Wenn Deine Frage auf ein konkretes Erlebnis zurückgeht oder Du an eine tatsächlich passierte Situation denkst solltest Du diese konkret beschreiben - wobei es selbst dann nur vermutet werden kann wie der Verlauf bei anderem Behandlungsvorgehen gewesen wäre.
Wenn Deine Frage auf ein konkretes Erlebnis zurückgeht oder Du
an eine tatsächlich passierte Situation denkst solltest Du
diese konkret beschreiben - wobei es selbst dann nur vermutet
werden kann wie der Verlauf bei anderem Behandlungsvorgehen
gewesen wäre.
gut, werde ich mal konkret: Es geht um ein Versicherungsangebot, daß mir gegen Zahlung einer gewissen Gebühr bei schweren Erkrankungen die Behandlung von absoluten Topmedizinern innerhalb von 5 Tagen zusichert. Hört sich toll an, bringt mich aber zum Nachdenken.
Was nützt es mir, wenn ich einen Toparzt nach der Diagnose bekomme, die aber gerade bei Krebserkrankung nicht durch pures Handauflegen und somit nicht Sekunden nach der Erkrankung erfolgt?
Will sagen: Was nützt mir die Behandlung durch absolute Spitzenärzte, wenn der Normalarzt u.U. nicht mal die Diagnose hinbekommt, bevor ich nicht zuckend auf dem Boden liegt.
Daher die Frage: Inwieweit kann eine Spitzenbehandlung das wieder wettmachen, was durch verspätete Diagnose "kaputt"gemacht wurde?
Ich dachte mir, daß es darüber Untersuchungen (meinswegen auch für einzelne Erkrankungen) gibt, weil das im Prinzip eine sehr wichtige Frage für die medizinische Versorgung ist: Investiere ich in Diagnostik oder eben in Therapien?
meiner Meinung nach ist ein guter Diagnostiker durch nichts zu ersetzten, da er in der Regel auch über die neuesten
Therapiemöglichkeiten informiert ist, sie entweder selbst anwendet oder mit Rat und Tat zur Seite steht.
was ist wichtiger, das Fundament oder das darauf von einem handwerklichen Künstler aufgebaute Haus?
Die sorgfältige Diagnostik ist die Basis für alles weitere. Der Rest ist in aller Regel mehr oder weniger anspruchsvolles Handwerk. Natürlich geht es bei diesem Handwerk u. U. spektakulärer zu als bei der mühseligen Ursachensuche angesichts des maroden Gesamtbildes, das so ein kranker Banker zu bieten pflegt.
Spaß beiseite: Ich halte solches Versicherungsangebot für überflüssig, um nicht das Wort Abzocke zu gebrauchen. Die Diagnostik muß stimmen, nachvollziehbar und plausibel sein. Zunächst hat dort der Aufwand statt zu finden und nach Möglichkeit letzte Sicherheit zu herrschen. Was danach passiert, das solltest Du trotz aller ärztlicher Beratung letztlich ganz alleine entscheiden. In diesem Zusammenhang frage ich mich, was denn ein „Top-Mediziner“ sein soll und nach welchen Kriterien Du Dir den aussuchst.
Die sorgfältige Diagnostik ist die Basis für alles weitere.
ich hab´ es ja schon gern, wenn jemand meine Ansicht bestätigt.
angesichts des maroden Gesamtbildes, das so ein kranker Banker
zu bieten pflegt.
jaja…
Spaß beiseite: Ich halte solches Versicherungsangebot für
überflüssig, um nicht das Wort Abzocke zu gebrauchen.
Nun, ich halte das Angebot nicht unbedingt für unseriös oder gar eine Abzocke, würde ich auch von meiner Versicherung so auch nicht erwarten, weil sie bisher jede Gelegenheit genutzt hat, meine Meinung vom Versicherungsgewerbe zu widerlegen. Nur kamen mir halt Zweifel, ob dieses Angebot einen praktischen Wert hat.
Die
Diagnostik muß stimmen, nachvollziehbar und plausibel sein.
Zunächst hat dort der Aufwand statt zu finden und nach
Möglichkeit letzte Sicherheit zu herrschen.
Dummerweise hat man als Patient nur begrenzten Einfluß auf die Diagnostik. Wenn man sich auf seinen Arzt bzw. die zweite Meinung nicht verlassen kann, auf wen dann? Medizin ist eines der wenigen Gebiete, auf dem man selber kaum einen Beitrag leisten bzw. sich voll und ganz auf andere verlassen muß.
I diesem Zusammenhang
frage ich mich, was denn ein „Top-Mediziner“ sein soll und
nach welchen Kriterien Du Dir den aussuchst.
Ich wähle gar nicht. Laut Text des Angebotes wählt ein Kreis „renommierter Experten (…) für jedes Fachgebiet erfahrene Spezialisten aus, die durch ihre Qualifikation und die medizinisch-technische Ausstattung ihrer Klinik nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen arbeiten. Diese Auswahl wird laufend überprüft und ergänzt.“
Es bleibt an mir (wenn nicht doch noch ein Hinweis auf eine entsprechende Untersuchung folgt), mir darüber Gedanken zu machen und zu entscheiden, ob dieser Service nun 12 Euro im Monat wert ist.
An dem Thread selbst lässt sich schon einiges sehen, was Deiner Frage als Antwort zukommt:
Hier ist im Kleinen einiges abgegangen, was im diagnostischen Prozess ebenfalls vorkommen soll.
Diagnostik bedeutet ja nicht bloß das Anwerfen des Magnetresonanz-Tomographen. Sie ist dort am wirksamsten, wo sie hinter dem präsentierten Symptom das eigentliche Leid heraus horcht.
Dass eine Therapie besser anschlägt, wenn
die Diagnostik klare Ergebnisse bringt
der Arzt / die Ärztin „Vertrauen“ genießt (das ist eine tiefenpsychologische Übertragung eigener Vorstellungen)
das angebotene Heilverfahren einsichtig / schlüssig scheint,
darüber besteht ja kein Streit.
Was gehört nun zum Heil-Werden?
der Patient selbst mit all seinen Stärken und Schwächen, Hoffnungen und Ängsten, und seinem Beziehungs-System!
die Persönlichkeit des Arztes / der Ärztin, zu der eine Arzt-Patienten-Beziehung aufgebaut werden kann.
Hier mag der „vorauseilende Ruf“ sprich: auch das Honorar, das Aufscheinen in einer „Liste der Besten“ etc. am Rande beitragen.
die Wirkweise der Therapie (wo liegt da der Schwerpunkt? an der Psyche, am Medikament, am Eingriff?)
Zum Heil-Werden gehört vor allem die Kunst, dem Patienten / der Patientin die eigenen Möglichkeiten wieder neu zu erschließen, sich selbst zu heilen.
Sollte das Versprechen der Versicherung darauf abzielen, den am besten passenden Arzt, die am besten passende Therapie zu suchen (was ja bedeutet: INDIVIDUELLE HEILBEHANDLUNG, dann zahlt sich das aus.
Sollte es nur um „berühmte Kapazitäten“ gehen, z.B. den Leibarzt des Papstes oder der seligen Queen Mum, etc., dann ist das etwas für Leute, die gerne in besseren Kreisen verkehren - und kann so auch seine Wirkung tun.
Diese Kriterien sollen nicht verwirren, sondern zu genaueren Entscheidungen verhelfen.
Alles Gute
Volkmar
Will sagen: Was nützt mir die Behandlung durch absolute
Spitzenärzte, wenn der Normalarzt u.U. nicht mal die Diagnose
hinbekommt, bevor ich nicht zuckend auf dem Boden liegt.
Die Spitzenärzte brauchst Du für die Therapie eher weniger, da reicht guter Durchschnitt aus. Im Vorfeld, also bei der Diagnose, hätte ich persönlich lieber einen Spitzenarzt. Mir sind einige Leute bekannt, die sich von einem Arzt zum anderen geschleppt haben und in einem Fall war in 20 Jahren war keiner dieser Ärzte in der Lage, die richtige Diagnose zu treffen. Erst jetzt, im Krankenhaus, wurde die Ursache gefunden. Sicher sind die Diagnosemethoden inzwischen weiterentwickelt, aber ein Spitzenmediziner hätte die richtige Diagnose vielleicht schon Jahre früher treffen können und der Patientin damit schmerzvolle Jahre ersparen können.
Daher die Frage: Inwieweit kann eine Spitzenbehandlung das
wieder wettmachen, was durch verspätete Diagnose
"kaputt"gemacht wurde?
Kaputt gemacht worden ist im konkreten Fall nichts, mit einem relativ harmlosen Eingriff ließ sich die Ursache beseitigen, kaputt gemacht wurde aber mit Sicherheit die Lebensqualität der Patientin in den letzten 20 Jahren.
Wie gesagt: Ich hätte lieber einen brillanten Kopf in der Diagnostik, als den weltbesten Messerschwinger später.
Die Spitzenärzte brauchst Du für die Therapie eher weniger, da
reicht guter Durchschnitt aus. Im Vorfeld, also bei der
Diagnose, hätte ich persönlich lieber einen Spitzenarzt.
Hallo!
Meine Meinung zu dem ganzen Thema:
Diagnostik und Therapie sind nicht trennbar. Denn wird bei der Diagnosestellung ungenau gearbeitet, wirkt sich das unbestreitbar auf die Therapie aus!
Die beste Diagnostik nützt nichts, wenn der behandelnde Mediziner, sich mit der Diagnose, nicht ausführlich genug auskennt. Und das gibt es zu Hauf!
Somit ist dann auch die Chance auf die bestmöglichen Therapie stark verringert.
3)Die beste Diagnostik nützt wiederum nichts, wenn es keine Therapie dafür gibt (ich spreche aus Erfahrung)
Und die Diskussion über Spitzenmediziner und Durchschnittsärzte…ja die könnte ewig dauern.
Leider ist der medizinisch behandelnde Durchschnitt, weniger als gut.Er ist eher bei mittelmäßig bis schlecht.
Die sogenannten Spitzenärzte werden, aufgrund ihres Wissens, von den eigenen Reihen zu solchen deklariert.Also stellt sich die Frage, inwieweit die eigenen Reihen ( = der"Durchschnittsarzt" um die Formulierung beizubehalten)dazu in der Lage sind, das
zu beurteilen.
Das frage ich mich besonders bei niedergelassenen Ärzten immer wieder. Denn ob sie sich z.B. fortbilden und versuchen auf dem neuesten Stand, bei der Diagnostik und Therapie zu sein, bleibt ihnen überlassen.
Und welcher Patient fragt denn schon im Vorfeld, wann der Arzt die letzte Fortbildung hatte und in welchem Bereich.
Genau deswegen passiert es, daß Patienten jahrelang von einem Arzt zum anderen wechseln, weil niemand was findet. Diesen Patienten wird dann oftmals vorgeworfen,sie seien psychisch auffällig und würden nur Ärzte akzeptieren, die ihnen schönreden.
Wird da nicht die Realität etwas verdreht?
Erst jetzt, im Krankenhaus, wurde die Ursache gefunden. Sicher
sind die Diagnosemethoden inzwischen weiterentwickelt, aber
ein Spitzenmediziner hätte die richtige Diagnose vielleicht
schon Jahre früher treffen können und der Patientin damit
schmerzvolle Jahre ersparen können.
Wie wahr!
Kaputt gemacht worden ist im konkreten Fall nichts, mit einem
relativ harmlosen Eingriff ließ sich die Ursache beseitigen,
Ja nur darf nicht vergessen werden, wie häufig was irreperabel geschädigt, oder kaputt gemacht wird. Ganz zu schweigen von den Mehrkosten, die die Krankenkassen dadurch haben können.
Im dümmsten Fall führt mangeldes Wissen und Interesse am Patient, zu dessen Tod.
So gesehen, wir leben noch und darum noch einen schönen Tag
Natascha