Abtreibung, wer kann mir sagen

wie der offizielle Weg ist, wenn man so etwas angehen ‚muß/will‘.
Meine Info ist, daß man nach dem positiven Ergebnis
ein Beratungsgespräch führen muß und nach drei Tagen frühestens
kann man den ‚Vorgang‘ dann erledigen lassen.

Ist das so korrekt wiedergegeben?
Das Beratungsgespräch findet mit oder ohne Partner statt?
Was sind die Inhalte/Ziele dieses Gesprächs?

Bitte nur ernstgemeinte Antworten zu diesem Thema!

Vielen Dank!!!

Andreas

hallo, andreas.

den zeitlichen rahmen hast du ganz gut im blick.
als erstes: einen ss-test beim arzt durchführen lassen.
dann: termin bei einer beratungsstelle machen.
da kriegt man dann auch den beratungsschein, ohne
den der eingriff überhaupt nicht durchgeführt werden
darf. das gespräch kann frau mit oder ohne partner führen.
es geht vor allem darum, noch einmal zu überlegen, ob es
noch alternativen zur abtreibung gibt, bzw ob die schwangere
wirklich hinter der entscheidung steht, oder ob sie beispielsweise unter druck gesetzt worden ist.

mit dem beratungsschein geht frau wieder zum gynäkologen,
dessen namen sie ebenfalls von der beratungsstelle erhält.
es gibt meist nur in grösseren städten eine handvoll ärzte,
die schwangerschaftsabbrüche durchführen, sodass man eine
wahl hat.

der gynäkologe entscheidet dann, ob er den eingriff in
seiner praxis durchführen will oder in einem krankenhaus,
falls die schwangere gesundheitlich vorbelastet ist.

derselbe arzt wird dann auch die nachsorge übernehmen
(c. 1 woche nach der op).

falls du fragen hast: stehe zur verfügung.

grüsse:

alabama

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Vielen Dank für die sehr gute Beschreibung!
Kannst Du mir den Eingriff bitte noch etwas beschreiben?
Ich meine, deine Zeilen lesen sich so,
als ob das kein kleiner Eingriff wäre,
wovon ich eigentlich ausgegangen war.
Wie fühlt man sich ‚körperlich‘ danach.
Sind Nachwirkungen zu erwarten?
Wie lange dauert es, bis man ‚körperlich‘
wieder hergestellt ist usw.?
Wie ist das mit den Kosten?

Vielen Dank für deine Hilfe!!!

Gruß

Andreas

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Hallo Andreas,

ich häng mich hier mal rein, weil ich gerade über dieses Thema gelesen habe…

Vielen Dank für die sehr gute Beschreibung!
Kannst Du mir den Eingriff bitte noch etwas beschreiben?
Ich meine, deine Zeilen lesen sich so,
als ob das kein kleiner Eingriff wäre,
wovon ich eigentlich ausgegangen war.

Ganz gewiss ist das kein „kleiner Eingriff“, auch wenn er in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden wird. Die häufigsten Methoden sind Absaugung, Ausschabung oder auch die Gabe von einem Medikament (Mifegyne z. B.). Es handelt sich also um einen chirurgischen Eingriff. Gefahren können auftreten durch die Narkose oder auch unvorhergesehen Blutungen. Von dem psychischen Folgen einmal ganz abgesehen.

Wie fühlt man sich ‚körperlich‘ danach.
Sind Nachwirkungen zu erwarten?
Wie lange dauert es, bis man ‚körperlich‘
wieder hergestellt ist usw.?

Es wird empfohlen, sich einige Tage lang körperlich zu schonen, weil sehr oft menstruationsähnliche Blutungen eintreten, manchmal in Verbindung mit Krämpfen. Möglich ist auch ein kurzzeitiger Temperaturanstieg (Fieber). Bis zu drei Wochen lang sollte nichts in die Scheidengegend eindringen dürfen (kein Tampon, auch kein SEX also), da die Infektionsgefahr noch sehr hoch sein wird.

Alles in allem fühlt sich die Frau etwas schlapp, aber ansonsten körperlich gesund. Und noch einmal: Die psychischen Nachwirkungen nach solch einem Eingriff sind nicht zu unterschätzen.

Übrigens: Sofort nach dem Eingriff kann die Frau wieder schwanger werden!!

Wie ist das mit den Kosten?

Die Kosten werden von der Kasse nur übernommen, wenn eine medizinische oder kriminologische Indikation besteht. Ansonsten muss man mit zwischen 300 und 450 € rechnen (wenn alles komplikationsfrei verläuft). Ist man geringverdienend o. ä. kann man Land Zuschüsse erhalten, weil man nach dem Gesetz nicht allein aus finanziellen Erwägungen heraus an einem Abbruch gehindert werden darf.

Viele Grüße
Jana

Hallo Andreas,
es ist sicher von Frau zu Frau verschieden, aber eigentlich ist es körperlich, bis auf die Narkose an sich, kein großer Eingriff.
Ich bin nach 10 min aufgestanden und nach Hause gefahren, und habe mich körperlich fit gefühlt.
Viel gewichtiger finde ich den psychischen Faktor, den ich für noch viel gewaltig größer halte, als „man so denkt“.
Das ist eine Entscheidung mit Folgen, die gut verarbeitet sein wollen, von beiden.
Selbst wenn die Entscheidung klar ist und man scheinbar nach ein paar Wochen kaum mehr dran denkt, meiner Erfahrung nach rutscht manches schnurstracks ins Unbewußte, wo es dann vor sich hin gärt und viel später Folgen haben kann, die man oft nicht mehr mit der Abtreibung in Verbindung bringt.
Das soll kein Plädoyer gegens Abtreiben sein, es soll ein Hinweis auf die eventuelle Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den psychischen Folgen sein.
Ich selber habe nie abgetrieben, ich weiß über die OP, weil mir einmal ein Fötus abgestorben war der dann auch „abgetrieben“ werden musste.
Aber im Freundeskreis hat es das Thema mehr als zur Genüge gegeben, so dass ich mit schlimmer regelmäßigkeit erleben durfte, wie unverarbeitete Abtreibungen nachwirken.

Ich wünsche Euch alles Gute und finde es auch schön, dass das Zusammengehen für Dich selbstverständlich ist…ist es auch, aber manche Männer können das leoder nicht sehen.
Semele

Ein Link
Hallo Andreas,

hier ein Link, der dir vielleicht auch weiterhilft:

http://www.urbia.de/topics/article/?id=8567&o=

Ciao
Camilla

Hallo Andreas!
Wie die körperlichen Beschwerden nach dem Abbruch sind,hängt mitunter von der Schwangerschaftswoche ab, in der sich die Frau befindet.

Wie fühlt man sich ‚körperlich‘ danach.

Körperlich gesehen, gibt es danach einen Hormonsturz, wie bei der Entbindung auch. Es kann also sein, daß die Frau gar keine bis massive Beschwerden hat(ist sehr unterschiedlich).Die Dauer der Beschwerden schwankt auch stark.

Sind Nachwirkungen zu erwarten?

Die häufigste Nachwirkung ist, daß sich Frau heute überwiegend, immer noch für die Abtreibung vor der Geselllschaft rechtferigen muß. Unverständlicherweise! Deswegen wollen es etliche Frauen vertuschen, sprechen nicht offen darüber und haben somit manchmal das Gefühl allein zu sein.
Wenn die Abtreibung aber gut überlegt ist kann Frau sehr gut damit fertig werden.
Gezahlt wird der Abbruch u.a. von der Krankenkasse, im Notfall vom Sozialamt. Es muß begründet sein, daß die Schwangerschaft für die Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht tragbar ist.
Genauso zählt auch dazu, daß es der Frau erlaubt ist abzutreiben, wenn sie durch das Kind , für sie nicht zumutbaren sozialen Belastungen ausgesetzt ist (finanzielle und psychische Aspekte zählen auch)
Der Arzt der die Schwangerschaft feststellte, darf den Abbruch nicht vornehmen. Wer den Abbruch vornimmt, darf sich die Schwangere selbst aussuchen. Es muß nur eine Praxis sein, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt.

Liebe Grüße Natascha

hallo, jana!

wo du gerade mifegyne ansprichst: mein arzt hat dringend
davon abgeraten, weils den hormonhaushalt wirklich
enorm durcheinanderbringt und weil auch nicht sichergestellt ist, dass der einsatz von mifegyne den gewünschten erfolgt
bringt. das heisst: man ist vielleicht hormonell total
daneben und muss sich dann noch einer ausschabung
unterziehen, weils medikamentös einfach nicht geklappt hat.

aba dett nur ma so in klamman.
:wink:

alabama

hallo andreas!

ist ja eigentlich schon alles gesagt worden.
wie man sich nach einer abtreibung fühlt kann
ich nicht recht sagen, da ich zusätzlich eine
tubenligatur hab vornehmen lassen und so mit
kohlendioxid vollgepumpt war, dass ichs noch
eine woche danach beim schuhebinden gespürt hab.

auswirkungen ganz anderer art - was mein gewissen
und meine gefühle betrifft - habe ich nach wie vor.
und ich kann nicht sagen, dass ich fertig bin damit.
obwohls heute fast ein jahr her ist.

ich denke, das wichtiste ist, dass man sich ABSOLUT
sicher sein muss, dass man das kind nicht haben kann.
oder will. wirklich und richtig sicher.

viel kraft in den nächsten tagen wünscht euch

alabama