ich bin noch etwas durch den Wind, aber ich denke, hier bin ich richtig mit meiner Frage:
Heute früh teilte meine Mutter mir telefonisch mit, daß mein Vater heute nacht mit dem Notarzt in das lokale Klinikum eingeliefert wurde mit einer Meningokokken-Meningitis.
Er hatte sich wohl am Tag nicht wohl gefühlt, Magen oder so. Ging dann mal ins Bett, auch abends schon früh. In der Nacht stellte meine Mutter fest, daß er komplett durchgeschwitzt war und als sie ihn ansprechen wollte, reagierte er nicht, trotz offener Augen. Da rief sie den Notarzt, der sofort die Einweisung in die Klinik anordnete. Dort wurden wohl die entsprechenden Tests gemacht und die Meningokokken-Meningitis festgestellt.
Nun liegt er auf der Intensivstation, mußte wegen seiner Unruhe „fixiert“ werden.
Meine Mutter bekam Tabletten zur Vorbeugung. Die Ärzte erkundigten sich nach seinen Kontaktpersonen der letzten 2 Tage.
Ich habe mich natürlich im Internet nun ein wenig kundig gemacht, aber bin von den Infos doch etwas verwirrt:
Reicht denn die Tabletten-Gabe an meine Mutter? Sollte nicht irgendwie ein Abstrich oder sowas gemacht werden? Sie hat ja nun niemanden, der nachts den Notarzt ruft - ist sie wirklich ungefährdet?
Ist die Ansteckungszeit wirklich nur 2 Tage relevant? Ich war letzte Woche bei meinen Eltern - ich fühle mich sicher nicht krank, möchte aber sicher gehen.
Es heißt, die Sterblichkeit liegt trotz Behandlung bei 5-10% - ist das wirklich so? Mein Vater ist 64 Jahre alt und eigentlich bei rechter guter körperlicher Verfassung.
Was für dauerhafte Schäden muß man wirklich befürchten?
Die Meningokokkenmeningitis hat eine Inkubationszeit Von 1-5 Tagen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Wenn Du zu Deinem erkrankten Vater länger als 5 Tage keinen Kontakt hattest, ist eine Ansteckung durch ihn unwahrscheinlich, wenn Du keine Krankheitssymptome hast. Was Deine Mutter angeht, ist sie natürlich als Kontaktperson gefährdet. Meningokokken sind Bakterien und als solche der Behandlung durch Antibiotika zugänglich. Wenn die Diagnose bei Deinem Vater gesichert ist, gehe ich davon aus, daß eine Liquorpunktion (Gewinnung Von Rückenmarksflüssigkeit durch Punktion) erfolgt ist. Dabei kann man die Meningokokken entdecken und auch herausfinden, gegen welche Antibiotika die Meningokokken, die bei Deinem Vater gefunden wurden, sensibel sind. Wenn die Tabletten, die Deine Mutter erhalten hat, ein solches Antibiotikum sind, sollte sie ausreichend geschützt sein vor einer Infektion. Im übrigen ist die Meiningokokkenmeningitis eine meldepflichtige Erkrankung und es ist deshalb davon auszugehen, daß die beteiligten Ärzte alle vorgeschriebenen Maßnahmen ergriffen haben, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
danke erstmal. Mein Vater kam ins Klinikum, weil dort das Labor 24 Std besetzt ist und sofort mit dem Tests begonnen werden konnte.
Die Behandlung schlägt wohl gut an, heute früh sah es noch nicht so toll aus, aber heute nachmittag konnte er schon wieder angesprochen werden, sogar einen Joghurt essen. Denke mal, das ist ein gutes Zeichen. Außerdem motzt er, daß er nicht selbst aufs Klo dar. Wenn jemand motzen kann…
Meiner Mutter geht es auch gut, die Tabletten sind wohl die vorbeugenden Medikamente, die auch die Ärzte bekommen, die Kontakt mit Meningitis-Patienten haben.
Sonstige Kontaktpersonen gibt es wohl nicht - Gott sei Dank hatten meine Eltern in den letzten Tagen nicht so große Unternehmungen.
Sieht erstmal besser aus, als noch vor wenigen Stunden.