Hallo Leidgeplagte,
das Thema war ja schon oft dran. Trotzdem möchte ich meine neueste Erfahrung allen Betroffenen mitteilen! Ärzte und Kassen haben entschieden, keine Akupunktur zu bezahlen. Was sind wohl die Hintergründe? Weil sich die Schulmedizin sagen lassen müßte, daß sie all zu oft kläglich versagt? Oder weil zu viel schwarze Schafe (auch unter den Drs.) sich mit Akupunktur ihr Geld verdienen?
Über 3 Jahre war ich bei allem möglichen „Kapazitäten“ ( vom Internisten bis zum Neurologen und Orthopäden) wegen Migräne in Behandlung. Erfolg NULL !
Durch Zufall hörte ich von einem Arzt, der mit Ohr-Akupunktur behandelt. Es sind kurze ( 2- 3 mm) lange Nadeln, die drin bleiben so lange sie halten. I.d.R. 2 - 3 Wochen.
Der Erfolg bei mir: Der Zeitraum der Anfälle (nach 3 Behandlungen) hat sich inzwischen von 6- 8 Tagen auf 4 Wochen verlängert. Die Stärke der Schmerzen drastisch verringert ( es ist eigentlich nur noch eine leichte Benommenheit.- kein „Schmerz“ mehr). Meine Frage: Was wäre für die Kassen billiger? Oder darf es nicht billiger werden, wegen der Existenzberechtigung der Kassen u, der vielen Fachärzte? Diese Frage ist zwar provokatorisch, aber ist sie s o o falsch?
Gruß an alle „Migräniker“ - Fritz
Hi, Fritz,
ich glaube, es geht nicht unbedingt darum, wie billig oder teuer eine Behandlung ist (höchstens darum, dass sie unmittelbar billig ist, und da ist ein Rezept billiger als eine Akupunkturbehandlung, die Kassen denken nicht allzu langfristig), sondern mehr darum, dass die Kassen mitbestimmen wollen, wer als Arzt zugelassen wird und wer nicht. Immerhin werden Heilpraktiker immer noch von den Kassen nicht anerkannt, da sie keine „richtige“ Ausbildung gemacht haben. Ich habe zwar keine Migränen, aber friere ständig und erkälte mich unheimlich schnell. Mir hat bisher nur eine Heilprakterin helfen können. Soviel ich weiß, zahlen die Kassen übrigens Akupunktur und heilpraktische Behandlungen, solange sie von einem von ihnen anerkannten Arzt ausgeführt werden. Und wenn du mit diesem Arzt nicht zufrieden bist: Es gibt für gar nicht viel Geld private Zusatzversicherungen, die Heilpraktiker bezahlen. Ich habe zum Beispiel eine ausschließlich für meine Heilpraktikerbesuche. So kann ich mir das dann auch öfters leisten.
Viel Erfolg weiterhin mit deiner Behandlung. Falls deine Kasse auch Akupunkturbehandlungen von Kassenärzten nicht bezahlt, wechsel doch einfach. Die TK bezahlt sowas z. B.
Gruß, die Elbin
Hallo Fritz,
die Kasse zahlt natürlich nur das, dessen Wirkung beweisbar ist. Wäre es bei der Akupunktur völlig egal, wohin man die Nadel setzt (wenn also keine Überlegenheit im Vergleich zur Plazebotherapie erkennbar wäre), so wäre die Bezahlung eines ausgebildeten Therapeuten nicht zu rechtfertigen.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit der Cochrane Library (Stichwort: evidenzbasierte Medizin), die quasi alle publizierten, soliden Daten zusammengefaßt hat, kannst Du hier nachlesen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Re…
Die Forscher (übrigens ehrenhafterweise von meiner derzeitigen Heimatuni) kommen zu folgendem Schluß:
„Overall, the existing evidence supports the value of acupuncture for the treatment of idiopathic headaches. However, the quality and amount of evidence are not fully convincing. There is an urgent need for well-planned, large-scale studies to assess the effectiveness and cost-effectiveness of acupuncture under real-life conditions.“
Soll heißen: Die Mehrzahl der Studien legen einen positiven Effekt nahe. Es gibt jedoch keine Studie, die nach den strengen Kriterien der evidenzbasierten Medizin einen eindeutigen Wirksamkeitsbeweis erbracht hat.
Jetzt könntest Du höchstens noch versuchen, mit den positiv ausgefallenen Studien (die ja in der Mehrzahl sind) die Kassen zu beeindrucken. Oder Du suchst Dir eine Kasse, die das bezahlt (frag doch z.B. mal bei der Techniker nach, die werben da hin und wieder damit). Mittelfristig dürfte Akupunktur für bestimmte Indikationen ohnehin eine schulmedizinische Methode werden. Wäre ja auch unsinnig, die (in ihrer prinzipiellen Existenz) schon lange bekannten somatoviszeralen Reflexe nicht zu nutzen…
Das ganze gilt für die Akupuntur und ist nicht übertragbar auf andere - in ähnlichen Studien schon längst und wiederholt als wirkungslos beweisene - alternativmedizinische Methoden.
viel Erfolg,
Oliver
hallo!!
die bereitschaft für die eigene „gesundheit“ geld auszugeben ist in deutschland leider noch sehr gering; das wird und muss sich aber in den nächsten jahren drastisch ändern.
wenn die kassen/der gesetzgeber die bestehenden regelungen konsequent umsetzen würde dann gäbe es sowieso keine erstattung mehr für irgendwas. paragraph 1 des sozialgesetz… lautet meiner erinnerung nach „der versicherte ist für seine gesundheit selbst verantwortlich“-soll heissen er muss alles tun um seine gesundheit selbst zu erhalten.
deshalb kann die kasse bei „selbstverstümmelung“, etc. auch das geld für die behandlung zurückfordern-tun sie aber meist nicht.
wie oliver schon geschrieben hat ist die nachweisbarkeit z.t. nicht gegeben. und wenn eine kasse heute eine methode bezahlt die nicht nachweisbar ist dann stehen morgen 100 andere vor der tür die fernheilung per gedankenübertragung anbieten und dafür 100 euro pro sitzung verlangen. was dann??
sicher ist es für dich als betroffenen unverständlich warum es nicht bezahlt wird wo doch alles andere teurer war-würde mich auch stören-aber es gibt eben auch welche bei denen diese behandlung nicht funktioniert-und dann ist das geld zum fenster rausgeschmissen.
gerade im bereich der chronischen sachen ist am meisten der patient selbst gefragt! jede massnahme von aussen führt die meisten nur weiter in eine therapieabhängigkeit und macht die sache noch schlimmer (ich spreche hier mal vom orthopädischen bereich).
du kannst aber mal versuchen die kosten für die behandlung nachträglich bei deiner kasse einzureichen-manchmal zahlen sie im nachhinein wenn ein erfolg da ist.
schickst du mir bitte die adresse von dem arzt der dir geholfen hat??? kann ich gut an meine patienten weitergeben.
danke
tschüss
matthias
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gilt nicht für alle kassen
hi fritz,
meine mutter ist auch wegen migräne bei einem naturheilkundler in behandlung und bekam akupunktur, davon hat die techniker krankenkasse jeweils 10 dm pro akupunktur übernommen. auch bei anderen alternativen heilmethoden übernehmen die teilbeträge. meine eltern haben da schon einiges in anspruch genommen, wovon mitglieder der aok, bek, dak… nur träumen können.
gruss, ines
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Hallo,
es läft z.Zt. ein Modellversuch von den Ersatzkassen,
also auch meinem Verein, der DAK - und da werden Akupunktur
von dafür qualifizierten Ärzen/Ärtinnen zu Lasten der Kasse
durchgeführt - alles wird wissenschaftlich begleitet.
Ziel des Versuchges ist es die Akupunktur als Kassenleistung
zu installieren.
Das geschieht auf Betreiben der Kassen.
Gruss
Günter
hallo ines, hallo fritz,
ich kann das von der techniker krankenkasse nur bestätigen!
5 oder 6 jahren hat die TK sogar die ganze akupunkturrechnung (auch wg migräne) übernommen.
gruß
ann
Hallo Fritz,
Wenn deine Krankenkasse Akupunktur bezahlen würde, dann dürfte sie als gesetzliche Kasse eine derartige Behandlung nur bei einem Arzt bezahlen. Die meisten Ärzte, die Akupunktur anbieten, haben aber nur die klassische Körperakupunktur gelernt.
Gerade bei der Migräne ist aber, wie du auch erlebt hast, die Ohrakupunktur viel wirksamer. Ich habe damit bisher jedem Migränekranken helfen können bis hin zur völligen Beschwerdefreiheit. Ich hatte bereits Patienten, die erfolglos von Ärzten mit der Körperakupunktur behandelt wurden.
Du siehst; allein die Erstattung durch die Kasse bringt dir keine Hilfe, wenn dann nicht die richtige Akupunktur angewandt wird. Akupunktur ist nicht gleich Akupunktur, denn es gibt:
- die klassische chin. Körperakupunktur
- die Ohrakupunktur
- die Schädelakupunktur nach Yamamoto
- die koreanische Handakupunktur
- die ECIWO Akupunktur
und wahrscheinlich noch einige andere
Die Wirkung der Ohrakupunktur kann man übrigens noch deutlich verbessern, wenn man sie mit andreren naturheilkundlichen Methoden kombiniert.
Gruß
KH