hallo!!
als „ergänzung“ zum anderen „macht nix“ posting:
beta carotin bei GESUNDEN macht keinen unterschied-da kann man nehmen was man will; aber bei risikogruppen ist es ein „lebensverkürzer“ (z.b. bei rauchern und alkoholkonsumenten):
- ß-Carotin: aus der Traum
Als „Raucher-Vitamin“ und „Zellschutz“ wurden ß-Carotin-Pillen sogar an der Supermarktkasse feilgeboten. Hohe Blutspiegel sollten vor allem Risikogruppen wie Raucher vor Krebs schützen: In einigen Studien war aufgefallen, daß niedrige ß-Carotinspiegel mit höheren Krebsraten einhergehen. Da ß-Carotin in Obst und Gemüse weit verbreitet ist, hatte man außerdem aus zahlreichen Korrelationsstudien zum Obst- und Gemüseverzehr geschlossen, daß es das Provitamin A ist, das vor den Folgen eines „riskanten“ Lebensstils bewahrt. Gestützt wurde die These durch Labor- und Tierversuche. Drei zum Beweis durchgeführte Interventionsstudien lieferten jedoch katastrophale Ergebnisse (EU.L.E.N-SPIEGEL 1998/H.9/S.5).
Raucher: Carotin fördert Lungenkrebs
Hennekens CH et al: Lack of effect of long-term supplementation with beta carotene on the incidence of malignant neoplasms and cardiovascular disease. New England Journal of Medicine 1996/334/S.1145-1149 (Physicians Health Study)
The Alpha-Tocopherol, Beta Carotene Cancer Prevention Study Group: The effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers. New England Journal of Medicine 1994/330/S.1029-1035 (Finnland-Studie)
Omenn GS et al: Effects of a combination of beta carotene and vitamin A on lung cancer and cardiovascular disease. New England Journal of Medicine 1996/334/S.1150-1155 (CARET-Studie)
Der Zusammenhang zwischen ß-Carotin und Lungenkrebs ist mittlerweile gut untersucht, immerhin wurden drei doppelblinde, placebokontrollierte Interventionsstudien in großen Kollektiven durchgeführt:
Die Physicians Health Study ergab, daß ß-Carotin bei Gesunden offensichtlich nichts nützt: 22.000 Ärzte, von denen 11% rauchten, erhielten alle zwei Tage 50 mg ß-Carotin oder Placebo. Nach 12 Jahren fand sich kein Unterschied zwischen beiden Gruppen, weder bei der Krebsrate oder bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch bei der Gesamtsterblichkeit. Damit, so die Autoren, sei „jede noch verbliebene Hoffnung darauf, daß ß-Carotin-Supplemente, zumindest für Erwachsene, ein effektives Mittel seien, um das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, im Keim erstickt“.
Die Finnland-Studie wurde dagegen mit Rauchern durchgeführt, einer Risikogruppe, die durch niedrige ß-Carotinspiegel im Blut auffällt. Man verabreichte 30.000 Männern 5 - 8 Jahre lang täglich entweder a-Tocopherol (50 mg), ß-Carotin (20 mg), beides oder Placebo. Während Vitamin E das Risiko nicht beeinflußte, stieg die Lungenkrebsrate in der ß-Carotin-Gruppe bereits nach 18 Monaten progressiv an. Am Ende waren in der ß-Carotin-Gruppe 18% mehr Lungenkrebsfälle aufgetreten als bei den Teilnehmern, die „nur“ geraucht hatten. Die Gesamtsterblichkeit war durch ß-Carotin um immerhin 8% erhöht. Damit war klar, daß ß-Carotin genau den Menschen, denen es den größten Nutzen bringen sollte, schadet.
Die CARET-Studie bestätigte die Ergebnisse der Finnland-Studie in vollem Umfang: 18.000 Raucher und Asbestarbeiter nahmen durchschnittlich vier Jahre lang täglich 30 mg ß-Carotin und 25.000 IU Vitamin A oder Placebo ein. Die Lungenkrebsrate stieg durch die Vitaminpräparate um 28%. Die Gesamtsterblichkeit lag 17% über der Placebogruppe, wobei allein die Sterblichkeit an Lungenkrebs um 46% gestiegen war. Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen wurde die Studie 21 Monate vor ihrem geplanten Ende abgebrochen.
Anmerkung: Die schädlichen Wirkungen von ß-Carotin bei Rauchern wurden nachträglich im Tierversuch bestätigt: Marder entwickelten nach sechsmonatiger ß-Carotingabe Metaplasien in der Lunge, die als Krebsvorstufen gelten. Zigarettenrauch verstärkte den Effekt (Journal of the National Cancer Institute 1999/91/S.60-66).
Außer bei Lungenkrebs „versagte“ ß-Carotin auch in einer Interventionsstudie zur Prophylaxe von Hautkrebs (Lancet 1999/354/S.723-729) sowie zur Vorbeugung anderer Zivilisationsleiden wie Diabetes (Journal of the American Medical Association 1999/282/S.1073-1075).
Nie mit Alkohol: Carotin schadet der Leber
Ahmed S et al: Interactions between alcohol and ß-carotene in patients with alcoholic liver disease. American Journal of Clinical Nutrition 1994/60/S.430
Nach landläufiger Auffassung „verbraucht“ Alkohol Carotin, so daß der Bedarf steigt. Diese Einstellung muß nach der Publikation der Arbeitsgruppe um den „Alkohol-Papst“ Charles Lieber revidiert werden. So fällt der Carotinpegel mit steigendem Alkoholkonsum nicht gleichmäßig ab: Bei mäßigem Konsum sinkt er, um sich mit zunehmender Alkoholzufuhr immer mehr dem Normwert anzunähern.
Selbst wenn, wie im Falle einer Lebercirrhose, niedrige Carotinwerte gemessen werden, könnte eine Supplementierung nachteilig sein: Aus Versuchen mit Pavianen ist bekannt, daß die gleichzeitige Verabreichung von Alkohol und ß-Carotin zu histologischen Veränderungen der Leber führt. Die Autoren empfehlen deshalb dringend, bei ß-Carotingaben die Alkoholzufuhr zu drosseln, um toxische Carotin-Konzentrationen in der Leber zu vermeiden.
Anmerkung: Den Umkehrschluss wagte offenbar niemand zu formulieren: Wer Alkohol trinkt, sollte die Finger von ß-Carotin lassen.
tschüss
matthias
p.s. hier noch eine schöne zusammenfassung damit sich gar niemand mehr auskennt:
http://www.positivehealth.com/Reviews/books/beta57.htm
zusammenfassung: bei gesunden ist`s wirkungslos, bei risikogruppen vorsichtig sein da die niedrigen blutspiegel ein selbstschutz des körpers sind, natürliches beta carotin besser als synthetisches, andere faktoren (die noch nicht alle erkannt/erforscht sind) spielen die hauptrolle