Hallo
Wer kann mir sagen ob und wie gefährlich Fuchsbandwurm ist? Wie verbreitet er sich, welche Krankheit löst er aus, Ansteckungsrisiko und wie kann er behandelt werden? Bitte alles mal posten.
Vielen Dank
Chris
Hallo
Wer kann mir sagen ob und wie gefährlich Fuchsbandwurm ist? Wie verbreitet er sich, welche Krankheit löst er aus, Ansteckungsrisiko und wie kann er behandelt werden? Bitte alles mal posten.
Vielen Dank
Chris
Hallo!
Waldfrüchte können mit dem für Menschen gefährlichen Fuchsbandwurm behaftet sein, der schwere Schädigungen der Leber auslösen kann. Wenngleich es keinen Grund gibt, in Angst oder Hysterie zu verfallen, sollte die Gefahr nicht verharmlost werden.
Die Gefahr entsteht dadurch, dass die mikrospopisch kleinen Eier des Bandwurmes über den Kot der Füchse im Wald oder am Waldrand ausgeschieden und auch durch Wind verbreitet werden, so dass Waldbeeren, Pilze, Fallobst oder Wildkräuter behaftet sein können.
Vom Menschen mit der Nahrung aufgenommene Bandwurmeier können sich im Magen-Darm-Trakt zu Larven entwickeln. Diese können sich durch die Darmwand bohren, über die Blutbahn die Leber erreichen und diese zerstören. Dabei handelt es sich um einen heimtückischen Prozess : Erste Symptome zeigen sich erst nach bis zu 15 Jahren. Die Verbraucher-Beratung empfiehlt folgende Vorsichtsmaßnahmen :
Im Freien gesammelte Pilze oder Früchte sollten vor dem Verzehr auf mindestens 70 Grad erhitzt werden.
Wer Waldbeeren, Wildkräuter oder sonstige tief wachsenden Pflanzen roh verzehren möchte, sollte sie unter fließendem Wasser gründlich waschen.
Tiefgefrieren in Haushaltsgeräten hilft nichts. Bandwurmeier werden erst bei minus 80 Grad abgetötet.
Da auch Hunde oder Katzen vom Bandwurmbefallen sein können, sollten sie regelmäßig entwurmt werden.
Grüße Max
Tollwutimpfung! mehr Füchse! mehr Parasiten
Hallo Chris,
noch ergänzend zum ausführlichen Bericht von Max, der einen sehr brauchbaren Hinweis gibt, dass hierbei Einfrieren nichts nützt! Was tatsächlich stimmt, das wusste ich bisher auch nicht, denn bei anderen Wurmeiern, z. B. Rinderbandwurm, zerstört Einfrieren die Wurmeier (z. B. zum Rohessen auf Hackfleischbrötchen).
Der Erreger der Echinokokkose heißt beim Fuchsbandwurm „Echinococcus multilocularis“. Er bildet in einigen Organen mit Bevorzugung der Leber tumorartige Zysten, die die Finnen = Larven enthalten, die per Ultraschall (anfangs schwierig nachzuweisen) aufgespürt werden können und natürlich per Blutuntersuchung: serologischer Nachweis.
Therapie: medikamentös, falls nicht restlos erfolgreich, dann wenn möglich, OP.
http://www.netdoktor.de/krankheiten/reisemedizin/ech…
Und hier noch mal ganz ausführlich, vom BgVV (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin), Merkblätter für Ärzte - siehe „Echinokokkose“:
http://www.bgvv.de/publikationen/merkblaetter/index.htm
Mit der Fuchsimpfung gegen die Tollwut wächst die Fuchspopulation zwar nahezu tollwutfrei langsam heran, aber andere Erkrankungen, wie der Fuchsbandwurm gewinnen an
Bedeutung!
Dieser Parasit ist in der nördlichen Hemisphäre verbreitet. Er kommt in Mitteleuropa in einem Endemiegebiet vor, das Teile von Deutschland, der Schweiz sowie von Frankreich und Österreich umfaßt. In Deutschland wurde nach dem neuesten Stand der Kenntnisse E. multilocularis bei Füchsen in folgenden Bundesländern nachgewiesen: Bayern, Baden Württemberg, Saarland, Hessen, Nordrhein Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Mecklenburg Vorpommern und Brandenburg. Einen besonders hohen Verseuchungsgrad weist die Schwäbische Alb auf.
Gruß, Renate
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