Augenmigräne (o.Kopfschmerz)Aura
Hallo Sabine,
Hat oder hatte deine Mutter zeitweise Migräne?
10 % der Menschen mit Migräne erleben hin und wieder, oder auch erst nach vielen Jahren eine Migräne mit Aura. Dabei handelt es sich um vorübergehende Durchblutungsstörungen mit vorübergehenden Gesichtsfeldausfällen.
Bei dieser ophtalmischen Migräne (Augenmigräne) können Flimmerskotome, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, stundenlange Kopfschmerzen und eine Überempfindlichkeit anderer Sinnesorgane auftreten. Skotom ist ein anderes Wort für Gesichtsfeldausfall. Das Flimmerskotom wird aber auch positives Skotom genannt, denn man sieht schon etwas, nur innerhalb des Flimmerns ist das Bild wie in 1000 Streifen geschnitten (zerbrochener Spiegeleffekt) und wird in den Farben der sichtbaren Umgebung wiedergegeben, - was äußerst interessant aussieht (ich hatte es je einmal am Schreibtisch und einmal beim Autofahren erlebt - kannte es vorher nur aus der Theorie…)
Migräneauren ohne Kopfschmerz sind durchaus keine Seltenheit! Nur der charakteristische zeitliche Verlauf ermöglicht dann bei sonst vollkommen unauffälligen ärztlichen und diagnostischen Untersuchungsbefunden die Diagnose.
Im typischen Fall bilden sich die einzelnen Aurasymptome innerhalb von 5 bis 60 Minuten komplett zurück und
innerhalb der nächsten Stunde beginnt der Migränekopfschmerz. Man spricht dann von einer Migräne mit typischer Aura. Wie schon gesagt, es muss nicht zum Kopfschmerz kommen. Viele Migränepatienten erleben mit dem Älterwerden eine Besserung der Kopfschmerzen, sodass sie eine kopfschmerzfreie Aura entwickeln.
Der folgende Link enthält eine interessante Arbeit zu diesem Thema (Textauszug):
http://www.schmerzklinik.de/Literatu/2/2miga.htm
"Viele umschriebene, neurologische Störungen mit den Merkmalen der Migräneaura, die bei Patienten auftreten und denen nicht die typischen Symptome einer Migränekopfschmerzphase folgen, werden häufig nicht als solche
erkannt. Diese isoliert dastehenden Auren werden von den Patienten oder Ärzten nicht unter dem Begriff Migräne zusammengefaßt. Patienten erleben diese Auren, die ja manchmal nur 10 bis 30 Minuten dauern, ohne daß sie ihrem Arzt davon berichten. Dies ist auch darin begründet, daß die Auren kurz sind, immer wieder auftreten, aber spontan wieder abklingen und eine Klärung dieser Erscheinung deshalb meist nicht eingeleitet wird.
Bislang können Migräneauren weder medikamentös noch durch Verhalten beeinflußt werden, wenn sie erst einmal ablaufen. Weder Schmerzmittel noch spezielle Migränemittel (Triptane, Ergotamine) können eine
Aura verkürzenn; erbliche Komponente.
Störungen des Sehsinns im Rahmen einer Migräneaura gehören zu den häufigsten Veränderungen. Ca. 90 % aller Migräneauren betreffen das visuelle System. Die Störungen können ganz unterschiedliche Ausprägungen
aufweisen. Einfache, strukturelle Veränderungen sind z.B. leuchtende Funken, Blitze, geometrische Figuren, wie
Zick-Zack-Linien, Kreise, sägezahnblattartig strukturierte Figuren… es bildet sich ein sogenanntes Migräneskotom. Dieses Skotom ist am Rande häufig zick-zack-linienförmig konfiguriert."
Diese Seite solltest du deiner Mutter zeigen - ganz runter scrollen, dort gibt es ein Beispiel für das Flimmerskotm mit den typischen Zackenbildern, die aus den Farben der sichtbaren Umgebung zusammengesetzt sind:
http://www.migraene-aura.de/
Zusammenfassend ist das Flimmerskotom der Migräneaura nichts Schlimmes. Direkt behandeln lässt es sich nicht, aber durch Entspannung und S tressminderung kann man es einschränken.
Hat deine Mutter nun Angst, ihr Symptom könnte Schlimmeres bedeuten, so kann sich sich beim Augenarzt das Gruseln nehmen lassen - .
Alle Gute und viele Grüße, Renate
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