Hallo Ludwig,
ohne große Müh’ und Not kann die Symptomatik schon zu einer Endokarditis passen, einer Entzündung der Herzinnenhöhlen, die bakterieller Natur ist. Ursache sind meist Zahn- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Fremdkörper, die dauernd (Katheter) oder wiederholt (Fixernadeln) in Gefäße eingebracht werden und Darmerkrankungen, insbesondere Darmkrebs (Übertritt von Darmbakterien ins Blut). Ob Piercings in die Liste mithineingehören, weiß ich nicht. Kommt u.U. darauf an, ob die gepiercte Stelle in irgendeiner Form entzündet erscheint.
Die Symptomaktik kann aber genausogut durch einen viralen Infekt (inklusive der bereits angesprochenen Hepatitis, aber auch Pfeiffersches Drüsenfieber u.v.a.m.) oder durch jedwede Autoimmunerkrankung (insbesondere Krankheiten des rheumatischen Formenkreises, aber auch die Autoimmunarthritiden nach Darm- und Harnröhrenentzündungen) bedingt sein. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß sich auch Leukämien, vor allem aber Lymphome dergestalt äußern können.
So richtig abklären kann man das nur stationär. Am dringendsten vielleicht die Endokarditis, hier kann man einen Ultraschall von der Speiseröhre aus machen (-> Schlauch). Den Piercing würde man im positiven Falle entfernen und ins Labor schicken, zur Keimanzucht. Das ist ziemlich wichtig, denn nur wenn man den Keim kennt, kann man die passenden Antibiotika auswählen. Wahrscheinlicher ist aber m.E. immer noch der virale Infekt bzw. eine Autoimmunerkrankung. Die hierfür notwendige differentialdiagnostische Aufarbeitung würde den Rahmen des Postings sprengen. Falls man keine Ursache findet, sollte man (zügig, da gute Heilungschancen im Frühstadium) die Lymphome ins Auge fassen (Lamphknotenentnahme).
Zum Thema Piercingstudios: bei „Fliege“ war mal jemand aus der „Piercingszene“ zu Gast. Im Filmbeitrag wurde gezeigt, wie ein Ring unter die Haut am Unterarm implaniert wurde. Auf die Frage Flieges, ob die Dame die Anatomie überhaupt kenne, erzählte sie etwas von Muskeln und Nerven, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Von der Höchstdosierung der lokalen Betäubungsmittel (Gefahr: Blockade der Erregungsleitung im Herz) wußte sie wohl auch nichts, jedenfalls wandte sie Unmengen davon an. Unklar auch, wo das Mittel überhaupt her war, es ist ja nicht umsonst rezeptpflichtig. Ein steriles Abdecktuch war zwar zugegen, die Handschuhe waren aber aus einer unsterilen Pappschachtel, und der Mundschutz fehlte komplett. Daß man mehrere solch grober Fahrlässigkeiten dann auch noch von der Kamera dokumentieren läßt, war für mich dann noch der Gipfel der Dummheit 
Ich will jetzt nicht sagen, daß das alle so machen, aber man braucht gewisse Kentnisse, die auch irgendwie in der Form eines Diploms oder einer staatlichen Prüfung (wie in allen Gesundheitsberufen so üblich) dokumentiert werden sollten.
Piercingwillige, die sich größere Sachen an ungewöhnlichen Stellen implantieren lassen wollen, sollten im Zweifelsfalle ruhig mal den nächsten niedergelassenen Chirurgen fragen. Mehr als eine pampige Antwort kann nicht kommen 
viele Grüße,
Oliver