Wer hat schon mal unter diesen möglichkeiten wählen können ?
Für welche Methode habt Ihr euch entschieden und warum ? Wie sind Eure Erfahrungen ? Schiss hab ich vor beiden. Bei Spinalanästhesie soll es in 0,02% zu Komplikationen kommen.Im Extremfall Querschnittslähmung. Bei Vollnarkose 20 Todesfälle bei 4,7 Millionen Operationen. Die Dunkelziffern dürften wohl höher liegen.Ich müßte mir einen größeren Knoten im Schritt entfernen lassen.Vielen Dank
Ich werde eine Spinalanästhesie bekommen
Hallo Werner!
Erst vorgestern musste ich diese Entscheidung fällen.
Gegen Spinalanästesie spricht, dass ich die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein bin und mich die Arbeitsgeräusche vermutlich wahnsinnig machen, außerdem hatte ich Angst, doch nicht ABSOLUT gefühllos zu sein. Immerhin hat man mir bei der Lokalanästhesie auch immer versprochen, ich würde NICHTS spüren, und das stimmte einfach nicht. Man spürt ja die Berührung. Also hatte ich Angst, ich könnte spüren, wenn da herumgewerkt wird.
Doch hat mich die Ärztin überzeugt, dass die untere Körperhälfte ABSOLUT GEFÜHLLOS sein wird, und auf Wunsch bekomme ich ein sedierendes (beruhigendes) Medikament, das mich in einen Dämmerschlaf versetzt.
Den Einstich hat sie mir auch beschrieben: Mit einer Nadel, die vorne kugelig abgerundet ist, wird zwischen die Wirbel hineingestochen. Sollte sich ein Nerv entgegenstellen, kann er dank der runden Nadelspitze nicht verletzt werden sondern weicht zur Seite aus.
Gegen die Vollnarkose habe ich mich entschieden, weil ich unter Kiefersperre leide und den Mund deshalb nicht gescheit aufbringe. Ich müsste damit rechnen, durchs Intubieren Zähne zu verlieren. Außerdem hatte ich nach der letzten OP einen Tracheospasmus (die oberen Atemwege krampften sich zusammen, ich bekam fast keine Luft), und das Schlimmste war: Niemand half mir!!! Alle Ärzte standen mit besorgtem Gesicht rund um mich und ermahnten mich nur ständig, ruhig zu atmen. Ich habe dort im OP mit meinem Leben abgeschlossen, weil ich nicht mehr daran glaubte, durchzukommen.
So fiel jetzt die Entscheidung für die Spinalanästhesie.
Aber da ich ein sehr gläubiger Mensch bin, lege ich mein Leben nicht in die Hand von Ärzten sondern von Gott. Da fühle ich mich sicher und geborgen.
Alles alles Gute für Deine OP!
Hanna
Hi Werner,
Spinalanästesie (auch PDA genannt) ist eine gängige Methode bei Gebährenden.
Die Ärzte können von völlig taub bis fast keine Schmerzdämpfung regulieren, je nachdem, wie viel Schmerzmittel gesprizt wird. Es ist aber recht träge, nach Gabe dauert es einige Minuten bis es wirkt und Stunden, bis die Wirkung völlig abgeklungen ist.
PDA belastet den Körper deutlich weniger, die Nebenwirkungen der Intubation (Halsschmerzen, Heiserkeit, im Extremfall werden die Stimmbänder irreversibel geschädigt) treten gar nicht auf, weil nicht vonnöten.
Nachteil:
Man kriegt alles mit (und ein Oups eines Chirurgen kann ganz schön unter die Haut gehen
)
Gandalf
Hallo,
das ist natürlich sehr subjektiv. Meine Frau hat sich wegen der möglichen Querschnittslähmung gegen die PDA bei der Geburt entschieden. Ich selbst würde ebenfalls die Vollnarkose vorziehen. Der Grund ist allerdings emotional: Ich empfinde (für mich!) die Vorstellung einer Querschnittslähmung schlimmer als
die Alternative.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
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Achte auf jeden Fall darauf, dass nach der OP keine Kopfschmerzen auftreten, bzw. sag dem Doc. Bescheid, wenn du welche hast. Auch die Einstichstelle sollte nach der OP kontrolliert werden. Es kann sein, dass aus der Einstichstelle Gehirnwasser austritt. Kommt selten vor, kann aber sein.
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Hallo Gandalf,
kleiner Fehler: Spinalanästhesie ist nicht gleich Periduralanästhesie (PDA). Bei der Spinalanästhesie wird ein Lokakanästhetikum in die cauda equina des Rückenmarks (Pferdeschwanz ähnlich verzweigter unterer Anteil des Rückenmarks) gespritzt. Bei der Periduralanästhesie wird das Lokalanästhetikum zwischen die diese umgebende Haut (inneres Blatt der Hirnhaut „Dura mater“) und die wiederum diese umschließende Haut (äußeres Blatt der Dura mater) gespritzt.
Die PDA ermöglicht das segmentale Ausschalten der seitlich aus dem Rückenmark austretenden Nerven, ohne dass weiter unterhalb oder oberhalb gelegene Abschnitte betäubt werden. Der Patient kann also noch die Beine bewegen und dort etwas empfinden, spürt aber beispielsweise am Bauch nichts mehr. Die PDA kann auch im Brustwirbelsäulen-Bereich angewandt werden (thorakale PDA), wobei die Spinalanästhesie auf den Bereich beschränkt ist, wo das Rückenmark sich in feine Fasern ausspaltet, also im Lendenwirbelsäulen- und Sakralbereich.
Gruß
Huttatta
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Hallo Thomas,
ich weiß selbst verständlich nicht, ob deine Frau natürlich entbunden hat, oder ob sie sich einen Kaiserschnitt hat machen lassen. Jedenfalls hoffe ich, dass das Baby wohlauf ist! Ich möchte nur eines anmerken: Bei der Geburt durch Kaiserschnitt ist das Kind durch die Vollnarkose stark gefährdet, da alle Medikamente, die bei der Vollnarkose verabreicht werden, die Placentaschranke überschreiten und nach einigen Minuten auch das Baby narkotisieren. Deshalb beginnt die Uhr mit der Injektion der Narkotika zu ticken. Die Gynäkologen müssen dann innerhalb von etwa 4 Minuten das Baby draußen haben. Rekordzeiten liegen bei etwa 1,5 Minuten. Sollte es zu unvorhersehbaren Verzögerungen kommen, ist das Baby nach der Geburt notfallmäßig zu behandeln. Aus diesem Grund würde ich in jedem Fall die PDA der Vollnarkose vorziehen, wenn auch ein gewisses (sehr geringes) Restrisiko für die Mutter vorhanden ist. Das Gesamtrisiko der Vollnarkose beim Kaiserschnitt ist freilich größer als das der PDA.
Außerdem: PDA ist nicht gleich Spinalanästhesie (siehe Antwort-Posting zur vorhergehenden Antwort)
Gruß
Huttatta
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Endbindung
Hallo,
meine Frau hat natürlich entbunden, aber natürlich waren wir auf einen möglichen Kaiserschnitt vorbereitet. Ich habe mir sogar im Internet einen gefilmten Kaiserschnitt heruntergeladen, um gewappnet zu sein. Wir haben lange darüber diskutiert, aber im Grunde genommen hat sich meine Frau spontan gegen die PDA entschieden - wie gesagt, sehr subjektiv, aber das muss man jedem zubilligen, der betroffen ist, denke ich.
Außerdem: PDA ist nicht gleich Spinalanästhesie (siehe
Antwort-Posting zur vorhergehenden Antwort)
Wir hatten nur die Wahl zwischen PDA und Vollnarkose. Das mag aber daran liegen, dass die Ärzte bei medizinischen Laien nie vollständige Erklärungen abgeben.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo!
Gleich mal vorneweg: Die Komplikationen durch die Narkose, egal welcher Art, sind heutzutage sehr sehr selten geworden. Das liegt an den besseren Medikamenten und an der verbesserten Technik in der Anästhesie.
Ich persönlich würde immer eine Spinal oder Epiduralanästhesie vorziehen.
Begründung: Bei einer Vollnarkose ist der „ganze Mensch“ ausgeschaltet. Atmung, Schutzreflexe, Temperaturregulation und der Muskeltonus sind ausgeschaltet und das bedeutet, dass man auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist. Weiterhin muß sorgfältig gelagert und überwacht werden. Die Aufwachphase ist auch nicht immer angenehm, es kann Übelkeit und Kältezittern auftreten.
Bei der Teilnarkose ist man wach, atmet selber und kann viel früher wieder „aktiv“ werden - trinken zum Beispiel.
Auf Wunsch bekommt man während der Operation auch ein leichtes Schlafmittel und verbringt die Dauer der Operation in einer Art Dämmerschlaf. Man ist dabei aber jederzeit erweckbar. Und wenn man will kann man auch über einen Walkman Musik hören. (Z. B. Walgesänge oder auch AC/DC live at Donningtan *ggg*)
Zum Thema Vollnarkose und Geburt: Bis zur Abnabelung des Kindes werden nur Medikamente verabreicht die das Wohlbefinden des Kindes nicht beeinträchtigen. Es gibt keinen signifikanten Unterschied zwischen Babys die in Vollnarkose oder Teilnarkose auf die Welt kommen. Allerdings unterscheidet sich eine geburtshilfliche Vollnarkose auch von der normalen, denn die Mutter bekommt keine beruhigenden Medikamente vor der OP und
muß dann hellwach in den Operationssaal.
Die Vollnarkose stellt eher für die Mutter ein Risiko dar.
Schwangere können leichter aspirieren, d. h. nach Beginn der Vollnarkose Erbrochenes in die Lunge bekommen und es gibt häufiger Probleme bei der Platzierung des Beatmungsschlauches als bei Nichtschwangeren.
Noch ein Link:
http://www.hypnosratgeber.de
Unter dem Kapitel „Technik“ werden die verschiedenen Narkosearten gut erklärt.
Ich wünsche Dir alles Gute
Susanne
Wer hat schon mal unter diesen möglichkeiten wählen können ?
Du.
Für welche Methode habt Ihr euch entschieden und warum ?
Willst Du in den OP-Verlauf eingreifen können, ist es gut, wenn du wach bist.
Wie sind Eure Erfahrungen ?
Ein zweiter Monitor ist gut, einer, der nur für dich aufgestellt wird. Außerdem ist ein gesprächiger Operateur entspannend, ein blutiger Stummfilm aber Stress.
Schiss hab ich vor beiden.
Wie wär´s mit deiner Lieblings-CD als Soundtrack?
Mit der Spinalanästhesie scheinen 99,98% zufrieden zu sein,
obwohl ihr Unterleib eine Stunde gelähmt war.
Vollnarkose: 20 Todesfälle/4,7 Millionen Operationen.
Katzen haben sieben Leben. Kommt es während der Narkose zum Herzstillstand, sind sie juristisch TOT. Manchmal dauert es mehrere Minuten, ehe ihr Puls wieder stabil ist.
Deshalb steht ein Anästhesist neben Dir.
Ich müßte mir einen größeren Knoten im Schritt
entfernen lassen.
Traust Du deinem Chirurgen zu, dass Er den Sattel blockt?
Willst Du in den OP-Verlauf eingreifen können, ist es gut,
wenn du wach bist.
Wie willst du denn in den OP - Verlauf eingreifen?! Mit ein paar Anregungen zur Schnittführung oder der Art des Nahtmaterials. Vielleicht ein kleiner Plausch über die Besonderheiten der Anatomie des OP - Areals??
Ein zweiter Monitor ist gut, einer, der nur für dich
aufgestellt wird. Außerdem ist ein gesprächiger Operateur
entspannend, ein blutiger Stummfilm aber Stress.
Ein zweiter Monitor ist NICHT gut denn Du wirst die ganze Zeit wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf den Bildschirm sehen und die Entspannung geht dabei flöten.
Und als Ärztin solltest du wissen, dass das OP - Gebiet für den Patienten nicht einsehbar da durch Tücher abgeschirmt. Oder hast Du vergessen dass es sowas wie abdecken gibt?
Katzen haben sieben Leben. Kommt es während der Narkose zum
Herzstillstand, sind sie juristisch TOT. Manchmal dauert es
mehrere Minuten, ehe ihr Puls wieder stabil ist.
Falsch - Juristisch tot ist man ab dem Zeitpunkt der Todeserklärung durch den, die Reanimation leitenden, Arzt.
Ausserdem sind Herzstillstände während einer geplanten OP bei Nichtrisikopatienten (hohes Risiko bei frischem Herzinfarkt, frischer Lungenembolie, schweren chronischen Herz - und Gefäßerkrankungen etc) extrem selten.Ich habe das in 15 Jahren vielleicht ein oder zweimal miterlebt. Also mach mal nicht die Pferde scheu!
Susanne