Darmkrebs+Metasteasen in der Leber

Hallo Experten,

vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass ein Familienmitglied an Darmkrebs erkrankt ist. Es haben sich bereits Metastasen in der gesamten Leber gebildet, so dass eine Operation der Leber nicht in Frage kommt. Nach der Entfernung des Primärtumors im Darm soll in Kürze eine Chemotherapie folgen.
Meine Fragen:
Ist die Behandlung der Lebermetastasen durch Chemotherapie in diesem Fall erfolgsversprechend?
Besteht die Möglichkeit einer vollständigen Heilung der Leber bei solch starkem Metastasenbefall?
Wie groß ist die Gefahr weiterer Metastasenbildung in anderen Organen?

Ich wäre sehr dankbar für eure Beträge.

Viele Grüße
Kirsten

Hallo Kirsten,

Du wirst sicher verstehen, dass es leider keine Gleichung wie
Metastasen x + Chemo = gesund gibt. Wir würden Dir gerne Deine Sorgen nehmen.

Vielleicht versuchst Du es mal beim Krebsinformationsdienst. Die beraten Betroffene und Angehörige. Kontakt findest Du hier: http://www.krebsinformation.de/
Die sind wohl die kompetentesten und erfahrensten Ansprechpartner, die Du so finden kannst. Und sie kennen eben auch alles Neue, ungewöhnliche usw.

Ich wünsche alles gute!
Snoef

Fehler sind menschlich (was du siehst, ist in dir)
Fehler machen sympathisch, auch
wenn sie systematisch sind.

Klingt das masochistisch?

Vielleicht hast du Lust auf einen Check Up:

  1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit,
    dass die Diagnose zutrifft?

  2. Welche Differentialdiagnosen mit
    welcher jeweiligen Wahrscheinlichkeit
    hat der Therapeut sonst noch benannt?

  3. Welches Verhältnis hatte der Betroffene
    zu dem Zeitpunkt zu dem Therapeuten?

  4. Welches Know How hat der Therapeut
    über physiologische Normvarianten?

  5. Welche anderen Erklärungen hat er für die
    regional bildgebenden Veränderungen?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Fehler machen sympathisch, auch
wenn sie systematisch sind.

Klingt das masochistisch?

Für mich nicht, kommt aber wahrscheinlich auf den Kontext an.

Vielleicht hast du Lust auf einen Check Up:

  1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit,
    dass die Diagnose zutrifft?

  2. Welche Differentialdiagnosen mit
    welcher jeweiligen Wahrscheinlichkeit
    hat der Therapeut sonst noch benannt?

  3. Welches Verhältnis hatte der Betroffene
    zu dem Zeitpunkt zu dem Therapeuten?

  4. Welches Know How hat der Therapeut
    über physiologische Normvarianten?

  5. Welche anderen Erklärungen hat er für die
    regional bildgebenden Veränderungen?

Liebe Biggi,

ich kann leider keinen Zusammenhang zwischen meinem Posting und deiner Antwort erkennen. Willst du auf etwas bestimmtes hinaus???
Gruß

Kirsten

Mut

Willst du auf etwas bestimmtes hinaus???

Beim Prämedizieren hatte ich manchmal ganze
Romane zu wälzen. Detektivarbeit, bei der ich
sämtliche Risiken, sprich Diagnosen, verdichtet
hatte, um kurzfristig effektiv zu begleiten.

Überstiegen die Risiken, die ich bei der Recherche
fand, einem bestimmten Umfang, übergab meine
Chefin den Patienten einem Kollegen. Wichtig
für den Patienten und ein harte Schule für mich:

Ich hatte ihn mit mehr Sorge erlebt als mein
Kollege, war also nicht der optimale Co., wenn
der Patient von der OP profitieren sollte.

Natürlich ging es um standardisierte
Schritte auf einem fixierten Weg.

Hi,

Ist die Behandlung der Lebermetastasen durch Chemotherapie in
diesem Fall erfolgsversprechend?

Es kommt darauf an, was man unter Erfolg versteht. Dass die Lebermetastasen durch die Chemotherapie verschwinden, ist extrem selten. Gelegentlich verkleinern sie sich, in den meisten Fällen wachsen sie aber für eine gewisse Zeit nicht weiter. Das bedeutet, dass die Lebensqualitätseinschränkung durch die Metastasen für eine gewisse Zeit nicht zunimmt (im Vergleich zu unbehandelten Patienten). Allerdings haben Chemotherapeutika Nebenwirkungen, hier muss verglichen werden, ob diese die Nachteiel die Lebensqualität stärker einschränken als der Krebs. Da statistisch keine Lebensverläüngerung nachweisbar ist (das heisst: bei den vielen in Studien behandelten Patienten kam es zu Verbesserungen der Lebensqualität, aber auch zu Verschlechterungen und natürlich auch zur Verkürzung der Lebenszeit, wie auch zur Verlängerung durch Chemotherapeutika), ist der Einsatz dieser Behandlung sinnvoll, so lange die Lebensqualität nicht durch Nebenwirkungen der Chemotherapie eingeschränkt wird.
(Ist wahrscheinlich nicht ganz leicht verständlich.)

Besteht die Möglichkeit einer vollständigen Heilung der Leber
bei solch starkem Metastasenbefall?

Die Möglichkeit besteht immer.

Wie groß ist die Gefahr weiterer Metastasenbildung in anderen
Organen?

Das hängt vom weiteren Verlauf ab. Im Allgemeinen wachsen Darmkrebsmetastasen aber langsam, so dass zuerst die bereits großen Metastasen schwerwiegende Probleme machen und eventuelle kleinere kaum noch eine Rolle spielen. Es gilt aber: Wenn die Lebermetastasen auf die Chemotherapie reagieren, reagieren auch die eventuell bestehenden anderen darauf.

Insgesamt als Rat: Die Chemotherapie beim Darmkrebs ist meist moderat und recht gut verträglich, sie sollte also durchgeführt werden, so lange keine schweren Nebenwirkungen auftreten, da die Lebensqualität oft besser wird.

Noch ein Wort zum Beitrag von Biggi: Sie meint, es könnte sein, dass die Ärzte sich irren und keine Lebermetastasen vorliegen, sondern irgend etwas anderes. Das haben die Operateure aber sicher durch die Entnahme einer Gewebeprobe ausgeschlossen. Zumindest könnte man ja mal nachfragen, ob die Veränderungen in der Leber zweifelsfrei Metastasen sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. J. Sauer

Dr. J. Sauer