Ein Freund von mir klagt seit zwei Jahren über permanenten Schmerz, den er im unteren Bauch-Bereich erleidet. Er hat sich schon jeder Menge Untersuchungen unterzogen (Magen- und Darmspiegelung, Röntgenaufnahmen etc.) aber es konnte nichts gefunden werden. Schliesslich wurde ihm gesagt, dass die Schmerzen psychischen Ursprung haben müssen. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass es nicht psychisch ist, denn manchmal sind die Schmerzen stärker, manchmal weniger stark. Vielleicht ist etwas mit seinem Magen oder Darm nicht in Ordnung, denn er isst kein rohes Gemüse und keine Früchte, es wird ihm übel davon. Er trinkt fast ausschliesslich Cola.
Kann jemand helfen? Kennt vielleicht jemand eine Koryphäe auf diesem Gebiet (in der Schweiz)? Ich wäre froh, denn momentan sind die Schmerzen besonders schlimm, er kann fast nicht mehr sitzen. Vielen Dank für jeden Hinweis.
Der soll die Cola weglassen…
Dieser Satz könnte das eigentliche Problem sein:
Er trinkt fast ausschliesslich Cola.
Das Schulexperiment mit dem Stück Fleisch, daß man in Cola einlegt und welches nach wenigen Tagen WEG ist, ist Dir bekannt?
Cola greift den Magen an. Ich hatte mal ähnliche Symptomatiken, als ich ne Weile fast nur Cola getrunken habe, in rauhen Mengen.
Mineralwasser und milde Säfte (Apfel z.B.) haben meine Beschwerden verschwinden lassen, zügig und vollständig.
Ich weiß natürlich nicht, ob’s bei ihm daran liegt, aber es kann ja nicht schaden, mal ein, zwei Monate _vollständig_ auf Cola & Co. zu verzichten. Ausprobieren macht jedenfalls auf jeden Fall Sinn! Wenn’s dann gut ist, kann er sie ja in gemäßigtem Umfang wieder trinken.
Just my 3.141529 €-Cent.
Gruß,
Doc.
lieber garry,
mein bauch sagt mir - ab zum psychologen. wechselnde schmerzstärken hängen sicher mit dem gesamten befinden zusammen.
der mensch ist nicht nur körper sondern sein körper reagiert oftmals mit äußerlich sichtbaren erkrankungen auf seine persönlichkeit. also nur mut!
Du solltest mal meine wechselnden bauchgefühle erleben, je nachdem, wie ich mich fühle. hab auch erst eine schmerzhafte phase bewältigt. aber nicht durch medikamente sondern durch den blick auf meine seelischen nöte! huhu, frau danner und huhu, frau hoppe! danke!!! angst im bauch oder schmetterlinge im bauch, wut im bauch… schade, wenn es dann zu handfesten chronischen erkrankungen führen muß, ehe man was unternimmt, gell.
wünsche Deinem freund mut zur „bauchpflege“ und eine befreiung von seinen schmerzen - und ein paar liebevolle streicheleinheiten von hier aus!
katharine
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vorab: das Folgende spiegelt meine Einschätzung und Meinung wieder und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit !
Hallo,
Das Ganze ist gar nicht so einfach !
Es gibt immer eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Ursache von Syptomen. Es sind auch oft Kombinationen möglich (organisch/psychisch). Wenn in dem Fall Deines Freundes Untersuchungen von Magen, Darm, Bauchspeicheldrüße(?), Galle (?) und Leber (?) ohne Befund waren, sehe ich noch weitere drei Möglichkeiten der Ursache:
-
Leistenbruch (Hernie) oder „weiche Leiste“ kann atypische Syptome wie z.B. Unterbauchschmerz auslösen
-
Prostataentzündung (Prostatitis) löst u.a. Schmerzen im Unterbauch aus (besonders im Sitzen !)
-
Wirbelsäulenprobleme (evtl. Skoliose) können in nahezu alle Bereiche des Körpers ausstrahlen
Man müßte näheres über die Lokation und die Art des Schmerzes und evtl. andere Begleiterscheinungen wissen:
- Schmerzen auch in der Leistengegend ?
- Schmerzen in den seitlichen Flanken ?
- Schmerzen im Genitalbereich ?
- Schmerzen im Rektalbereich ?
- Übelkeit ?
- Stuhl- und Harnverhalten ?
- sonstiges (alles kann interesant sein!)
Die Warscheinlichkeit liegt aber durchaus nahe, daß der Säure-/Basenhaushalt aus den Fugen geraten ist: Cola bildet zusätzliche Magensäure, Gemüse und Obst sind sog. Basenbildner. Basen braucht der Organismus zum Abbau von Kohlenhydraten. Normalerweise funktioniert dann das Gleichgewicht Säure / Basen
je nachdem was gerade zur Verdauung ansteht. Ist aber zuviel Magensäure vorhanden, können die Basen nichts anrichten, im Gegenteil: Säuren und Basen „vertragen“ sich nicht: es kommt zu Problemen, die u.a. auch Schmerzen auslösen können.
Im übrigen spricht die Tatsache der wechselnden Intensität der Schmerzen im Gegensatz zu Deiner Meinung schon für eine psychische Ursache oder Mitursache. Oft entsteht im Laufe der Zeit aber auch eine psychische Abhängigkeit, die die Symptome verstärken kann. Das Problem bei Medizinern ist häufig (an alle Mediziner: nicht immer!), daß sich jeder hauptsächlich auf seinem Fachgebiet auskennt und man, wenn dieses Fachgebiet ohne Befund ist, oft gerne die Psyche als gorße Blackbox mit einschaltet anstatt evtl. auch mal andere Teilbereiche/ Fachrichtungen in Erwägung zu ziehen.
Ich würde folgendermaßen vorgehen (Reihenfolge richtet sich nach meiner Einschätzung der Warscheinlichkeit):
- Cola weglassen/auf ausgewogene Ernährung achten wg. Magensäure (saurer Magen)
- Urologen aufsuchen (Prostatitis)
- Orthopäden aufsuchen (Wirbelsäule)
- Chirurgen aufsuchen (Hernie)
- Tagebuch führen über Essen, Trinken, körperlicher und psychischer Belastung (zur Analyse der Ursache)
Ich weiß, daß das nervig ist, aber wenn man die Ursache ergründen will, muß man eben da durch. Vielleicht hat Dein Freund Glück und nach Punkt 1 ist das Thema erledigt; dann würde ich die Gegenprobe (Viel Cola! macht ihm sicherlich nichts aus ) machen.
Ein kleines Trostpflaster: Wenn Dein Freund diese Symptomatik schon zwei Jahre aufweist, scheint es ja nichts wirklich Ernsthaftes im medizinischen Sinne zu sein, sonst hätte sich das Ganze verstärkt und weiterentwickelt.
Viel Glück und Erfolg !
Gruß Heiko
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